Merkel wohl doch für Eurasiengroßblock


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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die laut dem Buch "Das erste Leben der Angela M." zu DDR-Zeiten immer wieder bei nebulösen Trips erwischt wurde, gab kürzlich Medienberichten nach zu verstehen, dass man künftig durchaus eine Art Großreichsblock zwischen EU und unter Kreml-Kontrolle befindlicher Eurasischer Union forcieren könnte. Daraus würde dann auch ein "erweiterter Wirtschaftsblock" entstehen können, der die ehemaligen Sowjetgebiete mit einschließt. Doch das lang geplante Projekt könne nur verwirklicht werden, wenn man aus der aktuell geschaffenen Krise herauskommt, im Zusammenhang mit der Ukraine. Neben dem ehemals unter anderem im ostdeutschen Dresden aktiven KGB-Mann und aktuell erneuten RUS-Präsidenten Putin war von dem Projekt des eurasischen Zusammenschlusses auch der Ideologe Alexander Dugin intensiv angetan. Dieser wollte z.B. im Rahmen seiner radikalen Gedanken dann auch Österreich aufgelöst sehen. In der Bundesrepublik wurden seit längerer Zeit Figuren aktiv, die ständig für die Auflösung des BRD-Regimes trommelten und die Legitimität des Grundgesetzes abstritten, weil es aus alten Reichszeiten noch irgendwelche Gesetzesdinge geben würde, womit man per Fingerschnips alles außer Kraft setzen könnte. Zu solchen Kreisen zählte Berichten zufolge auch "der König von Deutschland". Der angemerkte russische Marxbartträger Dugin konzentrierte sich in den vergangenen Jahren vor allem darauf linke und rechte Strömungen in Europa und auch in anderen Ländern zu bündeln, um die eurasischen Gedanken zu bewerben. Seitens der nicht nur im deutschen Bundestag aktiven Fraktion DIE LINKE hieß es derweil, passenderweise mit Blick auf das eurasische Großreich: "Ein gemeinsamer Handels- und Wirtschaftsraum muss auch ein Raum gemeinsamer Sicherheit sein".

Doch blicken wir an dieser Stelle erst einmal zurück in die Vergangenheit. Der sozialistische Großraumwahn durch die Taktik aus der Krise zur Einigung ist mindestens so alt, wie die BRD jung ist. Dies konnte aber schon vor dem neuen deutschen Staat aus diversen NS-Dokumenten abgelesen werden. In einem Anhang "Verschiedenes" zur "Wiederherstellung" hieß es z.B. laut dem Dokument Nummer II. als "Denkschrift" (eingebunden: Wilhelm Keitel u.a. Karl Dönitz): "Überwindung der Katastrophe" von Anfang April (Berlin 5.4.1945) auch mit Blick auf "eurasische Dinge", dass es "außerordentliche Möglichkeiten" geben würde, den deutschen Zusammenbruch letztlich doch noch zu verhindern. Man listete drei Punkte auf bezgl. der "politischen Kriegsführung".

Der erste Punkt stellte einen "unmittelbaren Abschluss" eines Sonderfriedens mit den Anglo-Amerikanern dar, der zweite beinhaltete "Waffenstillstandsverhandlungen mit dem Osten, damit man den Westen "verhandlungsbereit" machen könne (als Vergleich verwies man auf den "Generalplan 1945") und im dritten Punkt "c" stellte man einen "Sonderfrieden" mit dem Osten in Aussicht. Per Handschrift unten ist notiert, dass dieser Plan für nicht durchführbar gehalten würde. Wer diese Notiz ggf. auch später anbrachte, ist soweit unklar.

Zu Punkt "a" (Unmittelbarer Abschluss eines Sonderfriedens mit den Anglo-Amerikanern) hieß es, dass diese Lösung: nach dem Zusammenbruch der Westfront praktisch auf eine totale Kapitulation hinauslaufen würde. Was bedeute, dass: das deutsche Volk auf Jahrzehnte hinaus versklavt sei. Von innenpolitischer Seite her würde "der Kapitalismus in einem Umfang siegen", womit dann jeder sozialistische Aufbau "unmöglich" gemacht würde. Zum zweiten Punkt "b" (Waffenstillstandsverhandlungen mit dem Osten) führte man an, dass dieser unter den damals gegebenen Umständen "nicht mehr durchführbar" sei. Zum dritten Punkt "c" (Sonderfriede mit dem Osten) schrieb man in der Denkschrift dann, dass diese Option wohl als durchaus interessant angesehen wird. Sie werde "für die einzig mögliche gehalten und zwar aus folgenden Gründen":

"Während den Westmächten praktisch nichts geboten werden kann, und daher auch keine Verhandlung möglich ist, kann der Sowjetunion [unter russischer Kontrolle] im Wege der Verhandlungen eine auf die Dauer für sie lebensnotwendige Entwicklung gewiesen werden, nämlich: eine deutsche Niederlage gegenüber den Westmächten bedeutet für die Sowjetunion nur die Verlängerung des Krieges durch einen dritten Weltkrieg. Die Teilung Deutschlands wird auch in der Sowjetunion als vorübergehend und auf die Dauer untragbar angesehen. Während Jalta Russland nur einen beschränkten und noch dazu immer wieder bestrittenen Einfluss in Ost- und Südosteuropa zugesteht, kann der [Sowjetunion] durch ein Zusammengehen mit Deutschland ein Einfluss in ganz Europa ermöglicht werden. Ein Sonderfriede mit Deutschland und Japan würde gleichzeitig die Entlastung Russlands im Osten und eine Verdrängung des anglo-amerikanischen Einflusses auf China bedeuten", hieß es im April 1945.

Außerdem merkte man weiterhin in der Denkschrift zur "Überwindung der Katastrophe" an: "Während die anglo-amerikanischen Warenlieferungen aller Voraussicht nach trotz der gewährten Kredite usw. bei Kriegsende aufhören, ergeben sich durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Europa und Ostasien für die Sowjetunion ... für längere Zeit erhebliche Möglichkeiten. Während das Verbleiben in der Koalition des Feindes für die Sowjetunion ständige Reibungen mit England und Amerika im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten bedeutet, wird durch ein Zusammengehen mit Deutschland der Sowjetunion der Weg vom Persischen Golf zu den Ölquellen von Kirkuk und; das Mittelmeer frei". Das hört sich bis hierhin inmitten der "deutschen Niederlage" im Rahmen des 2. Weltkrieges also dann doch schon mal interessant an, vor der Etablierung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Formung der Europäischen Union. Zumindest stellte man in dem Dokument, wo eine "deutsche Teilung" angesprochen wird, aber auch fest, dass ein da gesehener Sonderfriede "nur unter sehr erheblichen gegenseitigen Sicherungen möglich" sei.

Er könne, so die damalige Ansicht ohne nun in den nachfolgenden Jahrzehnten diverse Anpassungen zu betrachten, "nach dem Stand der Dinge wohl nur auf folgendem Boden aufbauen": "a) Deutschland und die bisherige Sowjetunion bilden gemeinsam die sozialistische Union; Anknüpfen[d] an die Verselbständigung der sechszehn sowjetischen Teilrepubliken im Jahre 1943 bilden auch die europäischen Völker national abgegrenzte selbstgeführte Staatskörper, die verbunden werden durch eine Wehr- und Wirtschaftsunion. Die Gestaltung im Inneren bleibt [diesen lockenden Ansichten zufolge] in jeder Hinsicht den einzelnen Völkern frei gestellt. b) Deutschland anerkennt die Sowjetrepubliken Polen, Litauen, Estland, Lettland, Finnland, Bulgarien, Rumänien, [Mazedonien], Griechenland und evtl. Türkei. c) Westoberschlesien, sowie die vor 1918 zu Preu[ß]en gehörigen Gebiete des Warthegau und Westpreu[ß]ens verbleiben bei Deutschland ... d) Gegenseitiger Austausch der Gefangenen und Zivilisten; einschließlich der deportierten Deutschen aus Siebenbürgen .... Schlesien, Ostpreu[ß]en usw.".

Dieser Denkschrift nach hieß es dann im folgenden Punkt "e", dass Deutschland "freie Hand [erhalten solle] in West- und Nordosteuropa, insbesondere gegenüber Gro[ß]britannien. f) Die gesamte sozialistische Union unterstützt Deutschland insbesondere durch Materiallieferungen. g) Deutschland unterstützt die UdSSR bei dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Gebiete". Diese vorzeichnenden Gedanken würden laut dem Punkt V. des Dokuments dann in Zukunft nach und nach große Dinge ermöglichen, nämlich: "Es entstünde ein Kontinentalblock von Ozean zu Ozean [Anm.: Eurasien] von weltbeherrschender Grö[ß]e, Wirtschaftskraft, Energie und Bevölkerungszahl".

Es wäre nicht nur die Gefahr künftiger Kriege aus Europa, sondern aus dem Doppelkontinent Eurasien verbannt; und zwar auf Generationen hinaus. Die beiden Gro[ß]völker Russen wie Deutsche [hätten] ausserordentliche Entwicklungsmöglichkeiten, ohne dass sich ihre Interessen überschneiden. Das Schwergewicht in diesem Block wird sich von selbst mehr und mehr dem rassisch Überlegeneren, geistig Regsameren und Energischeren, d.h. nach Europa verlagern. Es entsteh[e] ein Bündnis der jungen sozialistischen Kräfte gegen die alten verrotteten Beharrungsmächte des Westens".

Über solch eurasische Angelegenheiten schrieb u.a. auch der Autor Tete Harens Tetens in seinem Buch "Germany plots with the Kremlin". Der deutsche General Karl von Stülpnagel wurde darin zum Beispiel folgendermaßen zitiert: "Im nächsten Krieg ... dürfen nicht die gleichen Fehler gemacht werden. Der Hauptgegner werden die Vereinigten Staaten [von Amerika, USA] sein, und die gesamte Anstrengung muss von Anfang an gegen dieses Land konzentriert werden". Die Etablierung einer "Europäischen Union" weit bevor es die aktuelle nun gibt behandelte man ebenfalls, man ging gar davon aus, dass die USA dabei helfen würden, diese Konstruktion mit aufzubauen. Offenbar zeigten die Verstrickungen auch des Kartells IG Farben letztlich "nachstrahlende" Wirkung.

Ende März 1945 hieß es in einem Bericht der Publikation "The New York Herald Tribune", dass alliierte Strukturen von den Deutschen bereits diverse Dokumente beschlagnahmen konnten. Demnach würden "...deutsche Techniker, Kulturexperten und Agenten raffinierte Pläne besitzen, um andere Länder zu infiltrieren, mit dem Ziel wirtschaftliche, kulturelle und politische Beziehungen herauszubilden ... Die [entsprechende] Propaganda soll ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Nachkriegsprogramms sein. Das unmittelbare Ziel; wird darauf gerichtet sein, die alliierten Kontrollmaßnahmen zu beseitigen". Eurasische Gegenden schienen zur "gemeinsamen Entwicklung" interessant, auch wegen der Rohstoffvorkommen.

Aber auch Afrika sprach man in diversen Schriften immer wieder an. Der Paneuropa-Graf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi bezeichnete Afrika schlicht als "die südliche Fortsetzung Europas". Der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer ging zumindest gedanklich laut Rheinischem Merkur vom 20. Mai 1950 bereits auf "Safari": "Deutschland ist erneut ein Faktor geworden, mit dem andere in internationalen Angelegenheiten rechnen müssen ... ein langfristiges wirtschaftliches Ziel: die Kolonisierung von Afrika ... Wenn wir Europäer Afrika kolonisieren, schaffen wir zur selben Zeit einen Rohstofflieferanten für Europa, der von größter Wichtigkeit sein wird".

In "Germany plots with the Kremlin" zitierte Tetens aus einer Schrift des deutschen nationalsozialistischen Zentrums Madrid: "Der Kampf gegen die amerikanische Bevormundung Europas wird Deutschlands Hauptaufgabe in der Zukunft werden ... dürfen nicht nur danach streben lediglich die Ketten abzuschütteln mit denen uns Washington gefesselt hat, und daran arbeiten unsere Aktionsfreiheit im Osten wiederzuerlangen, sondern wir müssen auch das ganze Europa [bezogen auf Ozean zu Ozean; Eurasien] auf unsere künftige Mission in der Welt vorbereiten ... Deutschlands zukünftige Politik sollte die stille Durchdringung Europas sein und muss darauf abzielen unsere Interessensphären [auch in] Afrika und Lateinamerika zu konsolidieren".

"Ehrvolle Kandidaten", wie der Jurist und Völkerrechtslehrer H. Raschhofer, die auch nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs aktiv waren, gaben zu NS-Großreichszeiten bekannt, dass es eine "Vorherrschaft des Deutschtums" geben würde. Dieses besondere - frei erfundene - Volk hätte den "eurasischen Raum geistig organisiert", entsprechend würde ihm dort "auch die geistige Vorherrschaft" zukommen. Raschhofers Gesinnung fand aber nicht nur in solchen Hirngespinsten seinen Ausdruck, wie auch bei zahlreichen "anderen Genossen" beobachtet werden konnte. Einen seiner "interessanten Brainfucks" wollen wir Ihnen an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten: "Unter jenem Europäertum, das später seinen Tempel samt den Hohen Priestern nach Genf verlegte, verstand man alles, was von Landschaft, Heimat und Volk, von festen Bindungen und Ordnungen wegstrebte in Gefilde und Gefühle der Internationalität, zu den Idealen von 1789 und jüdischer Genossenschaft".

Mit Blick nun zurück auf die Vertiefung von Verflechtungen zwischen EU- und russischen Strukturen lief bzw. läuft diese seit Jahren - auch außerhalb der offiziellen Politbühne, wie z.B. ein ehemaliger Bundeskanzler in Deutschland bezeugen kann. Einen wichtigen Kern bildeten u.a. die im Jahr 1998 in Birmingham eingerichteten, halbjährlichen Troika-Treffen. Man fasste erneut im Mai 2003 großspurig die nachhaltige Etablierung von sogenannten "gemeinsamen Räumen" ins Auge, wie dem gemeinsamen Wirtschaftsraum. Außerdem müsse noch ein "gemeinsamer Raum der Freiheit, der inneren Sicherheit und der Justiz" vorhanden sein, ein solcher "der äußeren Sicherheit" und natürlich ein "gemeinsamer Raum für Forschung, Bildung und Kultur". Zur vereinheitlichenden Ausrichtung könne man bspw. gegen "illegale Migration", Kriminalität oder gegen "transnationale terroristische Vereinigungen" (z.B. Gegner entsprechender Planungen) vorgehen. Nachfolgend kam es bekanntlich immer wieder zu "Spannungen". Ominöse aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zu nennende Figuren schlugen vor: Vielleicht könne man durch die Forcierung der Taktik: "aus der Krise heraus" dann später mehr "Einigkeit" schaffen - was alles hierbei unter die Begrifflichkeit "Krise" fallen könnte, soll nun nicht spekuliert werden, sondern bleibt der Konfabulation des Lesers überlassen.

Geübt in diesen Dingen ist bereits der russische Stratege Alexander G. Dugin, welcher dem Buch: "Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke: Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungen der russischen Neuen Rechten" zufolge gute Beziehungen auch nach Österreich und Deutschland besitzt und einst ein reges Interesse für das SS-Institut "Ahnenerbe" entwickelte. Er betrachtet offen die USA als historischen, gegenwärtigen sowie künftigen Hauptfeind Russlands bzw. "Eurasiens". Das "große Eurasien" von Lissabon bzw. Dublin bis Wladiwostok, also ganz klar unter Einbezug Westeuropas, würde seiner Meinung nach "große Dinge erreichen" können. Alles würde "von der See" wegführen, bezogen auf "alte Mächte" und Transportwege. Und laut Dugins Ansichten würde sowohl der militärische, politische aber auch der "zivilisatorische" Kampf um Eurasien sich schon bald seinem "Endkampf" nähern, wie im Buch: "Die Dynamik der europäischen Rechten" berichtet wird. Nach diesem, in Deutschland heute noch als Wort negativ besetzt, benannten "Endkampf" würde Russland in führender Position stehen, als Mittelpunkt eines "Superimperiums", welches "aus mehreren Teilimperien" besteht.

Zur Verdrängung der "Seemächte" für den "Endkampf" gab es auch mit Blick auf das kommunistische China seit einigen Jahren interessante Dinge zu beobachten - was von vielen allgemein als neue Seidenstraßenstrategie bezeichnet wird. Über den Landweg soll möglichst eine hohe Vernetzung auch der Eisenbahnverbindungen umgesetzt werden. In veröffentlichten Schriften setzten involvierte Regierungen oder nicht-staatliche Akteure das Prioritätsziel, wonach das jeweilige nationale Transportsystem auch im Osten der EU mit dem eurasischen Netz besser verflochten werden soll. Insgesamt ziele man darauf ab, den Transport von "Gütern", Personen, aber auch Technologien zu erleichtern. Die chinesische Ausrichtung bezgl. des Aufbaus eines "panasiatischen Schienensystems", so hieß es schon vor wenigen Jahren, solle den Handelsverkehr "zwischen dem europäischen und chinesischen Markt" beschleunigen und aufgrund "geopolitischer Planungen" auch unabhängiger von maritimen Routen machen.

Im Jahr 2010 hatte der Sprecher des "Ministeriums für Eisenbahntransport" von China offizielle Planungsvorhaben zum Ausbau des transkontinentalen Schienennetzes präsentiert, welches damaligem Stand zufolge mit einer Gesamtlänge von etwa 81.000 Kilometern 28 Länder Eurasiens verbinden würde. Durch den Ausbau der Verbindungen u.a. über Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran und die Türkei würde man Westeuropa schnell auf dem Landweg erreichen können. Diesen Vorstellungen nach könnten Chinesen dann ca. gegen 2025 "eine Reise zwischen Peking und London" per Zug in zwei Tagen absolvieren. Außerdem seien Strecken für spezielle Hochgeschwindigkeitszüge vorgesehen, die z.B. Peking mit Moskau verbinden sollen. Nach Deutschland und sogar bis nach Spanien sollen die "eurasischen Transportwege" im Rahmen der "neuen Vernetzungen" führen. Der benannte Dugin meinte übrigens laut dem "interessanten Magazin" Zuerst! 3/2013 mit Blick auf deutsche Gefilde und Vernetzungsmöglichkeiten für den eurasischen Großblock: "Deutschland ist das Zentrum Europas, ein Deutschland, das sich selber wiederfindet, wird einer unserer wichtigsten Partner".

Das auf längere Sicht umzusetzende Planprogramm sei ein großer Kontinentalblock, der Russland als eurasische Schaltzentrale und Europa gegen die USA vereinen soll, wie kritische Beobachter seit längerem annehmen. Im theoretisch erdachten "Endziel" sieht man dann einen wirksamen "Kontinentalstaatenblock", welcher den gesamten eurasischen Kontinent, EU, Russland und das russische "Nahe Ausland" umfasst (Stichwort: "Lissabon bis Wladiwostok"). Russland hätte dem religiösen Dogma u.a. der duginschen Strukturen zufolge ja auch "eine besondere Bestimmung", nämlich "die Welt zu erlösen". Trotz Deutschlands Mitgliedschaft in der NATO überwiegen auch hier immer noch die positiven Signale der deutsch-russischen Kooperationen unter anderem im Ostausschuss der deutschen Wirtschaft und von Seiten der Neoeurasisten gab man zu verstehen, dass Russland aber auch Deutschland "tragende Rollen" für ein zukünftiges eurasisch- und dementsprechend "gesamteuropäisches Haus" zugedacht wären, von einem solchen "Haus" hatte bekanntlich immer wieder zudem der Mauerfallstar Gorbatschow fabuliert.

In dem Buch "The Perestroika Deception" von Anatoliy Golitsyn wurde außerdem der letzte sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse unter Gorbatschow zitiert: "Meiner Ansicht nach sage ich, dass die Idee des gemeinsamen europäischen Hauses, [also] die Errichtung eines vereinten Europas, und ich möchte heute unterstreichen, eines Großeuropas, ein großes, vereintes Europa vom Atlantik bis zum Ural, vom Atlantik bis Wladiwostok, das unser gesamtes Hoheitsgebiet mit einschließt, dass dieses Projekt unvermeidbar ist. Ich bin sicher, dass wir es schaffen werden, auch einen vereinten militärischen Raum zu errichten. Um es genauer auszudrücken: Wir werden ein vereintes Europa schaffen, dessen Sicherheit auf den Prinzipien einer kollektiven Sicherheitsstruktur aufbauen wird".

Dugins Netzwerke unterhalten bekanntlich seit langer Zeit auch gezielt Kontakte zu nicht wenigen teils offen rechtsextremistischen Intellektuellen in Ländern die der EU angehören, wie etwa nach Italien. Sogar in süd-asiatische Gefilde, in die Türkei, in die USA und nach Südamerika streckte man zur Netzwerkflechtung die Fühler aus. Bei Dugin selbst als schillernde Eurasien-Frontfigur stellte man interessante Verbandelungen sowohl in rechte als auch in linke Kreise fest. Neben "Intellektuellen" gehören zum beeinflussten Spektrum des "eurasischen Allerleis" auch direkt Figuren der jeweiligen politischen und militärischen Eliten.

Offenbar soll auf verschiedenen Ebenen eingewirkt werden, um ins Auge gefasste Strömungen zu aktivieren und für den eurasischen Traum ggf. weiter zu bündeln. Dugin vertrat schon in den 1990er Jahren die skurrile Ansicht, dass in der Gegenwart der "Große Krieg der Kontinente" in die Entscheidungsphase eingetreten sei. Demnach werde diesen Hirngespinsten zufolge der jahrhundertelange Kampf zwischen den "Geheimorden der Eurasier" und denen der "Atlantiker", um die Weltherrschaft, in unserer Zeit entschieden. Diese durch Dugin erdachten Orden sind es dann wahrscheinlich auch in der Ukraine, die einen "kalten Frieden" zwischen EU und Russland vermeiden wollen. Brüssel solle sich "ein kompensatorisches Arrangement mit Moskau suchen".

Unter anderem Dugins Mumpitz, dessen Prophezeiung für Russland einst lautete, dass es bald einen "faschistischen Faschismus" geben würde, betrachteten verschiedene Autoren aber nicht nur als tendenziell nazistisch befleckt. Auch die religiös verkappten Ansichten schienen bei der einen oder anderen Person Gesichtszuckungen ausgelöst zu haben. Damit ein da durch Dugin gesehenes einheitliches "Großreich", wie ein solch fiktives, nach und nach auch wirklich umgesetzt werden kann, sind natürlich diverse "Homogenisierungen" auch der Bevölkerungen notwendig.

Wie die entsprechenden "gesellschaftspolitischen Anpassungen" z.B. bei den Sowjets in diesen Belangen umgesetzt wurden, kann ggf. näher im "Schwarzbuch des Kommunismus" in den Abhandlungen über die Lagersysteme nachgelesen werden. Der bekannte Spruch: "Wollen Sie Geschichte von Amerika wissen, nehmen Sie Buch. Wollen Sie Geschichte von Russland wissen, nehmen Sie Schaufel" sollte aber bereits die entsprechende Richtung andeuten. Mit Blick noch kurz auf ein anderes Buch fern ab von Dugins Hirngespinsten, mit dem Titel "Imperien der Weltgeschichte", ging man hier z.B. auch auf ehemalige Homogenisierungsunterfangen der Mongolen ein.

Besonders an diesen sei gewesen, dass deren Freak-Reich nicht um eine feste "Hauptstadt oder eine zentrale kulturelle oder religiöse Vorstellung herum errichtet" wurde, sondern der "Große Kahn" sei es gewesen, der als überlegene Einzelpersönlichkeit die Anziehungskräfte bündelte. "Die Führer der weit ausgreifenden Mongolenreiche des 13. Jahrhunderts erlernten ihre Staatskunst sowohl aus eurasischen als auch aus chinesischen Quellen. Die Mongolenreiche schützten Buddhismus, Konfuzianismus, Christentum, Taoismus und Islam".

Außerdem sollen die Herrscher der Mongolen in ganz Eurasien muslimische Verwaltungsbeamte eingesetzt haben und "förderten die von der arabischen, persischen und chinesischen Kultur hervorgebrachten schönen Künste und Wissenschaften". "Das Imperium nach mongolischer Art, wo Vielfalt als ebenso normal wie nützlich erachtet wurde, hatte Einfluss auf die Machtrepertoires in ganz Eurasien und an seinen Rändern". Durch den Leiter der Abteilung für auswärtige Kirchenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, der Metropolit von Kaliningrad und Smolensk Kirill, hieß es rückblickend in 2004:

"Heute appelliert Russland immer mehr an geistige Werte. Und da kann sich die Erfahrung der Russisch-orthodoxen Kirche als nützlich erweisen. Im [letzten] Jahrhundert hat sich der Staat zwecks Lösung vieler, darunter geopolitischer Fragen der orthodoxen Tradition bedient". Bezüglich der umzuwandelnden rus. Innenpolitik schlug Dugin u.a. vor, dass "neben der Orthodoxie" ein multi-ethischer sowie multi-religiöser Staat etablieren werden soll. Dies könne dann auf die außenpolitischen eurasischen Dinge positiv abstrahlende Wirkungen entfalten.

In diesen Sphären der außenpolitischen Ausrichtungen gegen den als Hauptfeind auserkorenen Satan USA würde eine der wichtigen Allianzen u.a. die mit Deutschland, Iran und Japan sein. Drei besondere Zusammenschlüsse könnten in der unteren Ausrichtung des späteren eurasischen Ganzen die Haupttriebfedern sein. Diese Formungen wären: "pan-europäisch", "pan-arabisch" und "pan-asiatisch". Offenbar könne dann im Rahmen der "Generationen-Abmischung" im eurasischen Großraum auch so ein illustrer "eurasischer Typus vornehmer Menschlichkeit" entstehen, wie dieser durch Thomas Mann der Paneuropa-Figur Richard Nikolaus, Coudenhove-Kalergi zugeschrieben wurde.

Putin bezeichnete das "Integrationsvorhaben" der Eurasischen Union mit einer dazugehörigen einheitlichen Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (Eurasische Wirtschaftsunion) als bedeutend. Kommentatoren schrieben davon, dass sich das Projekt am "Konzept der Europäischen Union" anzulehnen versuche, es wäre eine Art "Vorbild". Das Vorhaben der Integration im postsowjetischen Raum, hier mit Russland als "Integrationspol", würde nicht als Konkurrenz zur EU gelten, vielmehr sei es ein "Verbindungsglied" zwischen Europa und dem asiatisch- und pazifischen Raum. In einem Artikel des schweizerischen Tagesanzeigers wurde Dugin aber dennoch mit den Worten zitiert: "Wir müssen Europa erobern und anschließen".

Der Außenminister Russlands, Sergei Lawrow, meinte anlässlich eines Jahrestages (Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit China) in 2009 laut "Far Eastern Affairs", dass die bis dahin bereits getroffenen "Maßnahmen" deutlich machten, wonach die "zwischen Russland und China etablierte strategische Partnerschaft [eine] wichtige Rolle für die Stärkung der Stabilität und Sicherheit in Eurasien und der ganzen Welt" spielen würde. Außerdem wurde immer wieder die Zusammenarbeit in der "Shanghai Organisation für Zusammenarbeit" (SOZ, ehem. "Shanghai-Fünf") gelobt.

Vor wenigen Jahren vertrat man von russischer Seite her noch die Ansicht, dass die EU, welche Gorbatschow einst als "neuen europäischen Sowjet" bezeichnete, als "Wirtschaftsmacht" nur überleben könne, wenn man wesentlich engere Beziehungen mit dem Militär- und Energiepotenzial Russlands aufrechterhält und vertieft. Wichtig sei insbesondere, dass man in der EU eine passende Struktur forciert, für eine spätere gemeinsame "politisch-militärische Dimension". Solche Planungen sind für eingelesenere Leute, die nicht jeden Tag im Rahmen der hochbezahlten Beamtentätigkeit bei Facebook Eso-Bildchen teilen, keine Neuigkeit, denn mit dem Aufbau einer eigenen militärischen Struktur in der EU könne dann auch die NATO mehr und mehr abgeschafft werden und das europäische Konstrukt durch nachhaltige Verflechtungen nach und nach unter russischen Einfluss gelangen.

Der ehemals für Putin tätige außenpolitische Berater S. Karaganow war zumindest immer recht offen in seinen Äußerungen und meinte zum Beispiel, dass es in einigen Jahren im Rahmen der vertieften Verflechtungen dazu kommen könnte, die EU-Russland-Beziehung aus der rein "strategischen Partnerschaft" in eine "strategische Union" weiterzuentwickeln. Eine zu schaffende "organische Allianz" zwischen EU und direkt unter russischer Kontrolle befindlichen "Strukturen" Eurasiens als "Union Europas" könnte dann auch "eine weltbeherrschende Macht" entwickeln.

Was meinten nun aber andere Figuren zum Begriff "Eurasien"? Der britische Geograph und Geopolitiker Halford John Mackinder verstand Eurasien zu seiner Zeit als eine vom menschlichen Hirn erdachte "Weltinsel", dies unter "Hinzunahme des afrikanischen Kontinents". Demnach würden dortige Rohstoff- (Gas, Öl, Metalle etc.) und Bevölkerungsressourcen (schlicht so genannt, von anderen auch "Humanressourcen" oder "Biomasse") des Gesamtgebietes die Beherrschung der "kontinentalen Randländer" ermöglichen und sukzessive auch des amerikanischen und australischen Kontinents.

Mackinders Beobachtungen der Entwicklung der Weltpolitik vor einigen Jahrzehnten nach glaubte er, dass die "atlantischen Mächte" durch den Ersten Weltkrieg nur knapp der Gefahr einer gefährlichen "Konzentration" entkommen sind. Hätte Deutschland seine gesamte Kraft auf die Beherrschung des Ostens, des "Herzlandes", konzentriert, hätte es von da aus die "Weltinsel" unter seine Kontrolle bringen und die Seemächte von der Landseite her ihrer Stützpunkte berauben können. Mackinder sprach damals die Prophezeiung aus, ohne Projekte wie EU oder Eurasische Union zu kennen, dass diese Gefahr "nicht für alle Zeiten gebannt" sei.

In seinem Buch: "Die einzige Weltmacht", welches recht "frei verfügbar" für die Öffentlichkeit gemacht und sogar ins Deutsche übersetzt wurde, meinte der aus Polen stammende Zbigniew K. Brzezinski als in den USA aktiver Globalstratege und Politikwissenschaftler bezugnehmend auch auf "Eurasien" vor der Jahrtausendwende: "Eine Macht, die Eurasien beherrscht, hätte die Kontrolle über zwei der drei fortschrittlichsten und wirtschaftlich produktivsten Regionen der Welt. Ein Blick auf die Landkarte reicht aus, um zu erkennen, dass die Kontrolle über Eurasien fast automatisch die Unterordnung Afrikas mit sich brächte, was die westliche Hemisphäre und Ozeanien gegenüber dem zentralen Kontinent der Erde geopolitisch an den Rand drängen würde".

"Etwa fünfundsiebzig Prozent der Weltbevölkerung leben in Eurasien, und die meisten Reichtümer der Erde befinden sich ebenfalls dort, sowohl was Unternehmen als auch Bodenschätze anbelangt. Eurasien erwirtschaftet sechzig Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts und besitzt etwa Dreiviertel der bekannten Energiereserven der Erde ... Der weltweite Energieverbrauch wird in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten enorm zunehmen. Schätzungen des amerikanischen Energieministeriums gehen [zum Zeitpunkt vor der Publikation] davon aus, dass die Nachfrage zwischen 1993 und 2015 um mehr als fünfzig Prozent steigen wird, wobei die größte Zunahme im Fernen Osten zu erwarten ist".

Daneben schrieb er auch über die alten Planungen zwischen Hitler/Stalin: "Eurasien ist somit das Schachbrett, auf dem sich auch in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird. Erst 1940 hatten sich zwei Aspiranten auf die Weltmacht, Adolf Hitler und Joseph Stalin, expressis verbis darauf verständigt (während der Geheimverhandlungen im November jenes Jahres), dass Amerika von Eurasien ferngehalten werden sollte. Jedem der beiden war klar, dass seine Weltmachtpläne vereitelt würden, sollte Amerika auf dem eurasischen Kontinent Fuß fassen. Beide waren sich einig in der Auffassung, dass Eurasien der Mittelpunkt der Welt sei und mithin derjenige, der Eurasien beherrsche, die Welt beherrsche".

"Das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung Asiens übt bereits jetzt großen Druck aus, neue Energiequellen zu erforschen und zu nutzen ... Darüber hinaus sind sie [die zentralasiatischen Republiken] im Hinblick auf die Sicherheit und die historischen Ziele für mindestens drei ihrer direkten und mächtigeren Nachbarn von Bedeutung, nämlich für Russland, die Türkei und den Iran, wobei China ebenfalls ein zunehmendes politisches Interesse an der Region signalisiert". Doch die eurasischen Balkanstaaten seien unendlich wichtiger als jeder mögliche ökonomische Preis: "In der Region gibt es eine gewaltige Konzentration von Erdgas- und Ölreserven neben großen Mineralvorkommen, einschließlich Gold".

In dem Buch "Der neue Kalte Krieg" (Follath, Jung) zitierte man einen "Eurasien-Direktor" der nebulösen Carnegie-Stiftung mit den Worten, wonach Russland immer mehr dazu in der Lage sein würde, "jenseits seiner eigentlichen Gewichtsklasse zu boxen". Dies bezogen auf die Kontrolle über Rohstoffe wie u.a. Gas und Erdöl. Der als "Russland-Experte" vorgestellte J. Fedorow vom noch nebulöseren Think Tank "Chatham House" meinte entsprechend: Das 21. Jahrhundert werde durch einen Krieg um die Ressourcen geprägt sein. Offenbar spielte man hier auch auf alte russische Traditionen an, indem es mit Blick auf die Konkurrenz heißt: Wenn du viele Ressourcen hast und ich brauche sie, dann kann ich mein Gewehr nehmen und sie dir wegnehmen.

 

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