Krankheiten: Die Staupe beim Hund


(C) CDC, US-GOV, 2007, Quelle: Wikipedia (Gemeinfrei)

Auch Hunde können sich mit einem Virus infizieren, der normal bei Wildtieren zu finden ist. Zu den weltweit gefürchtetsten Infektionen gehört die Erkrankung durch Staupe. Das Staupevirus, zug. der Familie Paramyxoviren in der Ordnung Mononegavirales, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Franzosen Henri Carré identifiziert. Es gibt Vermutungen und untermauernde Aufzeichnungen, dass es aber schon gegen Mitte des 18. Jahrhunderts in europäischen Gefilden (über Spanien nach Frankreich und Italien) bekannt war.

Ein verbreiteter Infektionsherd für Hunde sind Kontakte mit einem anderen Artgenossen, der an Staupe erkrankt ist. Aber auch der indirekte Kontakt (Tröpfcheninfektion) mit anderen Hunden kann diese Viruserkrankung auslösen, beispielsweise wenn Sie an eine Örtlichkeit gehen, wo sich normal sehr viele Hunde aufhalten (Hundetreffpunkte, Hundespielplatz und so weiter). Zu den indirekten Übertragungswegen gehören Ausscheidungen wie Kot und Urin sowie andere Körpersekrete. Das Virus selbst ist ohne einen Wirt in der freien Natur aber nicht sehr langlebig.

Bedacht werden sollte, dass der Infektionsweg auch durch andere Tiere (Wolf, Waschbären, Dachs etc.) erfolgen kann, da z.B. Füchse, Marder oder sogar Wassertiere wie Otter von der Staupe infiziert sein können. Von der Virusinfektion betroffen sind nicht geimpfte Hunde jeden Alters, speziell zu beobachten ist der Ausbruch bei Welpen und Junghunden.

In der Verlaufsform der Magenstaupe leidet Ihr Tier an starkem Durchfall und Erbrechen. Auch die sog. "Lungenstaupe" (Husten, Atemnot) und "Nervenstaupe" (Zittern, Schluckstörungen) gibt es, neben der hier beschriebenen klassischen und katarrhalischen Entzündung. Sollte Ihr Hund keine Immunität gegen das Staupevirus - das verwandt mit dem Virus der Rinderpest und dem Masernvirus ist - besitzen, wird er sehr krank und kann sogar, je nach Zustand des Gesamtorganismus und der Verlaufsform, sterben.

Besonders nach der Schädigung des Nervensystems (betroffen ist auch das Gehirn) gibt es keine große Chance mehr, dass der Hund gesunden könnte. Ohne Nervenschädigung gibt es nach drei bis vier Wochen Grund zur Hoffnung (auch wenn der Hund nach überstandener Erkrankung nicht wirklich wieder komplett gesund wird - z.B. durch die Schädigung der Lungen, Augen, des Herzens und/oder des Magen-Darm-Traktes etc.).

Wurde ein Hund befallen, dringen die Viren in aller Regel über die Atemwege in den Organismus ein - Hunde beschnuppern sich bekanntlich gegenseitig und auch in der Natur wird möglichst intensiv die Nase benutzt, um von den Artgenossen die Botschaften an so mancher Ecke nachzulesen. Nach der Inkubationszeit (ca. 3-7 Tage) stellen aufmerksame Hundebesitzer Veränderungen am Hund fest, da seine Schleimhäute entzündet sind.

Die Augen tränen und wirken gerötet. Weitere Anzeichen, die erkennen lassen, dass Ihr Hund an Staupe erkrankt sein könnte, sind, dass das Tier keinen richtigen Appetit mehr hat und auch die psychologischen Merkmale verändern sich - über sehr launische Tiere wird etwa berichtet, die unter teils stark ausgeprägten Stimmungsschwankungen leiden. Eine Diagnose durch den Arzt kann durch eine Blutuntersuchung und durch Abstriche an den Schleimhäuten gestellt werden.

Es ist anzuraten, die beim Tierarzt erhältliche Impfung abzuholen und regelmäßig aufzufrischen (Grundimmunisierung ab der achten Lebenswoche, mit nachfolgenden Auffrischungsimpfungen). Mittlerweile gibt es auch die Mehrfachimpfungen, bei denen in einem Vorgang gegen Staupe "mitgeimpft" wird. Heute gilt die Viruserkrankung, in Mitteleuropa, bei Hunden zwar als weitestgehend ausgerottet, doch hin und wieder kommt es trotzdem noch zu Ausbrüchen. Es kann immer Tiere geben, welche den (ggf. veränderten; mutierten) Virus in sich tragen.

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