Banken: RBS forciert Job-Kahlschlag


(C) Elliott Brown, 2009, Bild: flickr (CC BY 2.0)

Wie es nach durchgesickerten Informationen von "Insidern" heißen soll, wolle man seitens der RBS (Royal Bank of Scotland) bis zu 30.000 Arbeitsstellen streichen. Das internationale Geschäft wie auch das Investment-Banking sollen Informationen des Wall Street Journals zufolge reduziert werden. Neben dem Job-Kahlschlag werde man zudem die bereits beschlossenen Verkäufe von diversen Geschäftsbereichen umsetzen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters habe RBS derzeit rund 120.000 Beschäftigte.

Auf der anderen Seite berichtete Handelsblatt zur Thematik: RBS-Chef Ross McEwan weist Berichte über Job-Kürzungen zurück. Derartige Berichte bezeichnete man als "frustrierend und verunsichernd". Vor dieser Meldung hatte die Financial Times geschrieben, die RBS wolle sich aus den Märkten in den USA und Asien so gesehen fast komplett zurückziehen. Eine nicht näher dargestellte Person habe erfahren, dass in den kommenden Jahren von den rund 120.000 Mitarbeitern etwa ein Viertel entlassen werden könnten.

Der Konzernchef Ross McEwan (ein Neuseeländer) hatte laut älteren Berichten von vor einigen Wochen dargestellt, man wolle das Kreditinstitut durch Verkäufe von Geschäftsbereichen und Stellenstreichungen wieder flott machen. McEwan hatte im Oktober 2013 die operative Leitung bei der RBS übernommen. Er war im September 2012 von der Commonwealth Bank of Australia zur RBS gekommen. Jene letztgenannte hatte rückblickend im vergangenen Jahr angekündigt, man werde die Gründung einer internen Bad Bank forcieren.

Mit diesem Schritt sollen problematische Papiere im Umfang von, laut Medienberichten, rund 38 Milliarden britischen Pfund (etwa 45 Milliarden Euro) abgewickelt werden. Die britische Regierung forderte zuvor noch ein, dass die giftigen "Anlagen" binnen drei Jahren abgebaut werden müssten - entsprechend solle die RBS weitere hohe Verluste in Kauf nehmen. Als Zwischenzielmarke wolle die Regierung bis zu den kommenden Wahlen Kapitalanteile durch Privatisierungen zurückerhalten, berichtete die Publikation "Spiegel" Anfang November 2013.

Zur Thematik der Entlassungen hatte nicht nur das Wall Street Journal, Reuters oder auch Financial Times berichtet - sondern ebenso die britische Zeitung "The Telegraph". Diese sprach von mehr als 20.000 der insgesamt rund 120.000 Angestellten, welche in den kommenden Jahren ihren Job verlieren könnten. Der RBS-Chef Ross McEwan stehe "unter Druck" die Großbank wieder zurück in die schwarzen Zahlen zu führen, hieß es. Die RBS war in der Finanzkrise größtenteils verstaatlicht worden und seit der Finanzkrise wurden schon fast 40.000 Stellen abgebaut.

McEwan gab kürzlich noch bekannt: "Mein Ziel ist es nicht, die größte Bank der Welt zu leiten. Mein Ziel ist es, die beste Bank in Großbritannien zu leiten - unabhängig von der Größe". Ende Januar laufenden Jahres hatte man vor weiteren Milliardenrückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzforderungen gewarnt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr der RBS drohte der höchste Verlust seit dem Jahr 2008. Die RBS hatte sich mit Blick auf die USA in einem US-Hypothekenstreit vor wenigen Tagen noch laut Medienberichten auf einen Vergleich und die Zahlung von 275 Millionen US-Dollar einigen können.

Für sog. Rechtsrisiken und Regress-Forderungen hatte man Ende Januar laut Reuters Rückstellungen in Höhe von 3,1 Milliarden Pfund (rund 3,7 Mrd. Euro) gebildet. Laut Bloomberg hatte die RBS im Rahmen interner Untersuchungen (Manipulationen an Devisenkursen) bereits den dritten Devisenhändler suspendiert. Im September laufenden Jahres stimmt man in anderen Belangen seitens der Schotten über die Unabhängigkeit ab. Laut der britischen Regierung würde Schottland bei einer Unabhängigkeit wohl seine größte Bank (RBS) verlieren, da diese dann nach London umzieht, wie der britische Minister Vince Cable zu verstehen gab.

  
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