Markt: Benzol in Lebensmitteln


(C) Farrukh, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

Laut einer Untersuchung für das deutsche öffentlich-rechtliche NDR-Magazin "Markt" sei in Karotten-Babygläschen und im Nahrungsergänzungssaft Sanostol Benzol nachgewiesen worden. Im April laufenden Jahres hatte man bereits von dem krebserregenden Stoff in Erfrischungsgetränken berichtet. Seit dem Jahr 2005 warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), eine bundesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts der Bundesrepublik Deutschland, vor Benzol in Nahrungsmitteln.

"Markt"-Informationen zufolge sei der Stoff auch in erhitzten Karottenprodukten gefunden worden. Benzol gilt als nachweislich krebserregend. Auf der Zutatenliste von Sanostol steht der Konservierungsstoff Natriumbenzoat (Natriumsalz der Benzoesäure). Er steht im Verdacht, das von "Markt" entdeckte Benzol zu bilden. Hersteller können dabei aber freiwillig auf Natriumbenzoat verzichten, ein Verbot gebe es jedoch noch nicht. "Benzol ist eine Verbindung, die in äußerst niedriger Konzentration Krebs auslösen kann", warnte der Toxikologe Hermann Kruse in der NDR-Sendung.

Der Vermarkter von "Sanostol" gab gegenüber Markt zu verstehen, dass die Benzolmenge in der "Atemluft" um ein vielfaches höher sei, als die mögliche Menge in dem Nahrungsergänzungssaft. Man wolle aber trotzdem jede Möglichkeit prüfen, Natriumbenzoat durch ein anderes Konservierungsmittel zu ersetzen. Auch in erhitzten Karottenprodukten sei laut "Markt" oft Benzol gefunden worden, welches in kleinsten Mengen krebserregend ist. Demnach hätte man auch im Möhrensaft von Schneekoppe und im "Biosaft Reine Karotte" von HIPP oder in Karottenbrei-Babygläschen von sieben verschiedenen Herstellern Benzol finden können.

Doch wie kommt das Benzol da rein? Dazu heißt es laut der NDR-Sendung, dass der Karottensaft und Karottenbrei industriell erhitzt werden. Aus Vorstufen der Karotte entstehe das gefährliche Benzol. Weil die Produkte in geschlossenen Gefäßen erhitzt werden, kann es nicht entweichen. Nach der Abkühlung verbleibt es also im Lebensmittel. In einer Stellungnahme habe man durch HIPP gegenüber Markt erklärt, dass von dem Karottensaft keine Gefahr für die Gesundheit ausgehe - man arbeite jedoch daran, Spuren von Benzol weiter zu reduzieren. Schneekoppe gab zu verstehen, dass man üblicherweise nur 200 Milliliter Möhrensaft am Tag zu sich nehmen würde, weshalb die Benzolaufnahme als gering zu bewerten sei.

Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen gab dem TV-Magazin "Markt" zu verstehen: "Natürlich werden die Lebensmittel erhitzt, um keimfrei zu sein. Dann muss man nach anderen Erhitzungsmethoden suchen. Ich halte Benzol für bedenklich und erst recht in Babynahrung. Es gibt kein empfindlicheres Lebewesen unter uns Menschen als Babys und Kleinkinder und da gehören solche Schadstoffe einfach nicht hinein. Hier sind Gesetzgeber und Hersteller gefordert, dafür zu sorgen."

  
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