Athen: Entschädigung für NS-Verbrechen gefordert


(C) Paul, 2008, Bild: flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Berichten nach forderten kürzlich erneut Individuen in Griechenland im Rahmen einer Demonstration in Athen von Deutschland eine Entschädigung für begangene Verbrechen aus Zeiten der Nazi-Herrschaft. Es seien ebenfalls Personen aus Deutschland beteiligt gewesen, die mit griechischen Bürgern vor Ort die Forderungen unterstützten. Die Demo spielte sich Medienberichten zufolge vor der Deutschen Botschaft (in GR) ab. Man forderte unter anderem, wie auf Transparenten zu lesen war, eine "sofortige Entschädigung für die griechischen Opfer der Nazi-Verbrechen". Es solle endlich "Gerechtigkeit und Wiedergutmachung" geschehen. Man erinnerte bei der Veranstaltung auch an ein Massaker in der zentralgriechischen Ortschaft Distomo (ex), wo im Juni des Jahres 1944 laut Wikipedia Individuen der 4. Polizei- Panzergrenadier-Division der SS gewütet hatten. Das Dorf wurde niedergebrannt (ex), zahlreiche Zivilisten ermordet, Frauen teils brutal vergewaltigt und auch auf Kinder wurde keine Rücksicht genommen. Man behandelte sie offenkundig wie Vieh, wobei natürlich Distomo damals nicht der einzige Ort gewesen war, der unter solcher Bestialität zu leiden hatte. Die Verbrechen dort hatten nicht nur das Datum mit dem Massaker von Oradour gemeinsam, Vergeltungsaktionen liefen folgenden Darstellungen nach fast alle nach dem gleichen Muster ab, ob nun in Oradour, Lidice, Distomo, Kalavrita oder Kommeno (hier).

Laut einem Bericht von FOCUS hatte die deutsche Bundesregierung erneute Forderungen nach Reparationszahlungen an Griechenland abgelehnt gehabt und diese Position "bekräftigt". Der Regierungssprecher Seibert verkündete demnach, dass sich zumindest an der "rechtlichen Bewertung" nichts geändert habe (hier). Folgender Autor schrieb zur Thematik: "Deutschland hat standhaft die Zahlung verweigert [...] Deutsche Beamte veröffentlichen Aussagen wie: Es gibt keine Rechtsgrundlage für Griechenland Reparationen von Deutschland zu verlangen" (mehr). Aus den "Geschehen" vom 10. Juni 1944 in Distomo gäbe es keine Schadensersatz- oder Entschädigungsansprüche gegen das Deutsche Reich, für die die Bundesrepublik Deutschland einzustehen hätte (ex). Teil der von Deutschland betriebenen Ausplünderung der besetzten Länder waren folgenden Angaben nach unter anderem aber auch Zwangsanleihen, die den Banken, Unternehmungen und Zentralbanken der betroffenen Staaten aufgezwungen wurden (ex).

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