Warum der Selbstmachtrend nicht neu ist


Symbolisch

Symbolisch

Heimwerken: Der Selbstmachtrend unserer Zeit

"Geheimwerkert" wurde so gesehen schon immer, seit die Menschen sesshaft geworden sind - selbst in den Höhlen versuchte man ein wenig Deko an die Wände zu bringen. Soweit klar sollte sein, dass sich im Verlauf der Zeiten die Methoden stets verändert und auch den Bedingungen entsprechend angepasst und verbessert haben. Heute gibt es auf der Welt zwar überall "Heimwerker", wenn man so will, doch liegen hier weiterhin teils deutliche Unterschiede vor, wie nun etwas gemacht wird und wie nicht.

In unseren europäischen Gefilden zeigt sich heute noch ein solcher Kontrast, dass in Deutschland ein anderer Heimwerker-Trend vorherrscht, als es „noch“ z.B. in Griechenland oder Spanien der Fall ist. Deutlicher wird es, wenn man die sogenannten "Dritten Welt"-Länder einem solchen Vergleich unterzieht, wo noch sehr oft äußerst skurril wirkende Dinge gepflegt werden, um das traute Heim in Schuss zu halten.

Um nun in dieser kurzen Darstellung im deutschsprachigen Raum zu bleiben, ist hier seit einigen Jahren zu beobachten, dass immer mehr Leute selbst Hand anlegen wollen, um verschiedene dem Bereich "Heimwerken" zuordbare Dinge zu verrichten. Sei es nun zu tapezieren, das Verlegen von Fliesen oder auch nur das Entfernen von Flecken im Teppich. Es liegt hier also eine Veränderung vor, die auch in wirtschaftlichen Belangen bei so manchem Politiker Kopfzerbrechen auslösen könnte.

Denn wenn immer mehr Menschen dazu übergehen, ihre Probleme selber zu lösen, wird es für die jeweils etablierten Branchen immer schwieriger Aufträge zu bekommen. Hinzu gesellt sich ggf. noch, dass der Markt sowieso "breiter" wird, da im sprichwörtlichen Sinn: "Jeder Hinz und Kunz" mal kurz zum Reparieren vorbeikommen kann. Ob dies eine gute oder schlechte Entwicklung ist, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Es liegt aber in der logischen eigenen Einschätzungsgabe des Lesers, dies zu tun.

Widmen wir uns abschließend daher dem Trend zu, der bekanntlich im englischen Sprachraum sehr häufig auch als: "Do it yourself" bezeichnet wird - da hier, gerade auch im US-amerikanischen Sprachraum, die "Selbstmachkultur" schon immer ausgeprägter gewesen ist, als im alten Reich der Zünfte und Stände. Hier, bei den Do it yourself-Menschen, werden die zumeist von "Hobby"-Heimwerkern ausgeübten Tätigkeiten dann auch keinem Berufsbild zugeordnet, wozu also auch keine spezielle Ausbildung von Nöten ist, man bringt es sich selbst bei, macht es selbst und hat dann bei Fehlern ggf. auch selbst die Kosten zu tragen.

Befördert wird der Trend vor allem durch die mediale Schiene, viele in diesem Bereich aktive Unternehmen haben logisch gesehen ein Interesse daran, dass sich immer mehr Leute zu lüsternen "Heimwerkern" wandeln, da diese durch diesen Gedankenschluss dazu übergehen werden, in Baumärkten und Co. fleißig einzukaufen, um die eigenen vier Wände durch eigene Arbeitskraft zu verschönern oder Schäden zu reparieren.

Vor allem Leute mit einem "kleinen Geldbeutel" greifen auf die Möglichkeiten, zugegeben in gewissem Maße auch notgedrungen, des Heimwerkens zurück. Die umgangssprachlich "besser betuchten Leute" werden sich wohl aber in der allgemeinen Tendenz nicht selbst die Hände schmutzig machen wollen und greifen auf entsprechende Handwerker, Putzgehilfen, Dekogehilfen und so weiter zurück. Aber auch hier ist im Vergleich zu früheren Zeiten, wenn auch nur zaghaft, ein gewisser Trend zu erkennen, das eine oder andere selbst zu erledigen und sei es nur aus dem Grund des: Auslebens des Kreativitätsdrangs.

Angefangen hatte der "Heimwerker"-Trend, nach seinen jüngeren geschichtlichen Wurzeln, in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Im Verlauf der Jahre bis hin zur Wiedervereinigung wurden unzählige Publikationen veröffentlicht, welche heute zumeist nur noch antiquarisch bezogen werden können. Wenn man so will, wurde in diesen Jahren auch der "Keimling" für die aktuelle Trendwelle des "Selbermachens" vorgelegt und konnte, wie man sieht, prächtig gedeihen. Allgemein befördert wurde das Konzept des noch heute so gerne angesteuerten Baumarktes übrigens nach US-Vorbild in den 1960er Jahren (Deutschland).

Passende Heimwerker-Bücher finden

  
Bücherindex Bild Link