UK: Hacker wegen massiven Attacken gegen US-Regierung festgenommen


(C) Angus Kingston, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

In Großbritannien hatte man nun durch die gestartete NCCU (National Cyber Crime Unit) einen weiteren Erfolgsfall verkündet. Es wurde die 28-jährige Person Lauri L. festgenommen. Dieser sei unter anderem in US-Ministerin eingebrochen und es wurden große Datenmengen abgegrast. Die Festnahme erfolgte demnach in der Grafschaft Suffolk. Im Vorfeld gab es Untersuchungen durch das US-Militär zu den unternommenen Cybereinbrüchen und auch das FBI war beteiligt.

Den offiziellen Informationen nach zählte L. zu einer Gruppierung, welche in Systemen der US Army, der US Missile Defense Agency, der US Envorinmental Protection Agency und der NASA eingedrungen war. Die Angriffe fanden zwischen Oktober vergangenen Jahres und Oktober laufenden Jahres statt, heißt es. Der festgenommene L. wäre mit weiteren Individuen in tausende Einzelcomputer eingedrungen und es wurden dort angeblich zahlreiche Hintertüren für spätere Zugriffe installiert.

Man wollte geheime Daten erbeuten, darunter auch persönliche Merkmale von militärischen Angestellten in den USA. Die angreifenden Strukturen hatten Proxy-Server zur Verwischung ihrer Spuren genutzt und das durch die US-Regierung mitfinanzierte TOR-Netzwerk. In den USA drohen der Person L. britischen Medien zufolge bis zu fünf Jahren Haft und ein Bußgeld in Höhe von bis zu 250.000 US-Dollar.

Die britische National Cyber Crime Unit (NCCU) konnte erst Anfang Oktober offiziell einen anderen Erfolg vermelden, als man einen hochgenommenen sog. "Phisher" verurteilen konnte, der zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden war. Jene Person hatte versucht von Bankkunden rund 750.000 britische Pfund zu erbeuten. Die National Cyber Crime Unit hatte zum Jahresanfang ihren Betrieb aufgenommen. Sie war aus dem Team der Serious Organised Crime Agency (SOCA) und der Londoner Metropolitan Police Central e-Crime Unit (PCeU) hervorgegangen.

BBC News berichtete kürzlich, dass man durch das britische Verteidigungsministerium Ministry of Defense zur Formung einer schlagkräftigen Cyber-Defense-Einheit auch auf bereits verurteilte Hacker zugreifen wolle, was demnach auch der Leiter der Joint Cyber Reserve Unit bestätigte. Verurteilte Personen können eingesetzt werden, etwa zur staatlichen Anti-Terrorabwehr, wenn sie über besonders ausgeprägte technologische Fähigkeiten verfügen.

Der Frontmann Julian Assange von Wikileaks hat ebenso eine Geschichte mit den Strafverfolgungsbehörden – nicht nur aus Wikileaks-Zeiten. In Australien berichtete vor einigen Jahren die Zeitung "The Age", Assange habe 1993 aktiv mit der Polizei des Bundesstaats Victoria u.a. als technischer Berater kooperiert. Sicherheitsstrukturen von Australien hatten Anfang der 90er Jahre unter anderem gegen Assange ermittelt und gegen seine nebulöse Gruppe "International Subversives". Jene soll zahlreiche digitale Verbrechen begangen haben. Die Verhaftung war 1991 vollzogen worden. Die Gruppierung um Assange sei damals in US-Regierungsbehörden eingebrochen oder auch bei diversen Konzernen.

Assange erhielt 1996 nach einem sich lang hinziehenden Verfahren nur eine geringe Geldstrafe, trotz teils krasser Vorwürfe und entstandenen Schadenssummen im mehrstelligen hunderttausender Bereich. "The Age" zufolge musste Assange 2100 australische Dollars blechen. Nachfolgend kam durch Gerichtsdokumente heraus, Assange habe "Polizeibehörden Hilfe geleistet". Individuen spekulierten, dass man sich Assange für spätere Operationen warm gehalten haben könnte, im Gegenzug für die milde Strafe und keine max. zehn Jahre Knast.

  
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