Hunde sind wahre Superschnüffler


(C) Elf, 2004, Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das Geheimnis des ausgeprägten Riechvermögens der Hunde liegt daran, dass sie wesentlich mehr Riechzellen haben. Anders als beim Menschen, zählen Hunde zu den Lebewesen (Säugetiere), die einen außerordentlich guten Geruchssinn haben. Zwar gibt es unter den verschiedenen Rassen teils starke Unterschiede (man geht durchschnittlich gesehen von ca. 200 Millionen Riechzellen aus), was die Ausprägung dieser Fähigkeit angeht, doch im Vergleich zu anderen Tieren überwiegt der Geruchssinn deutlich.

Ein gesunder Dackel hat rund 130 Millionen und ein ausgewachsener, gesunder Schäferhund um die 215 Millionen Riechzellen. Der Mensch hat zwischen 10 bis 30 Millionen Riechsinneszellen, von denen rund fünf Million generell aktiv sind. In wissenschaftlichen Untersuchungen kam heraus, dass Hunde bis zu einer Million Mal intensiver Gerüche wahrnehmen können als Menschen dazu in der Lage wären. Beide, der Mensch als auch der Hund, können durch Geruchssinntraining ihre Leistungen sogar noch verbessern.

Daher sollte es auch nicht verwundern, dass der Geruchssinn dafür genutzt wird, um sich gegenseitig zu erkennen. Über Duftmarken werden Reviere abgesteckt, am Hintern beriechen sich die Hunde, weil dort ein kompliziert und spezifisch aufgebautes Duftgemisch als Erkennungsmarke zu erschnuppern ist. Sogar absolut geringe Duftmengen, die z.B. ein Mensch gar nicht wahrnimmt, werden durch Hunde "absorbiert".

Treten mehrere Gerüche in unterschiedlicher Abstufung zusammen auf, sind Hunde dazu in der Lage, selbst diese aufzutrennen und zu bewerten. Diese Bewertung und Einordnung ist logischerweise direkt mit dem Gehirn eines Tieres verbunden. Auch Menschen können bekanntlich bestimmte Gerüche einer Sache zuordnen, riecht es z.B. eindeutig nach Fisch, entsteht im Gehirn des Menschen das Bild dieses Tieres oder ähnliche Bilder (Erinnerungen), in denen dieser Geruch in der Vergangenheit vorkam.

Durch den, gerade auch bei Schäferhunden, Golden Retriever und weiteren Rassen, ausgeprägten Geruchssinn werden Hunde heute unter anderem für entsprechende Arbeiten eingesetzt. Recht bekannt sind etwa Szenen, wo von staatlicher Seite nach verbotenen Stoffen im Rahmen von Zollkontrollen "geschnüffelt" werden soll oder aber auch in ähnlichen Situationen können diese Tiere sehr gut Arbeit leisten (z.B. Lawinenspürhunde, Rettungshunde).

Untereinander können, über die spezifischen Geruchsmarken (die einzelnen Duftmoleküle sind gemeint), Altersunterschiede vollzogen werden, ein Rüde kann so feststellen, ob es sich um eine Hündin (oder Welpen) handelt oder sogar "Gefühlsmomente" wie Angst oder Stress können über ein spezielles Geruchssekret wahrgenommen werden. Je nach gegebener Situation kann ein Hund sein Riechvermögen auf "Hochleistung" schrauben, was bedeutet, dass das Tier in der Minute bis zu 300 Atemzüge vollzieht, in dessen Rahmen unzählige Geruchspartikel aufgenommen, analysiert und zugeordnet werden.

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