Neue Wunderwaffe gegen Narzissten?


(C) mats eye, 2012, Bild: flickr (CC BY 2.0)

Forscher aus der narzisstischen US-Gesellschaft hätten nun ein passendes Werkzeug (laut) Spiegel zur Hand, um großflächig Narzissten entlarven zu können. Man müsse jene Figuren einfach nur direkt danach fragen, ob sie "Narzisst" seien - etwa auch solche (Kaliber) oder die (Selfies) - vorausgesetzt sie wissen, was das Wort denn überhaupt bedeutet. Die heilige Frage an Personen würde lauten: "Wie sehr stimmen Sie der Aussage zu: Ich bin ein Narzisst?", wobei als ergänzende Anmerkung angefügt worden sei, dass jene: "selbstbezogen, geltungsbedürftig und eitel" wären - worin bereits eine hinter-gelagerte Manipulation alla "Reid-Methode" liegen könnte. Doch der "Trick" funktionierte wohl insgesamt gut und erspare zudem einen, laut "Spiegel", "Psychotest". Nach der vollzogenen Großuntersuchung sei ein beteiligter Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen: "Menschen, die bereit sind zuzugeben, dass sie narzisstischer sind als andere, sind wohl tatsächlich besonders narzisstisch". Man kann also gespannt darauf sein, wie sich möglicherweise ebenso offen in naher Zukunft Individuen aus der (Politkaste) äußern könnten. "Narzissmus" lässt sich nicht auf eine besondere Störung der Persönlichkeitsentwicklung beschränken, sondern beschreibt (eine) seelische Grundverfassung des Menschen. Von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen ist meist dann die (Rede), wenn ein Bedürfnis nach Liebe, Bewunderung und Anerkennung auf krankhafte Weise übersteigert wird - betroffene Individuen haben sehr oft in ihrer frühen Entwicklung zu wenig wirkliche Liebe erfahren. Jene versuchen das entstandene Defizit auf unterschiedliche Art und Weise auszugleichen, häufig aber ohne eine Erlösung des Dramas real erreichen zu (können). Der narzisstische Störungsgrad kann von leichten Formen gestörter Selbstliebe, die im Alltag kaum bemerkt werden, bis hin zu Fällen schlimmster krankhafter Charakterveränderungen variieren.

Allgemeiner Anhang:

Von einem überhöhten Selbstwert kann zum Beispiel dann gesprochen werden, wenn die Selbsteinschätzung einer Person "extrem positiv" gelagert ist und über die eigentlich realen Fähigkeiten und Eigenschaften hinausgeht. Um Liebe oder Aufmerksamkeit zu erlangen und den eigenen Willen durchzusetzen, schreckt der entsprechend geformte Typus oft vor nichts zurück - jene Figuren sind geübt darin zu manipulieren, kontrollieren, täuschen, intrigieren, schikanieren oder andere zu verführen. Im entsprechenden Stadium hält sich der Narzisst für allmächtig, er beherrsche sein Metier und sein Umfeld umfänglich, welches sich natürlich ganz nach den eigenen Bedürfnissen zu richten hat. Und genau das macht solche Individuen so gefährlich. In leitenden Positionen können sie teils große Schäden anrichten. Von Ärzten und Krankenpflegern, die sich zu Richtern über Leben und Tod aufschwingen bis hin zu korrupten Beamten, welche aus ihrer narzisstischen Position heraus andere dominieren wollen. Solche Narzissten bauen ihre Welt häufig jedoch nur auf Schein auf, in der sich möglichst alles und jeder dem ureigenen Interesse unterzuordnen hat. Lob und Anerkennung braucht jene Persönlichkeit genauso sehr wie die Luft zum Atmen. Sollte eine narzisstische Persönlichkeit auch noch von einer intensiven pathologischen Aggression beherrscht werden, kann dies die Ausbildung einer Grandiosität in Verbindung mit Skrupellosigkeit, Sadismus oder Hass zur Folge haben und damit (zum) Syndrom des sog. "malignen Narzissmus" führen.

Ausgeprägte Narzissten (neigen) häufig dazu, einen Bezug zu ihrer Umwelt dadurch zu erreichen, dass sie Macht über sie erlangen wollen. Es ist ihnen jedoch nur möglich eine gewisse Einheit herzustellen, während jedes Gefühl echter Integration dabei zerstört wird. Von einigen Autoren (hieß) es, dass man in der heutigen Gesellschaft eine sich in den vergangenen Jahren anziehende Tendenz hin zu mehr Individualismus, Leistungsstreben, Konkurrenzdenken und damit auch zunehmendem Narzissmus feststellen konnte. Andere gingen davon (aus): "Die heutige westliche Kultur gilt gemeinhin als von expressivem Individualismus geprägt [...] zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Menschen dazu neigen, sich selbst göttliche Charaktereigenschaften zuzuschreiben [...] Die Betroffenen träumen davon, Gott gleich zu werden, ihr Selbstbild ist aber viel zu fragil, als dass diese Versuche auch zum Erfolg führen könnten".

Durch virtuelle Spielereien konnte der Narzissmus regelrecht (aufblühen). Wohl auch deshalb hatten nicht ohne Grund zahlreiche Autoren eine grassierende Narzissmus-Epidemie heraufziehen sehen - deren bizarre Überhöhung häufig zudem in Allmachtsphantasien von esoterischem Hokuspokus begleitet wird. Die narzisstische Aufwertung im "virtuellen Raum" steht in argem Kontrast zur nüchternen Alltagsrealität und (gerät) heute immer mehr zum rettenden Fluchtpunkt für zahlreiche Individuen. Außerhalb dieses (Rahmens) nutzen Narzissten die Möglichkeiten des: Körper-, Jugend- und Schönheits-Kults, medialen Voyeurismus, zunehmende Manipulationen am eigenen Körper wie ästhetische Operationen oder Piercings und so weiter. Narzisstische Störungen sind ebenso in unterschiedlicher Form der Ausprägung im Berufsleben anzutreffen. Mit Blick z.B. auf den Journalismus (wurde) herausgestellt, dass jenes Berufsfeld "sowohl Narzissmus fördert als auch narzisstisch bedürftige Berufsanfänger anzieht, denn für Journalisten ist es möglich, sich erstens durch den Umgang mit Eliten aufzuwerten und zweitens ihre eigenen Produkte [...] narzisstisch zu besetzen".

Der Verlust von Solidarität, die (Zunahme) der Vereinzelung sowie ökonomische Fehlentwicklungen allgemein auch durch Egoismus und Gier gehören mittlerweile zum "Standard". Meist erst "gravierende Veränderungen" der eigenen Lebensumstände, wie zum Beispiel die Pensionierung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennung der Ehe könnten einsichtserzwingenden Charakter hervorbringen, (womit) jene künstlich erschaffenen Strukturen zusammenbrechen könnten, die das überhöhte Selbst gestützt haben, was meist aber Depressionen auslöst. Wenn bei Individuen das narzisstische Größenselbst als wichtigste Abwehrstrategie ins Wanken gerät und die emotionalen Prozesse der Abspaltung nachlassen, könnten Empfindungs- und Wahrnehmungsfähigkeit möglicherweise wieder (zunehmen).

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