DE: Zahlreiche Jugendliche haben Essstörungen


(C) Charlotte Astrid, 2010, Bild: flickr (CC BY 2.0)

Wie Untersuchungen der deutschen Techniker Krankenkasse (TK) ergaben, leiden in diesem Fall auch in Bayern zahlreiche Jugendliche an Essstörungen. Zwischen den Jahren 2007-2012 war die Zahl der 12- bis 19-Jährigen um 20 Prozent weiter angestiegen. Experten zufolge sehe man auch einen psychologischen Faktor, indem der medial vermittelte Schönheits- oder Schlankheitswahn zu solchen Problemen führen kann. Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene Jugendlichen, die im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Nähten platzen. Laut Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse (TK) wurden in Bayern alleine im vergangenen Jahr 813 Jugendliche stationär aufgenommen.

Dies aus dem Grund, weil jene jugendlichen Personen an einer teils schweren Essstörung litten. Den größten Anteil von diesen bildeten weibliche Personen (758). Insgesamt sieht man die offiziell festgestellten Zahlen aus Bayern nur als Spitze des Eisbergs an, was Essstörungen betrifft. Hochgerechnet auf die gesamte Bundesrepublik könnte zahlenmäßig schnell ein kleines Volk zusammenkommen, wie bspw. jenes der Schweiz. In den Kliniken landen meist nur Personen, denen man mit ambulanten Maßnahmen wie Psycho- und Ernährungstherapie nicht mehr helfen konnte. Laut Carolin Martinovic vom Therapienetz Essstörung in München hieß es, dass alleine hier pro Jahr mehr als 5.000 freiwillige Kontakte mit 1.500 potenziell betroffenen Personen zu verzeichnen sind.

Aus den ermittelten Zahlen der angestellten Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) geht speziell auch hervor, dass zahlreiche Heranwachsende mit ihrer Figur Probleme haben und hier "Hand anlegen" - dies im Zusammenhang: "Schlankheitswahn und Schönheitsideale". Nach einer durchgeführten Forsa-Befragung im Auftrag der TK wurde deutlich, dass fünf Prozent der 6- bis 18-Jährigen bereits eine Diät gemacht hatten. Insbesondere musste man feststellen, dass die Betroffenen einer Essstörung immer jünger wurden. Heute würden bereits Siebenjährige in die Beratungsstellen kommen.

Warum nun zahlreiche der betroffenen Jugendlichen das Geschlecht "weiblich" aufwiesen, gehe laut Carolin Martinovic darauf zurück, dass die männlichen Personen in der Regel erst später erkranken. Was auch daran läge, dass Jungen in der Pubertätsphase ihre Muskeln bekommen und sich damit nach dem Schönheitsideal entwickeln. Auf der anderen Seite werde, anders als bei den Mädchen, tendenziell eher übertrieben trainiert als gehungert. "Wir nennen das Sportbulimie. Das Essen wird nicht erbrochen, die Kalorien werden durch exzessives Training abgebaut", gab Martinovic zu verstehen.

Speziell bei den weiblichen Personen konnte auch in Deutschland in der Vergangenheit vermehrt die Magersucht und Bulimie ausgemacht werden, da sich jene Individuen gerne an künstlich hochgeförderten Stars und Sternchen ein Beispiel nehmen und sich narzisstisch ebenfalls derart präsentieren wollen. Die deutsche Bundesregierung hatte in diesem Zusammenhang vor einigen Jahren die Kampagne "Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn" gestartet. An die Mode- und Werbebranche appellierte man, dass diese die sog. "Magermodels" am besten gegen eher Normalgewichtige austauschen sollten, um sich so an der Initiative direkt zu beteiligen.

Damals hatte der Sprecher des Deutschen Werberates, Volker Nickel, Regierungskritik von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Familienministerin Ursula von der Leyen und Bildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) zurückgewiesen. Die deutsche Regierung würde es sich viel zu leicht machen, wenn sie wieder nur mit dem Finger auf die Werbung zeigt. Vielmehr sei auch die Verantwortung der Eltern entscheidend, meinte Nickel im Saarländischen Rundfunk. Der deutschen Politik warf er richtigerweise "populistische Verlogenheit" vor.

Nachfolgend hatte die deutsche Bundesregierung eine nebulöse Kampagne auf den Weg gebracht, zur besseren gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen. Seit damals im Jahr 2008 hat sich auch durch jene politischen Maßnahmen entsprechend nichts verbessert sondern eher verschlimmert - wobei festzustellen ist, dass derartige Sachen also am besten nicht politisch gelöst werden sollten, da dies meist wie bei einem Impfstoff als Wirkstoffverstärker von der Bevölkerung wahrgenommen werden könnte. Rückblickend hatte man nachfolgend eine "Strategie zur Förderung der Kindergesundheit" forciert - später kam es bspw. mit der Schweinegrippe-Impfung zu diversen Irritationen.

Immerhin betonte man damals laut der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): "Kinder sind das Wichtigste, was wir haben". Politisch müsse man dafür sorgen, dass ihnen "die Chance auf eine bestmögliche Gesundheit" gegeben wird. In der politischen Strategie mit eingearbeitet waren speziell Maßnahmen zur Thematik Früherkennung, Impfen, Arzneimittelsicherheit, Sucht- und Unfallprävention, Bewegung und Ernährung. Laut deutscher Politik wären speziell laut damaligen Äußerungen auch Kinder aus Migranten-Familien "teils deutlich erhöhten Gesundheitsrisiken" ausgesetzt. Insgesamt stellte die politische Seite möglicherweise mit Selbsteinsicht fest, dass: "Chronische Krankheiten und psychische Auffälligkeiten auf dem Vormarsch" sind.

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