DE: Grundsicherung im Alter, Anzahl der Empfänger gestiegen


(C) tgoldkamp, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Laut dem deutschen Statistischen Bundesamt, eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMI (Bundesministerium des Innern), sei per Jahresende 2012 die Zahl der Empfänger für die Grundsicherung im Alter um 6,6 Prozent zum Vorjahr (2011) angestiegen. Fast 465.000 Personen (über dem 65. Lebensjahr) bezogen Leistungen der Grundsicherung im Alter. In Westdeutschland waren es zum Jahresende 2012 hin 30 von 1.000 Einwohnern über 65 Jahre, die eine solche Grundsicherung erhielten, in den neuen Bundesländern (Ostdeutschland, mit Berlin) waren es 20 von 1.000 Einwohnern über der angeführten Altersschwelle.

Recht hoch fiel laut Statistischem Bundesamt die Zahl in den großen Städten aus. Unter den Bundesländern stachen die sogenannten Stadtstaaten Hamburg (62 von 1.000 Einwohnern), Bremen (55 von 1.000 Einwohnern) und Berlin (53 von 1.000 Einwohnern) bei der Grundsicherung im Alter hervor. Mit 10 Empfängern je 1.000 Einwohner über 65 Jahre nahm die Bevölkerung je in Sachsen und Thüringen diese Leistungen am seltensten in Anspruch, heißt es. Im Westen (alte Bundesländer) von Deutschland waren speziell auch Frauen auf die Grundsicherung angewiesen. Ende 2012 bezogen hier 33 von 1.000 Frauen im Alter von über 65 Jahren diese Grundsicherung, bei den männlichen Personen waren es 25 von 1.000 Personen.

In Ostdeutschland (neue Länder), mit Berlin, waren es 21 von 1.000 Frauen und 18 von 1.000 Männern, die Grundsicherung im Alter beziehen mussten. Neben den rund 465.000 Empfängern der Grundsicherung im Alter, welche über 65 Jahre alt waren, gab es am Ende des Jahres 2012 in der Bundesrepublik rund 435.000 Empfänger der Grundsicherung wegen einer dauerhaften Erwerbsminderung. Somit bezogen am Ende des vergangenen Jahres fast 900.000 Personen in Deutschland aus diesen beiden Gruppen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII.

Anhang:

Im vergangenen Jahr hatte die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung eine Studie veröffentlicht, wonach angeblich die Grundsicherung im Alter nur durch eine Minderheit wahrgenommen wird. Die eingeführte Grundsicherung im Alter, welche im wesentlichen dem Arbeitslosengeld II der jüngeren Bezieher in Deutschland entspricht, sollte die Zahl der Ältereren senken, die aus Unkenntnis oder Scham auf Sozialleistungen verzichten. Laut der Hans-Böckler-Stiftung hieß es im September 2012, dass von damals gut zwei Millionen Individuen, denen die Leistung zusteht, nur 340.000 Menschen sie auch bezogen. Daraus ergab sich damals eine Quote der Nichtinanspruchnahme von 68 Prozent.

Seitens der deutschen Bundesregierung hatte man nachfolgend, im Oktober 2012, den Großteil der "Rentner" für gut versorgt gehalten. Dies war aus dem fünften für den Staat ausgearbeiteten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung hervorgegangen. Ehepaare und Alleinstehende ab 65 Jahren hätten angeblich im Schnitt ein Haushaltseinkommen von 1818 Euro netto im Monat. Alleinstehende Frauen in dieser Altersgruppe verfügten demnach über durchschnittlich 1292 Euro. Bei männlichen alleinstehenden Personen waren es 1560 Euro, bei Ehepaaren angeblich sogar 2433 Euro. Man merkte aber auch an, dass die damals wachsende Zahl der Geringverdiener zu einem steigenden Altersarmutsrisiko führen "kann".

Im Juni laufenden Jahres hatten deutsche Sozialverbände angesichts der hohen Zahl von Renten unterhalb des Hartz-IV-Niveaus Alarm geschlagen. Unter Berufung auf Datenmaterial der Deutschen Rentenversicherung hieß es, dass im vergangenen Jahr (2012) fast jede zweite Rente weniger als 700 Euro betragen hätte. Zahlreiche Rentner würden auch ihre Altersbezüge durch sog. Mini-Jobs aufbessern müssen. In 2012 bezogen 48,21 Prozent der Rentner weniger als 700 Euro Rente, hatte nachfolgend die Springer-Publikation "BILD" berichtet. Bei den neuen Rentnern in Deutschland, welche also in 2012 in Rente gingen, bezogen diese demnach sogar zu 54,85 Prozent eine Mini-Rente. Laut Zahlenmaterial der Deutschen Rentenversicherung waren Rentnerinnen im Westen recht stark betroffen, von denen 73 Prozent weniger als 700 Euro Rente im Monat erhielten.

Ebenfalls im Sommer, Anfang Juli 2013, hieß es Medienberichten zufolge, dass über 40 Prozent der in Deutschland lebenden ausländischen Senioren von Altersarmut bedroht sind. Das Risiko der weiter zunehmenden Altersarmut und die bereits vorhandene Altersarmut sah man mit Sorge. Unter den älteren Ausländern war sie mehr als dreimal so hoch wie unter den Deutschen. Dies ging im Juli demnach aus einer Studie der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Weiterhin hatte man hier hervorgehoben, dass die ausländischen Senioren eine Grundsicherung im Alter sogar etwa sechs Mal so oft in Anspruch nehmen mussten, wie die Deutschen. Als gefährdet von Armut gelten dabei jene, die alleinstehend sind und weniger als 848 Euro monatlich (gut 60 Prozent des mittleren Einkommens) zur Verfügung haben. Im Vorjahr 2011 waren der Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge in Deutschland 41,5 Prozent der Ausländer über 65 Jahren von Altersarmut bedroht.

Seitens der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment in Frankfurt am Main hieß es im Frühjahr 2013, dass ein großer Teil der heute 38 Millionen Arbeitnehmer (damaligem Stand der Ausarbeitung zufolge) im Alter, bei einer Vorsorge nur über die gesetzliche Rente, mit massiven Einbußen beim Lebensstandard zu rechnen hätte. Im Schnitt fehlten später jenen, die nur auf die gesetzliche Vorsorge setzen, monatlich im Schnitt 806 Euro, so Union Investment (Investmentgesellschaft der DZ Bank-Gruppe). Die damals fast 16,6 Millionen Personen, welche auch zusätzlich privat vorsorgten, könnten ihren Lebensstandard halten. Die Altersbezüge dieser Personen lägen "Union Investment" zufolge im Schnitt bei knapp 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.

Laut Bertelsmann-Stiftung (Studie der empirica AG im Auftrag der Stiftung) hieß es im Juli laufenden Jahres, dass in vielen deutschen Großstädten bereits mit Sorge gesehen werde, dass einkommensschwache Familien mit Kindern durch die hohen Mieten unter das Hartz-IV-Niveau zu rutschen drohten. Dieser Studie zufolge würden in den entsprechenden Ballungszentren zahlreiche Familien mit geringem Einkommen, nach Abzug der Miete, oft unterhalb der staatlichen Grundsicherung landen.

"Familien aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht geraten in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt finanziell stark unter Druck", gab der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger, zu verstehen. Auch für Rentner mit wenig Geld schien diese Situation wohl mehr und mehr Druck mit sich zu bringen. Das sog. Wohngeld bekam laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Jahr 2011 eine dreiviertel Million Haushalte. Der Mietzuschuss per Durchschnitt für damals rund 770.000 betroffene Haushalte betrug dieser Auswertung zufolge 112 Euro. Hilfen bekamen vor allem Rentner und einkommensschwache Familien mit Kindern.

  
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