Estland/Militär: Ground Master Radare eingeweiht


(C) mararie, 2005, Bild: flickr (CC BY-SA 2.0)

In Estland, im nördlichen Baltikum - als Mitglied auch der NATO, hatte man kürzlich im Rahmen der größten Militärparade seit der Unabhängigkeit, nach der Selbstauflösung der Sowjets, nun auch das mobile Radarsystem Ground Master aufgefahren. An der Parade von Pärnu (eine Hafenstadt die in 1251 vom Deutschen Orden [auch bekannt als Deutschritterorden] gegründet worden war) nahmen laut der Baltischen Rundschau Personen der Verteidigungsstreitkräfte, der sog. Verteidigungsliga und Polizeien teil.

Ebenfalls hatten im Rahmen der Feierlichkeiten Truppen aus den mit Estland verbündeten Nationen ihr "Debüt" gegeben. Den Angaben nach seien es Soldaten aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Großbritannien (UK), Lettland, Litauen oder auch Dänemark gewesen. Bei der größten Militärparade fuhr auch erstmals die Kompanie mit Sisu XA-180 gepanzerten Fahrzeugen vor, also eine militärische, sechsrädrig-allradgetriebene, amphibische Transportpanzerserie des finnischen Fahrzeugherstellers Sisu Auto, die durch Wehrpflichtige betrieben worden sei.

Aus Estland teilnehmende Strukturen aus den genannten Bereichen erreichten die Anzahl von rund 1400 männlichen und weiblichen Personen, welche dreizehn Kompanien, elf Züge und zwei aufgefahrene Orchester repräsentierten. Neben den Sisu Schützenpanzern konnte man bei der Parade ebenfalls 155 und 122 mm Haubitzen in Augenschein nehmen, zudem Luft-Boden-Raketen (Mistral), ZU-23-2 Flugabwehrkanonen, Antipanzerraketen, 120 und 81 mm Granatwerfer, 90 mm Panzerabwehrkanonen, das bereits angemerkte mobile Radarsystem Ground Master, drei Robinson 44 Helikopter, zwei An-2 Mehrzweckflugzeuge, zwei L-39 Albatros Jets und zwei US F-15 Kampfflugzeuge.

Auch in Deutschland war der Name "Ground Master" in der nahen Vergangenheit immer wieder gefallen. So sei etwa kürzlich die frisch modernisierte Radaranlage Oberbalbach-Löffelstelzen an die Luftwaffe übergeben worden, wie man in der Regional-Publikation von FnWeb schrieb (mehr). Im Rahmen der Modernisierung sei die vormals im Einsatz befindliche Anlagentechnik, durch ein aufgelegtes Beschaffungsprogramm für "Aktives Radarrundsuchgerät für den Einsatzführungsdienst" (ARED), durch das neue System "Ground Master 406 F" zum Gerätestückpreis von 21 Millionen Euro abgelöst worden. Weitere Feierlichkeiten gab es im Februar, als am deutschen Standort Lauda-Königshofen ebenso die Übergabe des Aktiven Radarsuchgeräts Einsatzführungsdienst Luftwaffe (ARED) stattfand. Das erste System (Auenhausen) wurde rückblickend bereits im Juli vergangenen Jahres (2013) übergeben (mehr).

Bei der Online-Publikation von "Bundeswehr Journal" berichtete man im September 2013 zur Thematik: Fähigkeitslücke "Luftraumüberwachung" schließt sich. Demnach soll das neuartige Phased-Array-Prinzip die alte Hochfrequenztechnik ablösen und das Projekt "ARED" (Aktives Radarrundsuchgerät für den Einsatzführungsdienst) werde in 2015 abgeschlossen. Die offiziellen Gesamtkosten für das Projekt betrügen Medienberichten zufolge etwa 100 Millionen Euro (mehr). Die komplette Umrüstung der entsprechenden militärischen
Radaranlagen in Deutschland solle auch laut Informationen des "Westfalen-Blatts" in 2015 abgeschlossen sein (mehr). Seitens der Thales-Group hieß es zur Aufrüstung in diesem Bereich, es handele sich um einen Technologiesprung für die "Luftraumüberwachung". Das neue Radarsystem, Ground Master 406F, sei ein militärisches digitales 3D-Luftraumüberwachungsradar und es biete auch eine Zielerfassung von geringe bis sehr große Flughöhen bei einer wesentlich geringeren Störanfälligkeit als vergleichbare Systeme (mehr).

In der Ausarbeitung "Vom Radarführungsdienst zum Einsatzführungsdienst" berichtete man im Jahr 2011 allgemein zur Thematik: "Die Entwicklung der Radareinheiten der Luftwaffe seit 1990", dass das Hughes Air Defence Radar, RRP-117 und Ground Master 400 über phasengesteuerte Antennen verfügen, die ihre Impulse nicht gleichmäßig mit der Antennendrehung in den Luftraum abstrahlen (mehr). In einer Pressemeldung des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie vom November vergangenen Jahres hob man hervor: "Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den deutschen Behörden, der deutschen Luftwaffe, Thales und Thales Raytheon Systems war eine entscheidende Voraussetzung für die Erreichung dieses wichtigen Meilensteins im deutschen Radarprogramm" (mehr). In einem anderen Bericht von Anfang 2013 (15.1.) hieß es, dass auch die finnische Luftwaffe ihr erstes Luftraumüberwachungsradar vom Typ GROUND MASTER 403 von Thales Raytheon Systems offiziell übernommen hatte. Bis Ende des Jahres 2015 sollen hier alle zwölf, im April 2009 bestellten, Radarsysteme ausgeliefert sein (mehr).

Auch interessant:

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte