Russisches Rosneft will auch Rest von TNK-BP übernehmen


Rosneft

Das unter Kreml-Kontrolle befindliche russische Unternehmen Rosneft teilte auf seiner Webseite mit, nun soll der ehemalige Konkurrent TNK-BP, welcher aus der Zusammenarbeit von British Petroleum (BP), Access/Renova Group und Alfa Group entstanden war, komplett übernommen werden. Man bietet den Minderheitsaktionären von TNK-BP mit Sitz in Moskau 153,3 Milliarden Rubel (rund 3,5 Milliarden Euro) an.

Dem Kaufangebot zufolge, welches man auf der offiziellen Webseite publizierte, bietet Rosneft für jede normale Aktie 67 Rubel und pro Vorzugsaktie 55 Rubel. Zusammengenommen wären rund 1,9 Milliarden Aktien und 450 Millionen Vorzugsaktien in Umlauf. Das erstellte Kaufangebot durch Rosneft gilt bis zum 20. Januar 2014.

Kürzlich hatte Rosneft auch die Beteiligung seines chinesischen Pendants bei CNPC (China National Petroleum Corporation; "staatlicher chinesischer Ölkonzern") an einem sibirischen Erdölfeld bekanntgegeben, um so die Beziehungen nach Asien zu festigen. Mit einem zu gründenden Gemeinschaftsunternehmen soll dann das ost-sibirische Feld Srednebotuobinsk betrieben werden. Rosneft wolle 51 Prozent halte und CNPC 49 Prozent. Dieses Feld soll offiziellen Darstellungen zufolge über 134 Millionen Tonnen Erdöl und Kondensat sowie 155 Mrd. Kubikmeter Erdgas verfügen.

Das chinesische CNPC soll an Rosneft für die Beteiligung eine Vorauszahlung von 60 Mrd. US-Dollar zugesagt haben. Die Förderung an dem benannten Feld war bereits aufgenommen worden und es liegt recht nah an der Pipeline Espo, welche an der Grenze von China vorbeiführt. Mittels eines Abzweigers versorgt man seitens Rosneft das angeführte CNPC seit August des Jahres 2011 bereits mit rund 300.000 Fass Erdöl am Tag. Bis Mitte des laufenden Jahrzehnts und fortlaufend dann für 25 Jahre soll eine Steigerung auf 600.000 Fass am Tag erfolgen.

Die Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP hatte man durch die EU-Kommission im Frühjahr genehmigt. TNK-BP gehörte dabei etwa zur Hälfte BP und zur anderen Hälfte einem Konsortium aus russischen Milliardären, auch als Oligarchen bekannt. Rosneft plant unter anderem auch mit Exxon Mobil die Errichtung einer Fabrik für verflüssigtes Erdgas (LNG). Im dritten Quartal 2013 konnte der russische Staatskonzern Rosneft den Gewinn auf umgerechnet 6,33 Mrd. Euro steigern, wovon rund 3,8 Mrd. Euro auf die Neubewertung von TNK-BP entfielen. Der Umsatz lag um rund 15 Prozent höher als im Vorquartal, bei umgerechnet rund 31,3 Mrd. Euro.

Anhang:

Das angeführte TNK-BP aus Moskau wurde in 2003 auf den Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands) in der Karibik mit durch British Petroleum (BP - Umsatz in 2012 rund 375,5 Mrd. US-Dollar), Access (US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, die vom russischstämmigen US-Milliardär Leonard Blavatnik)/Renova Group (Präsident Viktor Vekselberg) und Alfa Group (einer der größten privaten Industrie- und Finanzkonzerne in Russland) ins Leben gerufen. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), welcher nach seiner Kanzlerschaft u.a. bei Gazprom und der Rothschild-Bank abgetaucht war, wurde im Januar 2009 als eines von drei Mitgliedern in den Aufsichtsrat der TNK-BP berufen.

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