DE: Gauck will nach Russland


(C) Sebastian Hillig, 2009, Bild: flickr (CC BY-NC 2.0)

Gegenüber der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sagte der deutsche Bundespräsident Gauck, Mitautor des "SCHWARZBUCH DES KOMMUNISMUS", er wolle an seiner Staatsbesuchs-Reise nach Russland festhalten, die in absehbarer Zeit absolviert werden soll. An der Absage des Besuchs bei den russischen Olympischen Winterspielen in Sotschi hielt er jedoch fest. Andere nicht-russische Prominente wie Lady Gaga aus den USA riefen im vergangenen Jahr zum Boykott der Winterspiele auf. Die EU-Justizkommissarin bzw. Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding sagte ebenfalls ab (mehr).

Der CDU-Politiker Lothar de Maiziere, Vorsitzender des "Petersburger Dialogs", kritisierte Gauck nach seiner Sotschi-Absage (Dezember 2013). Für die neue politische Russlandkoordinierung in Deutschland ist übrigens kürzlich der SPD-Mann Erler eingesetzt worden (mehr). In der Rolle als Bundespräsident möchte Gauck in Russland über das reden, was "uns verbindet" und über das, "was uns noch trennt". In der Vergangenheit kritisierte Gauck die in Russland missachteten Menschenrechte, Zensur wie im Internet oder auch Terror gegen Journalisten. Zur Thematik Internet berichtete Heise-Online im Februar 2012 noch zu Gauck, dass dieser bizarre Anmerkungen machte.

Er wurde zitiert: "Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen". Nicht anders argumentiert KGB-Zar Putin in Russland, wobei dort die praktische Umsetzung in Belangen fabulierter potenzieller Bedrohungen gegen die russische Verfassung, welche traditionell nur dafür taugt, leichtgläubige ausländische Bürger über die schockierende Realität hinwegzutäuschen, oft dekoriert wird mit schwarzgekleideten Figuren staatlicher Sondereinsatzkommandos.

Immerhin forderte Gauck noch im vergangenen Jahr "Russlands Schuldeingeständnis". Damit dürfte der Bundespräsident wohl unter anderem auch auf die Katyn-Sache angespielt haben, die zugegebenermaßen über Jahre hinweg auch durch Großbritannien und die US-Regierung verschleiert worden war (mehr). Der Gedenkstätte des Massakers von Katyn bei Smolensk wollte in 2010 noch die Regierung Polens einen Besuch abstatten, woraus aber nichts wurde, da sozusagen durch einen "Flugzeugabsturz" die gesamte Staatsführung enthauptet worden war.

Nach der Selbstauflösung der Sowjetunion und dem damit verbundenen Fall der DDR merkte Gauck in Richtung Russland an: "Nur, wer seine Schuld eingesteht, kann seine Vergangenheit aufarbeiten". Der russische Staatsduma-Chef Sergej Naryschkin konterte, Russland müsse seine Sowjet-Vergangenheit nicht bereuen. In 2012 sollte Gauck noch nach Russland zum sog. "Deutschlandjahr" kommen, zum „Puzzle spielen“ auf den Roten Platz.

Dort, auf dem Roten Platz bzw. in Russland, kreuzte er Medienberichten zufolge nicht auf, möglicherweise auch wegen dem Namen des Platzes. Rückblickend hatten Sowjetstrukturen der Roten Armee Gaucks Vater vor einem sowjetischen Militärtribunal in Schwerin wegen Spionage und sog. "antisowjetischer Hetze" zu 2x 25 Jahren Arbeitslager verurteilt und nach Sibirien verschleppt. Nach Verhandlungen des System-Octogon Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) konnte unter anderem Gaucks Vater in 1955 wieder nach Deutschland zurückkehren.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte