Wer oder was waren die Hundevorfahren?


(C) Retron, 2008, Quelle: Wikipedia (Public Domain, Gemeinfrei)

Am Gebiss erkennbar ist, dass Hunde etwas mit den Raubtieren zu tun haben. Als deren gemeinsame Vorfahren werden die "Miaciden" (etwa so groß wie ein Marder oder Wiesel) angesehen, welche vor weit über 50 Millionen Jahren die Erde in beschränktem Maße besiedelten. In der weiteren Entwicklung entstanden dann die Miacinen (kleine Katzenartige), zu denen nicht nur Raubtiere gehörten, die auf dem Land lebten, sondern auch die im Wasser beheimateten Robben werden zu den Nachfolgern der Miacinen gezählt.

Die später hundeartigen Lebewesen (Mittlerweile sind diese Säugetiere auf allen Kontinenten verbreitet) als Raubtiere werden als Canidae bezeichnet, zu denen in der ersten Ausprägung der Hesperocyon gehörte. Dieser ca. 20 Millionen Jahre später ausentwickelte Landräuber lebte unter den damaligen Bedingungen im heutigen Nordamerika. Aus dem Hesperocyon entwickelten sich nach und nach der kleinere Cynodesmus oder der kräftiger gebaute Tomarctus. Letztere Linie starb jedoch aus, der Cynodesmus zeigte sich anpassungsfähiger, was nach und nach den Übergang zu den ersten Wildhundearten bereiten sollte.

Der weiter oben kurz angemerkte Marderhund (große Ähnlichkeit mit den Waschbären) gehört noch heute zu den "Überbleibseln" der Wildhunde. Angenommen wird, dass die Vorfahren der Marderhunde einst vom heutigen Nordamerika nach Sibirien eingewandert sind. Hier sei die heute vom Meer verschlungene Beringbrücke das "verbindende Element" gewesen. Andere Ansichten gehen davon aus, dass es auch umgekehrt der Fall sein hätte können, dass nämlich die Vorfahren der Marderhunde vom eurasischen Teil des Ostens nach Nordamerika gelangten.

Vor rund 10-15 Millionen Jahren war der Marderhund bereits verbreitet auf der östlichen eurasischen Platte und stieß nach und nach auch immer mehr gen Westen vor. Das heutige Ostasien gehört übrigens noch immer zu den Erdteilen, in denen der Marderhund vergleichsweise stark verbreitet ist. Andere Vorfahren der heutigen Haushunderassen sind die nordamerikanischen Graufüchse, der in Afrika anzutreffende Löffelhund, Hyänenhunde, sowie die vielen sehr bekannten Fuchsarten (u.a. Rotfuchs). Der Gattung Canis zuzurechnen sind u.a. der Goldschakal (sowie andere Schakalarten), Kojoten, Heulwölfe oder der offenbar direkte Stammvater des Haushundes: Der Wolf (Canis lupus).

Neben den klassisch verankerten Beschreibungen gibt es auch neuere. In diesen wird der Marderhund nicht mehr zu den Canini ("Echte Hunde") gezählt, sondern sei den Vulpini beziehungsweise der Klade der Rotfuchsartigen zuzuordnen. Mit kurzem Blick auf die Wolfs- und Schakalartigen (Canis) könne man den Grauwolf (Canis lupus), Kojoten, Goldschakal (Canis aureus) und den Äthiopischen Wolf in nähere Verwandtschaft mit dem asiatischen Wildhund bringen, der den meisten als Rothund (Cuon alpinus) bekannt ist. In diese neuere Zuordnung falle auch der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus).

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