Iran sendet Kriegsschiffe in den Atlantik


(C) marjoleincc, 2009, Bild: flickr (CC BY-SA 2.0)

Russland, Brasilien, Indien, China und Südafrika sind bereits Mitglieder der BRICS. Indonesien und die Türkei könnten ebenfalls Mitglied werden, während in der Vergangenheit Ägypten, Nigeria, Syrien oder auch der Iran Interesse zeigten, sich dem BRICS-Block anzuschließen. Die Hauptstaaten hatten sich vor einiger Zeit noch auf die Errichtung u.a. einer neuen Weltbank geeinigt, im südafrikanischen Durban schlug man eine neue Weltwährung und eine sozialistische Weltregierung vor, was einhergehen soll mit einer radikalen Neustrukturierung der "menschlichen Zivilisation". Daneben machte man schon in 2012 deutlich, also vor den sog. Enthüllungen des Snowdens (der in Russland abgetaucht ist), es solle der Bau eines etwa 28.400 Kilometer langen Glasfaserkabels umgesetzt werden, um so Internetverbindungen zwischen den BRICS zu schaffen. Um es kurz zu machen, professionelle Analysten nennen die BRICS auch den "neuen kommunistischen Block".

Um auf den Iran zu kommen, heißt es laut US-Medien, dieser würde Kriegsschiffe an die US-amerikanische Seegrenze im Atlantik entsendet haben. Damit reagiere man offiziellen Darstellungen zufolge auf die Präsenz von auch US-Schiffen vor der eigenen Haustüre. Die Informationen wurden durch die iranisch-staatliche Nachrichtenagentur Irna (Islamic Republic News Agency) verbreitet, welche sich auf Äußerungen des Befehlshabers der nördlichen Marine-Flotte, Admiral Afschin Resaji Haddad beruft. Schon im vergangenen Monat (Januar 2014) gab es Berichte, wonach ein Zerstörer und ein „Hubschrauberträger“ zu einer dreimonatigen Mission aufgebrochen sei. Laut Haddad wäre die Entsendung als eine "Botschaft zu bewerten".

Der Atlantik ist neben dem Pazifik wohl insgesamt ein heißes Gewässer. In 2008 hieß es bspw. laut FAZ: Zwei Atom-U-Boote (UK/FR) im Atlantik kollidiert (mehr). In 2013 soll noch das deutsche U-Boot U32 beim internationalen Manöver "Westlant Deployment" an der US-Ostküste aufgekreuzt sein (mehr). In 2012 gab es nebulöse Berichte im Zusammenhang mit: Projektion des iranischen EMP-Angriffs auf Amerika. Bei einem solchen Angriff (Elektromagnetischer Puls) würden etwa 90 Prozent der Menschen im Land angeblich binnen 18 Monate tot sein. Ein Video wurde beispielsweise hier veröffentlicht (mehr). Ein passender Bericht zur Thematik kann unter dem Titel "NUCLEAR ELECTROMAGNETIC PULSE AND POST EMP COMMISSION ISSUES" [A] gelesen werden (mehr PDF). Anmerkung: Die USA hatten in 2013 angeblich laut deutschen Medien eine neue "Hightech-Waffe" getestet. Darüber berichtete u.a. das Magazin FOCUS online: US-Marine will Laserkanone vor Irans Küste testen (mehr).

Der US-amerikanische Kongressabgeordnete Kurt Weldon wird in dem Dokument (A) zitiert (Hearing July 2004): "Die EMP-Bedrohung ist real, sie ist signifikant und wir sind weitgehend [laut damaligem Stand] unvorbereitet". Die Frankfurter Rundschau berichtete in 2012 noch: Israel erwägt EMP-Angriff auf Iran (mehr). Im gleichen Jahr gab es Berichte: Weltuntergang für den Iran? USA testen EMP-Bombe (mehr) – Codename sei: CHAMP (rechts unter "Suchen" eingeben). Iran und die EMP-Bedrohung lautete der Titel einer Meldung in 2011. Ein solches Ereignis, des elektromagnetischen Impuls-Angriffs über der Atmosphäre der Vereinigten Staaten, wäre "verheerend" (mehr).

In 2011 schrieb der Autor Paul McGuire unter dem Titel "Israel, Iran, Harmagedon und der kommende Gog-Magog-Krieg" unter anderem, nicht näher dargestellte "Militärische Denkfabriken" würden vermuten, dass "einem Angriff auf den Iran ein sofortiger Gegenanschlag von Seiten der islamischen Republik folgen wird". Es könnten im Verlauf entsprechender Attacken Ölfelder, Raffinerien und Entsalzungsanlagen „in Flammen aufgehen“. Der Autor glaubte zu wissen, dass ein Angriff auf den Iran auch Russland dazu veranlassen könnte, in den Konflikt einzugreifen. Ebenfalls sei China von dem Öl im Persischen Golf abhängig und könnte sich laut McGuire "in den Konflikt einschalten". (Auch interessant: Operation Brimstone - Jahr 2008)

Zudem berichtete er bereits damals in 2011 davon, dass ein "hoher iranischer Marine-Kommandant" planen würde, iranische Kriegsschiffe in den Atlantischen Ozean auszusenden - hier wurde der "Golf von Mexiko" genannt. Iran baute damals auch seine Präsenz in Südamerika auf und sei überdies mit der Regierung von Hugo Chavez (mittlerweile verstorben) in Venezuela verbündet. (In anderen Belangen hieß es im November 2013: China und Brasilien als neue maritime Achse?)

Auch hätte die Hisbollah eine Präsenz in dem "schmutzigen Dreieck" Argentinien, Brasilien und Paraguay. Die iranische Agentur IRNA meinte im März 2013: Iranische Marine bald auch im Atlantik. Schon in den Vorjahren habe man bereits die Präsenz der eigenen Kräfte in den internationalen Gewässern erhöht, um so Seewege zu schützen und die Sicherheit für iranische Handelsschiffe und Tanker zu gewährleisten (mehr im Verlauf hier).

Der Autor Steven O'Hern meinte in seiner Publikation (Buch) mit dem Titel: "Iran's Revolutionary Guard" (Irans Revolutionsgarde), erschienen in 2012 unter anderem (weiterer Verlauf siehe Buch): Tausende von Meilen nördlich und viel näher an der US-Küste sei es der Iranischen Revolutionsgarde vor geraumer Zeit schon gelungen, in [ähnlicher Weise wie woanders] in Nicaragua einzusickern, ohne Visum, mit freundlicher Genehmigung der Daniel Ortega-Regierung (der amtierende Präsident von Nicaragua).

Hier ging es unter anderem auch um ein karibisches Küstengebiet mit dem Namen "Monkey Point" (der Standort eines geplanten Tiefwasserhafens). Der Hafen stehe im Zusammenhang mit einem geplanten Korridor von Rohrleitungen, Schienen und Autobahnen, um die Atlantik- und Pazifikküste von Nicaragua zu verbinden. Allgemeine Anmerkung: Im Zusammenhang mit dem Panamakanal hieß es kürzlich noch: Ausbau gestoppt (mehr). Bezüglich des Nicaragua-Kanals hieß es vor wenigen Wochen: Geplanter Baubeginn wohl in 2014 (mehr).

In einem im April 2012 verfassten Bericht des US-amerikanischen DoD (Pentagon) hieß es, dass sich die Iran-Strategie (damals im Vorjahr) nicht wesentlich geändert hatte. Unter anderem zielte man vermehrt auf die diplomatische Schiene, um eigene Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen mit anderen Nationen, insbesondere den Mitgliedern der Blockfreien-Bewegung in Lateinamerika und Afrika, zu forcieren. Unter anderem angemerkt wurde, dass Iran mit militärischem Einsatz drohte, wegen der Irritationen in der Straße von Hormuz, was wohl auch im Zusammenhang mit den Sanktionen stehen mag.

Im weiteren Verlauf werden auch Terroranschläge gegen US-Interessen angeführt, was entsprechend durch die Finanzierung und paramilitärische Ausbildung von extremistischen Gruppen ermöglicht werden kann / wird. Schon damals machte man deutlich, dass die Iranische Revolutionsgarde auch materielle Unterstützung für Terroristen oder militante Gruppierungen wie HAMAS, libanesische Hisbollah, die palästinensische Islarnic Jihad oder auch irakische Schiiten-Gruppen leistete (mehr im Verlauf PDF).

In der Vergangenheit machte laut CNN der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, noch deutlich, dass man Irans Marine-Drohungen abwies, man könne die Aussagen nicht ernst nehmen. Der Pentagon-Sprecher George Little (zuvor CIA) meinte in 2011, Iran habe das Recht Schiffe in internationale Gewässer zu schicken - es sei jedoch eine andere Frage, ob man so etwas wie ein Projekt der "Seemacht" (u.a. durch Iran) anstrebe. Little meinte diesbezüglich, es sei etwas anderes, was gesagt wird, als das, was auch letztlich getan wird (mit Blick auf Irans Drohungen der Entsendung von Schiffen in den Atlantik).

Richard Herrmann , Direktor des Center for International Mershon Security Studies an der Ohio State University, meinte zur damaligen Zeit, die iranische Marine sei viel zu klein und das Militär hätte ein zu kleines Budget um längere Aktionen vor der US-Küste schieben zu können. Michael Connell (Iranian studies program at CNA) meinte, Irans Marine sei nicht dazu in der Lage unsere (USA) Küste zu erreichen, die iranische Ankündigung von 2011 wäre eine "bombastische Rhetorik". Das "Gehabe" des Irans sei eher für das eigene Publikum gedacht (mehr hier). Kritische Stimmen meinten damals, man müsse "das Gesamtbild" sehen, also die "Power" zusammengenommen von mehreren Ländern, welche potenziell "aktiv werden könnten".

Allgemeiner Anhang:

Der illustre Hans J. Morgenthau (ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Jurist deutsch-jüdischer Abstammung) meinte vor geraumer Zeit noch: "Aberglaube beherrscht noch immer unsere Beziehungen innerhalb der Gesellschaft. Das dämonologische Denk- und Handlungsmuster wurde nunmehr auf andere Felder menschlichen Handelns übertragen, die jener Art von rationeller Nachforschung und Handlung verschlossen sind, welche den Aberglauben aus unseren Beziehungen mit der Natur vertrieben hat. Wie es William Graham Summer sagte, "Die Menge an Aberglauben hat sich nicht sehr verändert, berührt jetzt aber die Politik, nicht die Religion." Das wiederholte Scheitern der Vereinigten Staaten, den polyzentrischen Charakter des Kommunismus zu erkennen und zu erwidern, ist das beste Beispiel für diesen Mangel. [...] Die amerikanischen Strategien in Asien und Lateinamerika stammen von dieser simplifizierenden Position. Der Vietnamkrieg und unsere Unfähigkeit, uns mit Festlandchina zu arrangieren, finden hier ihre Begründung".

Bei einem Treffen der sogenannten "BRICS-Staaten" (wie oben angemerkt aktuell: Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) in Neu-Delhi im März des Jahres 2012 verlautbarte der südafrikanische Handelsminister Rob Davies, die BRICS fühlten sich zwar an die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gebunden, "aber wenn es Sanktionen gibt, die einseitig von anderen Ländern verhängt wurden, sollten diese für uns nicht zwingend gelten".

Gleichzeitig warnte er davor, eine Reduzierung iranischer Ölexporte könne zu Versorgungsengpässen führen. In der Publikation "Iran versus USA: Geburtswehen einer neuen Weltordnung" meinten die Autoren, die Russische Außenpolitik sei ein "Gradmesser einer neuen Weltordnung". Während der forcierte Aufstieg Chinas und Indiens intensiv beobachtet wird, findet ein weiteres "BRICS-Land" oft weniger Beachtung, wenn es um die Verschiebungen der globalen Machtbalance geht - gemeint war Russland.

  
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