Transhumanist Kurzweil: Menschen werden in Zukunft virtuell weiterleben


(C) Torley, 2008, Bild: flickr (CC BY-SA 3.0)

Als nach dem 2. Weltkrieg der Begriff Eugenik "leicht" befleckt war, da einflussreiche Strukturen der Nazis, Briten oder auch aus den USA in dem Bereich forschten bis die Schwarte krachte, hatte der Eugeniker Julian Huxley die irrationale Bewegung in Transhumanismus umgetauft. Der Transhumanist und Director of Engineering von Google, Raymond Kurzweil, gab nun kürzlich zu verstehen, dass er glaubt, dass Menschen in Zukunft eine Unsterblichkeit erreichen werden, indem sie einfach "virtuell" weiter existieren.

Verknüpft auch mit Robotertechnologie könne man sich dann künftig nach Belieben, oder vielmehr den "Gehirninhalt", in den passenden "Körper" hochladen. Der Futurist Kurzweil meint, in knapp 20 Jahren sei es soweit, wo dann der "größte Traum" (demnach Unsterblichkeit) der Menschheit in Erfüllung gehen kann. Vor wenigen Monaten kreuzte Kurzweil auch auf dem sog. Global Future 2045 Kongress auf, wo sich ebenfalls massig Transhumanisten tummelten.

Zudem sah Kurzweil, von dem der US-Milliardär Bill Gates als "führenden Experten im Bereich der Künstlichen Intelligenz" spricht, eine gewaltige Transformation" im Bereich der Gesundheit und Medizin auf die Menschheit zurollen. Nach aktuellem Stand der Dinge werde die Menschheit in 15 Jahren einen "Wendepunkt" erreichen. Später könne man dann mit diversen Mittelchen den menschlichen "Zellen" sozusagen künstlich "Zeit hinzufügen". Alles sei ganz einfach, denn die Biologie solle man als eine Art Software behandeln und so könne man sie dann auch später "neu programmieren".

Der Initiator des nebulösen Global Future 2045 World Congress in New York war der Russe Dmitry Itskov. Das HQ (Hauptsitz) der 2045 Initiative ist in Moskau/Russland. Dieser selbst schwadronierte davon, künftig wolle man erreichen, dass der menschliche "Geist" unabhängig vom Körper in Robotern weiterleben kann. Endziel sei, den menschlichen Körper komplett überflüssig zu machen. Mit Roboter-Avataren, die es zu entwickeln gilt, könne man das Leben der Menschen um "tausende Jahre" ausdehnen.

Itskov gilt als Milliardär, wo die nebulösen Gelder seines Reichtums herkommen, ist bis heute eher unklar. Spekulationen zufolge hätte er angeblich mit seiner Medienfirma in Russland derartige Geldsummen einsammeln können. Zum Repertoire der Firma gehört auch eine Pro-Putin-Webseite. Als Hauptziel gibt man im Zusammenhang der "Avatare" zu verstehen, also die künftigen künstlichen Menschengebilde, es solle eine Massenproduktion dieser forciert werden, auf die der Inhalt (inkl. Persönlichkeit und Charakter) menschlicher Gehirne übertragen werden soll.

Bis zum Jahr 2020 wolle man einen passenden Roboter-Avatar schaffen, der mittels einer Gehirn-/Computer-Schnittstelle angesteuert werden kann. In den weiteren Planungen sei für die Menschheit vorgesehen, dass Gehirne in die Avatare transplantiert werden. Noch später, im Jahr 2035, können die in Massenproduktion hergestellten "Avatare" dann mit künstlichen Gehirnen ausgestattet werden. Im Endziel sei laut Vorstellungen Itskovs vorgesehen, dass der Roboter-Avatar durch ein Hologramm ersetzt wird, in welchem die "Menschen" dann durch die Gegend geistern sollen.

Kurzweil fabulierte in einem Interview zum zweiten Kongress des Projektes, dass die vorgestellten Projektziele und deren zeitliche Umsetzung durchaus "realistisch eingeschätzt" wurden - wenngleich es noch verschiedene Hürden zu meistern gibt. Im Sommer laufenden Jahres hieß es, Itskov hätte von seinen Geldern bereits rund drei Millionen US-Dollar in das "Projekt" gesteckt und er suchte auch bei einflussreichen Milliardären weitere Geldgeber – die später dann durch die „Unsterblichkeit“ fleißig mitverdienen sollen. Die neuen Menschen der Zukunft, die hippen Avatare, sollen laut Itskov für den Preis eines Automobils verkauft werden.

Individuen sollen künftig auch ihre Haustiere wie Katzen und Hunde aufrüsten, diese würde man allgemein durch Implantate "verbessern" können. Kurzweil selbst würde schon heute richtig krasses Körpertuning betreiben. In einem Bericht von Zeit Online im Frühjahr 2013 hieß es, er schluckt täglich 150 bis 250 Tabletten mit Vitaminen, Mineralien und vielem mehr. Diese extreme Tablettenflut sollten Sie selbst natürlich nicht nachkonsumieren, weil Sie sonst möglicherweise ebenfalls auf entsprechende Gedanken kommen könnten, Ihren Geist künftig in "neue Körper" hochzuladen.

Ein sog. Erlösungsszenario von Kurzweil besagt im Zwischenschritt, in naher Zukunft werde erst einmal durch neuartige Biotechnologie machbar sein, dass auch Nano-Bots, also winzige Roboter, im menschlichen Körper umherschwirren. Diese sollen dann auch alte oder defekte Zellen austauschen. Künftig könne man sich ebenfalls vorstellen, künstlich Blutzellen mit Intelligenz aus dem „Netz“ zu laden, um sich sozusagen ein "Softwareupdate" zu verpassen - wobei die Frage ist, wer die Software kontrolliert.

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