Hüftgelenkdysplasie beim Hund


(C) Uwe Gille, 2005, Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) des Hundes ist heute recht verbreitet, vor allem bei mittelgroßen und großen Tieren. Die Schädigung (oder Fehlentwicklung) ist insbesondere erblich bedingt, häufig zeigen betroffene Hunde erst im fortgeschrittenen Alter an, dass sie an HD leiden (Nachhandschwäche, lahmes und schaukliges Gehen, vor allem nach längerer Bewegung). Umwelteinflüsse, eine Überforderung des jungen und ausgewachsenen Tieres oder auch eine falsche Ernährung können die Skelettanomalien weiter ausarten lassen (multifaktorielle Einflüsse).

Hüftdysplasie, wie HD auch genannt wird, welche ein- oder beidseitig ausgebildet sein kann, ist mit teils starken Schmerzen verbunden, so dass der Hund kaum noch freiwillig laufen möchte. Durch die anormale Beweglichkeit des Gelenks kann, sollte zu viel Bewegung (permanentes Reiben der Knochen) mit der Erkrankung stattfinden, zusätzlich Arthrose oder Arthritis entstehen. In schweren Verläufen kommt es letztlich zu einer kompletten Lähmung der Hinterbeine (in der Verkettung treten weitere Probleme auf, wie u.a. im Verdauungssystem, Muskelschwund und Übergewicht bei falscher Fütterung).

HD wird in Fachkreisen als postnatale Fehlentwicklung des Oberschenkelkopfes sowie ggf. auch der Beckenpfanne beschrieben - was übersetzt so viel bedeutet wie, dass die HD bereits seit der Geburt vorhanden ist, jedoch noch nicht gleich sichtbar wird. Sie entwickelt sich nach und nach heraus, wenn der Hund die Wachstumsstadien durchläuft (siehe oben auch multifaktorielle Einflüsse). Je nach klassifiziertem Schweregrad können auch mehr als ein Teil (Beckenpfanne, Hüftgelenkbandapparat oder der Oberschenkelkopf) gleichzeitig das Problem sein. In schweren Fällen wird zu operativen Maßnahmen geraten (z.B. das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks).

Therapeutische Maßnahmen können die Verabreichung von Schmerzmitteln sein (verordnet durch den Tierarzt), eine Ernährungsumstellung, spezielles Bewegungstraining (z.B. Schwimmen) oder auch chiropraktische Möglichkeiten stehen je nach Schwere im Raum. Festgestellt wird eine HD bei jüngeren Tieren in seltenen Fällen durch eine ergänzende DNA-Analyse und bei älteren Tieren speziell durch Röntgenaufnahmen. Belastete Hunde sollten nicht mehr zur Zucht verwendet werden, wobei einige Züchter dies trotzdem noch bei sehr geringer HD-Ausprägung (A2/B1) tun.

In Untersuchungen festgestellt wurde, dass HD sogar bei Nachkömmlingen ausbrechen kann, dessen Elterntiere beide HD-frei waren. In anderen Fällen zeigte sich, dass ein Elterntier (Mutter) eine leichte HD hatte, die meisten (Golden Retriever) Welpen jedoch HD-frei waren. Festzustellen ist, dass wenn zwei HD-freie Tiere sich paaren, etwa 10 Prozent der Nachkommen an HD erkranken können. Bei Elterntieren, die beide HD-belastet (C und D) sind, können bis zu 80 Prozent der Welpen betroffen sein.

Die Grade, wie schwer die Hüftdysplasie des Tieres ist, werden in fünf Kategorien unterteilt (A, B, C, D, E) - ggf. wird hier (Grade A-D) auch noch eine Untergewichtung (z.B. A1/A2 oder B1/B2) genutzt, um erkennen zu lassen, ob das "A" (A2) nicht doch eher zu "B" (B1) tendiert, aber noch nicht direkt diesem Grad zugeordnet werden kann. Eine HD-Untersuchung (Röntgen) für Zuchttiere empfiehlt sich im Alter zwischen dem 12-24 Lebensmonat.

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