DE Manager: Facebook richtet volkswirtschaftliche Schäden an


(C) cambodia4kidsorg, symbolisch, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Laut Karsten Schröder von Amplitude Capital würde das US-amerikanische Soziale Netzwerk Facebook volkswirtschaftliche Schäden anrichten, denn es halte auch dort aktive Menschen von der Arbeit ab. Ebenfalls mache es die Jugend "gaga". Insgesamt ging der deutsche Hedgefondsmanager gegenüber "Welt am Sonntag" mit der anfangs auch durch die CIA-Frontfirma IN-Q-TEL geförderten Social-Media-Plattform hart ins Gericht.

Sollte man etwas verbieten wollen, müsste man Schröders Worten zufolge bei Facebook anfangen, und nicht bei Hedgefonds (i.a. "nicht regulierte oder kaum regulierte Investmentfonds"). Laut dem "Welt"-Bericht verwaltet man bei Amplitude Capital etwa 1,6 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern. Mit Blick zurück auf Facebook sei der gebürtige Rostocker Schröder der Meinung, bzw. frage er sich, ob Facebook nicht auch "ethisch verwerflich" sei. Manche dort verbreiteten Inhalte seien es seiner Meinung nach.

Nachfolgend auf die Thematik "Hedgefonds" umgeschwenkt sagte der deutsche Manager, dass er sich gegen Vorwürfe wehre, Hedgefonds würden nichts zur "Weltwirtschaft" beitragen. Es sei nicht so, dass sie aus viel Geld noch mehr Geld machen. Man stelle den Finanzmärkten Kapital zur Verfügung, also Liquidität - wie es auch viele andere Handelsteilnehmer machen, heißt es. Desto mehr an Liquidität da ist, umso besser wären "die Preise". Ebenfalls könnten so "die Märkte" ihre Funktion als Kapitalquelle für Unternehmen und Staaten erfüllen, sagte Schröder dem Blatt.

Nicht wie bei Banken, liege das Risiko des Verlustes alleine bei den Hedgefondsbetreibern und deren Kunden. Rückblickend seien in den letzten Jahren zahlreiche Hedgefonds auch pleitegegangen - kein Staat wäre auch nur für einen "eingesprungen", worüber er sich jedoch nicht beschwere - da es Teil des "Kapitalismus" sei, sonst hätte man eine Planwirtschaft wie in der DDR, glaubt Schröder, der 1977 im ostdeutschen Laage bei Rostock geboren wurde.

Dass es nach Schröders Kenntnisstand in der hier benannten "Finanzindustrie" in den zurückliegenden Jahren sog. "Fehlentwicklungen" gab, musste er gegenüber "Welt am Sonntag" einräumen. Dazu wird er zitiert: "Ja, es ist vieles falsch in der Finanzindustrie gelaufen, und ja, einzelne Finanzmarktteilnehmer haben Grenzen überschritten, und ja, Steuerzahler mussten mit Milliarden helfen".

Anhang:

Wie die "Welt am Sonntag" im Oktober 2009 als Hintergrundbericht zu Schröder schrieb, sei dieser in 1977 im ostdeutschen Laage bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) geboren worden. Er hätte dann auch den Hochbegabtenzweig der Christophorusschule von Rostock besucht. Er konzentrierte sich damals auf Mathematik und eine Klavierausbildung. Während seiner Schulzeit soll er schon mit Optionen gehandelt haben. Nach seinem absolvierten Abitur studierte er ab 1997 Betriebswirtschaftslehre. Er lebte später auch in den Vereinigten Staaten und Australien.

In 1999 wechselte er an die Handelshochschule Leipzig - Graduate School of Management (HHL), wo er 2001 sein Diplom in Business Administration erwarb. Nach einem "Abstecher" bei McKinsey (Unternehmens- und Strategieberatung), wo er bei mehreren zentralen Finanzprojekten in Verbindung mit europäischen blue chip-Kunden mitwirkte, wollte Schröder (ea: "Geschäftsführer von Amplitude Capital und Portfoliomanager des Amplitude Dynamic Trading Fund, Klassik und Sinfonie Fund") mit Bekannten einen Hedgefonds in Deutschland forcieren, was dort jedoch nur Banken vorbehalten ist - es soll wohl gescheiterte Verhandlungen mit der deutschen Finanzaufsicht gegeben haben.

Man startete Amplitude Capital 2004 in London, im Dezember 2008 zog Amplitude um nach Zug in die Schweiz. Man verwaltet verschiedene Hedgefonds mit unterschiedlichen Strategien, wobei - laut damaligem Stand 2009 (Welt Bericht "Musik und Managed Futures") - alle computerbasiert sind und von Mathematikern gemanagt werden. In London stelle man auch Kontakte in die Investmentbranche her.

  
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