Psychologie: Abwehrmechanismen (König)


Buch

Aus dem Bereich Psychologie kann mit Blick auf das spezielle Feld der Abwehrmechanismen das gleichnamige Buch von K. König empfohlen werden, welches die psychische Abwehr recht detailliert beschreibt. Diese besondere Abwehr richte sich von Beginn des Lebens eines Menschen gegen Dinge, die ihm Unlust oder Angst bereiten können. An dieser Form der Abwehr sei nichts zu sehen, das ein krankhaftes Bild ist, denn jeder als normal klassifizierte Mensch habe diese Abwehrmechanismen, um z.B. das eigene Sicherheitsgefühl stärken zu können. Ein anderes Thema seien aber krankhafte Erscheinungen, wie die Herausbildung neurotischer Zwangshandlungen und damit verknüpfter Irritationen. Die verschiedenen in bewusster und auch unbewusster Form durch Menschen entwickelten Mechanismen der psychischen Abwehr, welche das eigene Erleben bestimmen, fächert der Autor anhand von beispielhaften Situationen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Psychotherapie auf.

Mit der Begrifflichkeit des "Abwehrmechanismus" wird, mit Blick auf die tiefenpsychologischen Forschungen, eine Herausbildung von bestimmten Verhaltensweisen beschrieben, die das "Ich" einer Person betreffen. In diesem Zusammenhang gilt auch dies für die neurotischen Züge, damit Individuen möglichst mit ihrer "Neurotisierung" zurechtzukommen glauben. Der Lehre nach könne durch die Neurose eine Verdrängung in das Unbewusste stattfinden, was zu unterdrückende Tendenzen angeht. Durch diese unternommene künstlich auferlegte Verdrängung kann jedoch nicht verhindert werden, dass die "unerwünschten Gedanken" wieder zurück in die als normal angesehene Gedankenwelt spiegeln. Durch die gebildeten psychischen Mechanismen zur Verdrängung der "schlechten Gedanken" könnte somit eine die Situation des Betroffenen noch verschlimmernde Lage entstehen. Eine kurze Beschreibung hierzu kann bei einer anderen Vorstellung des Buches "Neurotische Konfliktverarbeitung" von S. Mentzos durchgelesen werden.

Nach Freud beschrieb man die Mechanismen als jene der Regression, Verdrängung, Konversion, Substitution und Überkompensation. Aber auch die Rationalisierung könnte je nach gelagertem Fall mit hineinspielen sowie die Außenprojektion insbesondere, die Umkehr von Aggression, d.h. eine aufgebaute Selbstaggression, die verzerrte Ich-Identifizierung und Sublimierung. Aus psychoanalytischen Beobachtungen ging hervor, dass die durch einen Patienten aufgebauten Abwehrmechanismen, zumindest fürs erste, eine Erleichterung bedeuteten. Doch sehr häufig konnte in der Verkettung der sich aufladenden Wechselkoppelungen auch beobachtet werden, dass in Wirklichkeit der Leidensdruck stetig zugenommen hätte. Dadurch entstünde ggf. eine mehrfache Verdeckung der eigentlichen Ursache(n), was für den Psychologen weitaus mehr Arbeit bedeutet, an diesen "Ursprung des Leidens" anzudocken bzw. diesen erst einmal aufzuspüren. Es wurden dazu Scheinursachen oder auch nicht wirklich relevante Probleme sekundärer Art geschildert.

In Schriften zum Thema ging man bezgl. der herausgebildeten Abwehrmechanismen auch auf den Zusammenhang zum "abweichenden Verhalten" ein. Bei dieser Beschreibung handelt es sich um das als normal verstandene Verhalten von Individuen - wenn ein solches sich gesamtgesellschaftlich in ein entsprechendes Umfeld einfügt und anpasst. Das "abweichende Verhalten" von Leuten, die nicht in einem jeweiligen Umfeld dem allgemeinen Durchschnitt entsprechend auftreten wollen oder können, so hieß es zum Beispiel, würden in solchen Umfeld-Situationen, die durch einen vorgegebenen Normrahmen gekennzeichnet sind, sich durch eigenen innerlichen Zwang anzupassen pflegen, wodurch sie die in ihrer Gedankenwelt vorhandenen negativen Strömungen versuchen auszuschalten, um in dieses für sie wahrnehmbare Umfeld möglichst gut hineinzupassen, ohne also groß auffällig aus der Masse herausstechen zu wollen. Es gibt auch Leute, die so etwas bewusst wollen, was jedoch wieder ein anderes Thema ist.

Unterscheiden könne man in verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel auf Arbeit müsse dieses oder jenes Verhalten künstlich aufgetragen werden, in den eigenen vier Wänden, d.h. im privaten Umfeld, sei es so, dass die auf der Arbeitsstelle unterdrückten Gedanken und Handlungen, welche nicht ausgelebt und daher verdrängt wurden, dass man sie "recht frei" ausleben könne. In der Konsequenz betrachtet kann ggf. dasselbe Verhalten sowohl ein als "abweichendes" aber auch als ein "konformes" betrachtet werden, je nach gesellschaftlichem Umfeld und die darin eingebettete Person. Optional hierzu könnte als Ergänzung zu diesem Buch von König noch passende Querliteratur bezogen werden, die näher auf die gespaltene Persönlichkeit und narzisstische Störungen eingeht. Das vorgestellte Buch "Abwehrmechanismen" des Autors Karl König kann in der aktuell 4. Auflage aus dem Verlag Vandenhoeck und Ruprecht mit über 139 Seiten unter der ISBN 978-3525456071 oder direkt über das Internet unter der folgenden Quelle bezogen werden:

Hier: Abwehrmechanismen (K.König - 2007)

 

Andere interessante Bücher entdecken:

Das Ich und die Abwehrmechanismen (Neuauflage 2012), Autor: Anna Freud, Fischer Taschenbuch Verlag, ISBN: 3596420016, 176 Seiten

Neurotische Konfliktverarbeitung (Jahr 1984), Autor: Stavros Mentzos, Verlag: FISCHER Taschenbuch, ISBN: 978-3596422395, mit 336 Seiten

Lehrbuch der Psychodynamik: Die Funktion der Dysfunktionalität psychischer Störungen - Verlag: Vandenhoeck u. Ruprecht, ISBN: 352540123X

Überleben oder Leben: Vom Umgang mit dem inneren Kritiker in schwierigen Zeiten - Autor: Avikal E. Costantino, ISBN: 978-3936360417, 176 Seiten

Interpersonale und institutionalisierte Abwehr (Neuausgabe) - Autor: Stavros Mentzos, Verlag: Suhrkamp, ISBN: 978-3518283097, mit 173 Seiten

  
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