EBA: Zu wenig Banken in Europa abgewickelt


(C) tillwe, 2006, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nach Einschätzungen des EBA-Vorsitzenden (European Banking Authority), Andrea Enria, wurden in Europa bislang zu wenig Banken (unter 40) abgewickelt - dies "trotz der Finanzkrise". Es wurden weniger Banken abgewickelt als in den USA, wo es bislang rund 500 gewesen sind, die vom Markt verschwanden.

Laut Enria, ehemals Leiter der Bankenaufsicht bei der italienischen Zentralbank Bank of Italy, sehe man als Hintergrund dieses eher zaghaften Vorgehens, dass verschiedene Regierungen der Mitgliedsstaaten dazu neigten, "ihre nationalen Banken im Markt zu halten". Damit sei angeblich der sogenannte "Reparaturprozess" im Bankensektor verlangsamt worden, gab der Absolvent der britischen University of Cambridge, Enria, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu verstehen.

Einen Abwicklungsmechanismus für Banken angesprochen sagte er weiterhin, dass dieser durchaus dazu führen könnte, dass der europäische Bankensektor endlich bereinigt wird - womit dann am Ende weniger Kreditinstitute übrig bleiben. Mit einer derartigen "Auffanglösung" könne man dann auch eine stärkere und zudem "engere" Zentralisierung bei der Kontrolle übernehmen, was speziell den Restrukturierungsprozess im europäischen Bankensektor anbelangt.

Damit die Abwicklung von Banken in Europa schnell umgesetzt werden kann, müsse auch eine "stärker zentralisierte Bankenaufsicht" etabliert werden, meint Enria von der European Banking Authority, die Bestandteil des Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS) mit Sitz in London ist. Bei den bevorstehenden Bankenprüfungen werde man seitens der EBA "sehr viel genauer prüfen" als dies bisher der Fall gewesen war. Beim Stresstest wolle man auf "einheitliche und konservative Bewertungen" drängen.

Im November vergangenen Jahres hieß es, dass deutsche Großbanken ihr "Testament" machen sollten - also Sanierungspläne erstellen, für den Fall einer möglichen Pleite. Ursprüngliches Ziel sollte dabei sein, dass sog. systemrelevante Banken im Krisenfall angeblich ohne Verluste für den Staatshaushalt abgewickelt werden können. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung vom November 2012 sollten betroffene Institute bis Ende 2013 Sanierungspläne entwickeln und in Kraft setzen.

Durch die EZB (Europäische Zentralbank) mit Sitz im deutschen Frankfurt am Main hieß es kürzlich, man poche mit Blick auf die angestrebte Bankenunion auf eine europäische Abwicklungsbehörde. Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir wollen eine europäische Abwicklungsbehörde und einen europäischen Abwicklungsfonds gespeist aus einer Bankenabgabe". Asmussen meinte auch, dass er eine europäische Banken-Abwicklungsbehörde bis Jahresende für "nötig" hält.

Auch interessant:

EU Bankenunion: Europäische Bankenaufsicht soll Ende 2014 starten

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte