Pflanzen-Mythologie: Im Garten der Nymphen


Buch

Leute, die im Vorfeld aufmerksam Bücher gelesen haben wie z.B. "Satanskult und Schwarze Messe - Ein Beitrag zur Phänomenologie der Religion", in welchem unter anderem die religions- und kulturgeschichtlichen Voraussetzungen für den Satanskult, die soziologischen Aspekte satanischer Bewegungen, die psychopathologischen Züge des Satanskultes, diverse Zeugnisse für den Satanskult und die Schwarzen Messen aus der Vergangenheit, wie etwa gnostische Kulte u.a. des Phibioniten- und des Ophitenmahls, behandelt werden, sowie orgiastische Tänze an Märtyrergräbern, die erneute "Blütezeit" des Satanskultes im Mittelalter, verschiedene Grenzphänomene wie die Tanzwut, Narren- und Eselsfeste, satanische Kultformen der mittelalterlichen Häretiker, die Privatisierung der Schwarzen Messe zur Zeit Ludwigs XIV und so weiter, könnten auch darauf aufbauend aus dem hier vorgestellten Buch: "Im Garten der Nymphen: Kleine Mythologie der Pflanzen" diverse Inspirationen mitnehmen.

So heißt es denn bereits schon in leicht verschlüsselter Form der Beschreibung nach: "Bei einem unbeschwerten Spaziergang durch den Garten der griechischen Sagenwelt begegnen den Leserinnen und Lesern zarte Nymphen und lüsterne Gottheiten, die sich in Liebe vereinen ... in eine Blume, einen Strauch oder einen Baum verwandelt werden. Zauberhafte Geschichten voller Poesie erzählen, wie die Pflanzen zu ihrem Namen kamen". Unter anderem behandelt man auch den "schönen Adonis" und den Kuss der Aphrodite. Die Gestalt Adonis schien dabei je nach der ihn nutzenden Gruppe als Symbol unterschiedlich wahrgenommen worden und sogar durch seine ihm zugeschriebenen Eigenschaften und Besonderheiten mit diversen anderen "Gottheiten" verglichen worden zu sein. Dazu könnte nun vieles geschrieben werden, ein wahres Gewirr an Doppeldeutungen, Namenszuordnungen etc. würde dabei herauskommen. In dem Buch geht man darauf aber "in besonderer Weise" ein.

Ergänzend dazu kann aus älterer Literatur entnommen werden, um hier nur ein wenig in das Thema "Adonis" einzusteigen, dass dieser durch seine in einen Baum verwandelte Mutter geboren worden sei. Diese Beschreibungsform fand sich auch bei anderen Gruppen wieder, die diesen "Baumbezug" für ihre Legenden und Sagen verwursteten. Durch die Verbindung des Baumes könnte dabei vielleicht schon sichtbar werden, dass eine "Naturverbundenheit" auszumachen ist. Um es eher schlicht zu formulieren, damals, in den Zeiten der fabulierten Götter und Co. gab es noch kein RTL und so weiter, man hatte also genügend Zeit auch in Krisensituationen, um sich in der Natur umzusehen und daraus alles Mögliche abzuleiten, etwa sexuelle Kulte schienen eine je nach Auslebungsart gewisse Rolle gespielt zu haben, wonach z.B. bei ominösen Riten das Sperma (Samen) des Mannes als ein die Natur erneuerndes Mittel beschrieben wurde, welches man mit den Händen gen Himmel strecke, um es der Sonnengottheit, die aus dem Osten komme, darzubieten und damit, bzw. durch diese Sonne, die Natur zu erneuern.

Adonis wurde außerdem die Bezeichnung als "Vegetationsgott" gegeben, da er gewisse Züge mit anderen Göttern gemeinsam hätte, vor allem wurden hier Merkmale von Osiris und Tammuz genannt, neben unter anderem Attis. Adonis sei eine "vergöttlichte Frühlingsvegetation", die unter der sengenden Hitze des Sommers abstirbt. Aus Alexandrien und Byblos sei eine Auferstehungszeremonie bekannt und in Griechenland wurde ein Adoniskult eher im privaten Rahmen feierlich begangen. Bei einschlägigen Strukturen im alten Phönikien sowie Syrien sollen weibliche Gottheiten im Vordergrund gestanden haben - im heute zum Libanon gehörenden Byblos verehrte man z.B. als eine der Hauptgötter das weibliche Wesen "die große Göttin", die sog. Ba-alat. Neben dieser gab es einen männlichen Gott, der "mein Herr" Adonis gewesen sei. Ein Fest des Adonis war, ungefähr wie der Dienst des Osiris, eine Feier seines Todes, ein Leichenfest, bei dem die Frauen in die ausschweifendsten Klagen über den verlorenen Gott ausbrachen.

In solch Feierlichkeiten, wie der sogenannten "Adonia", galt Adonis als "schöner Jüngling", welcher den Frauen Lust zu schenken schien, ohne dabei aber auf seine eigene Lust fixiert zu sein. Bei den Kulthandlungen vegetativer Art sollen Frauen zunächst angeblich Kräuter in einem Garten gepflanzt haben, sobald z.B. der "Salat" spross, hörten sie auf diesen zu gießen. Nachdem die Pflanzen bewusst zur Verdörrung gebracht wurden, galten sie als nicht mehr aphrodisierend - eine Art Symbolhandlung für "Lustlosigkeit". Danach feierte man selbst freizügig das eigene Leben und die Leidenschaft und im Dunste von Weihrauch wurde wild die ganze Nacht lang auf den Hausdächern getanzt, gesungen, getrunken und erotische Abenteuer genossen. Anderen Berichten nach sprach man vom: Ansäen von rasch verwelkendem Getreide in den Adonisgärten - möglicherweise eine verschlüsselte Form sexueller Handlungen, wonach der schnell vergehende Samen in den weiblichen "Garten" eindringt, es aber nur zu bestimmten Zeiten eine Fruchtbarkeit gäbe.

Das vorgestellte Buch: "Im Garten der Nymphen - Kleine Mythologie der Pflanzen" enthält z.B. die Kapitel "Io, die Geliebte des Zeus", "Die Prophetinnen von Dodona", "Die Hyaden, die Ammen des Dionysos", "Syrinx und die Flöte des Pan", "Die Verführung des Hylas", "Apollo und die Orakel-Nymphen" oder "Kissos tanzt in den Tod". Erschienen ist es beim Bibliographisches Institut in der ersten Auflage von 2012 mit über 128 Seiten und es kann unter der ISBN 978-3411160051 oder direkt über das Internet unter der folgenden Quelle bezogen werden:

Hier: Im Garten der Nymphen (H.Lundt)

 

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