Geheime Kommandosache: Deutsche knackten diplomatische Nachrichten


Dokument

Aus freigegebenen US-Archiven geht unter anderem hervor, dass vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch deutsche militärische Strukturen US-diplomatische Nachrichten entschlüsselt wurden. In Archiven der National Security Agency (NSA) heißt es bspw. in der Sammlung RG 457 (Box: 205-213) aus dem US National Archiv: "German decrypts of US diplomatic messages 1944". Speziell die damalige kryptoanalytische Abteilung des Oberkommandos der Wehrmacht - OKW / Chi (Oberkommando der Wehrmacht / Chiffrier Abteilung) hatte wohl diverse Fähigkeiten erlangt, um zahlreiche Botschaften zu entschlüsseln, auch höherwertig verschlüsselte wie A1 C1 oder M-138-A.

Trotz der recht üppigen Informationslage sehen Historiker, dass bis heute hin nicht vollends klar ist, welchen Erfolg die Deutschen insgesamt gegen u.a. das US State Department feierten. Als wichtige gegnerische Ziele der deutschen Spionage wurden unter anderem US-amerikanische Botschaften in europäischen Ländern wie Spanien, Portugal, Schweden, Schweiz oder der Länder in der ehemaligen Sowjetunion ausgemacht. Man nimmt an, dass die Deutschen damals aber weltweit hoch aktiv waren. Anbei nur einige wenige Beispiele von Informationen die erlangt wurden.

Frau Morgenthaus Reise nach Moskau

In dem Dokument der Geheimen Kommandosache vom 27. Juni des Jahres 1944 wird unter der Nachricht selbst ein gewisser "Harriman" genannt. Bei den beleseneren Geistern werden bei diesem Namen nun wohl die Synapsen in Schwingung geraten.

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Kabul: Syrien/Libanon unabhängige Republiken

In dem Dokument vom 17. November 1944 vom US-Gesandten in Kabul an das State Department Washington heißt es: "Die afghanische Regierung verkündete am 4. November, daß sie Syrien und den Libanon als unabhängige Republiken anerkenne".

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Informationen zu südafrikanischen Goldminen

In dem Dokument vom 16. November 1944 zur Südafrikanischen Union (Änderungen in der Goldabbaupolitik) heißt es u.a. in einer von den Deutschen abgefangenen Botschaft an das US-Konsulat Johannesburg, dass nun auch Maschinen und Ausrüstungsgegenstände sowie MRO-Materialien exportiert werden dürfen.

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Gandhi, Informationen P. Thakurdas und A. Dalal

In dem Dokument vom 9. August des Jahres 1944, in welchem unten der Name "Donovan" genannt wird, heißt es unter anderem: "Gandhi hat eine lange Erklärung abgegeben, in der er an dem Verlauf der Unterhausdebatte über Indien heftige Kritik übt".

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Saudi-Gold

In dem Dokument vom 02. Dezember des Jahres 1944 mit Betreff: "USA - Goldankauf Saudi-Arabiens" heißt es unter anderem: "Von der Federal Reserve Bank, New York, für den Finanzminister des Königreichs Saudi-Arabien. In Verfolg der Genehmigung und Anweisung des Schatzamtes der USA haben wir als Fiskalvertreter der USA am 24.11.44 für das Golddepotkonto S. Majestät des Königs von Saudi-Arabien [...] Goldbarren die 28 571 430 Troy-Unzen Feingold enthalten [...] gekauft und in Depot genommen".

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Eisenbahnpolitik in Iran

In dem Dokument vom 16. August 1944 zur Eisenbahnpolitik in Iran heißt es unter anderem: "Der britische Gesandte zeigte mir eine Abschrift eines Telegramms, in dem das Außenamt den Botschafter in Moskau anweist, die Sowjetregierung zu unterrichten, daß die Briten angenommen hatten, daß eine formelle Bekanntgabe der Tatsache, daß die Amerikaner [...] des Südabschnitts der Transiranischen Eisenbahn übernehmen".

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Arabische Union: Entschließung über Palästina

In dem Dokument vom 25. August des Jahres 1944, gerichtet an das State Department Washington, heißt es unter anderem: "Obgleich die Frage der Arabischen Union und besonders Palästinas die Abgeordneten bei der Konferenz arabischer Juristen die gerade vertagt wurde an erster Stelle beschäftigte und in zahlreichen Reden erwähnt wurde, bestanden die Führer der Konferenz darauf, hinsichtlich der endgültigen Entschließung betreffs Palästinas vorsichtig zu sein".

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US-Politik in Griechenland

In dem Dokument vom 18. Oktober des Jahres 1944 unter dem Titel: "Griechenland - Rückkehr von in Griechenland ansässig gewesenen Ausländern" heißt es unter anderem von der US-Botschaft für die Balkanländer/Kairo: "Die Botschaft hat der griechischen Regierung [...] den Inhalt des Telegramms des Staatsdepartments Nr. 30 vom 31.8., 1900 h, mitgeteilt und hat jetzt von der griechischen Gesandtschaft eine Note erhalten, in der ihr mitgeteilt wird, daß durch Verordnung der Königlich Hellenischen Regierung allen ausländischen Staatsangehörigen, die vor der Besetzung Griechenlands durch feindliche Truppen ansässig gewesen sind, freigestellt wird, dahin zurückzukehren".

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Sowjetschifffahrtsrouten in den Fernen Osten

In dem Dokument vom 18. Oktober des Jahres 1944 unter dem Titel/Betreff: "Sowjetunion - Seereisen von USA-Beamten unter Umgehung japanischer Kontrolle" vom US-Konsulat von Wladiwostok heißt es unter anderem (durch "Ward"): "Als ich vor einigen Tagen mit dem diplomatischen Agenten die neue Route der sowjetischen transpazifischen Schiffe [...] besprach, fragte ich [...] ob es im Bedarfsfalle den Mitgliedern des Personals unserer Dienststelle, die sich nach den Vereinigten Staaten begeben, gestattet sein würde, mit einem sowjetischen Schiff über diese Route zu reisen".

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Nickel-Käufe in Australien

In dem Dokument vom 6. März 1944 zu Nickel-Käufen in Australien heißt es unter anderem: "Wir erfahren, dass in dem Nachtrag zum Nickelvertrag, welcher für den Zeitraum von April/Dezember 1943 [...] vorsah, von der Nickel Company und von Australien noch nicht unterzeichnet worden ist. Können Sie die Sache beschleunigen, da die Verzögerungen eine Verknappung des Betriebskapitals der Gesellschaft verursacht".

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