Zocken von Videogames kann Gehirnbereiche wachsen lassen


(C) dierk schaefer, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Schon in älteren Untersuchungen konnte man teils positive Auswirkungen durch Videospiele auf das Wachstum einzelner Gehirnbereiche feststellen. Zahlreiche Personen fühlen sich jedoch aber auch vermehrt zur Konsole oder Computer hingezogen und verbringen Stunden mit dem "Zocken", was ggf. andere psychologische oder körperliche Probleme verursachen kann.

Laut den Ergebnissen einer durchgeführten Studie des deutschen Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charite im St. Hedwig-Krankenhaus kam man nun zu dem Ergebnis, dass das Spielen von Videogames menschliche Gehirnbereiche vergrößern und zudem auch für die räumliche Orientierung, die Gedächtnisbildung und strategisches Denken hilfreich sein kann. Aus den bisherigen Erkenntnissen erhofft man sich für später auch, dass so entsprechende Therapien bei psychischen Störungen zur Anwendung gebracht werden könnten.

An der Studie hatten über einem Zeitraum von zwei Monaten erwachsene Teilnehmer jeden Tag für eine halbe Stunde das Videogame "Super Mario 64" gespielt. Man beobachtete was für einen Effekt beim Spielen auf das Gehirn der Personen erzielt wurde. Man nahm die Hirnstruktur während des Spielens mittels der Magnetresonanztomographie (MRT) unter die Lupe und beobachtete sie. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte man feststellen, dass jene Probanden, welche das Videospiel zockten, eine Vergrößerung einiger Bereiche der grauen Substanz im Gehirn aufwiesen.

Der beobachtete Effekt war der Studie zufolge dann umso größer ausgefallen, je mehr Spaß die Probanden beim Spielen hatten. Die festgestellte Vergrößerung der grauen Substanz (Substantia grisea; Rinde oder Cortex) habe den rechten Hippocampus (Bestandteil des Gehirns; zählt zu den evolutionär ältesten Strukturen), den präfrontalen Kortex und Teile des Kleinhirns umfasst, heißt es. Jene Bereiche des menschlichen Gehirns sind dabei u.a. für die räumliche Orientierung, die Gedächtnisbildung, ein strategisches Denken und für die Feinmotorik der Hände von zentraler Bedeutung.

Vor einigen Monaten hatte man eine ähnliche vorangegangene Untersuchung in der Fachzeitung Molecular Psychiatry veröffentlicht. Man stellte fest, dass bestimmte Videogames das räumliche Denken von Menschen verbessern können. Es hieß durch die Studienleiterin Simone Kühn, man habe nun erste Hinweise geliefert, wonach sich Videospieler "intuitiv besser" in ihrer Umwelt orientieren können.

Mehr: Gamer haben besseres räumliches Denken

  
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