Ägypten: Sicherheitskräfte durchsuchen Stadt


(C) Eric Gaba; Sting, 2010, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Sicherheitskräfte in Ägypten hatten laut Medienberichten nun eine von bewaffneten Islamisten kontrollierte Stadt gestürmt, Häuser wurden durchsucht und zahlreiche Personen festgenommen. Es handele sich um Delga, in der Provinz al-Minya. Diese wurde vor etwa einem Monat von jenen Strukturen eingenommen. Armee und Polizei hätten alle Zugänge zu der Stadt gesperrt und auch eine Ausgangssperre verhängt, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur MENA (Middle East News Agency).

Ebenfalls sollen zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden sein. Die dort wütenden Strukturen werden u.a. auch für Angriffe auf koptische Christen in der Provinz verantwortlich gemacht. Nachdem der Präsident Mohammed Mursi gestürzt wurde, hatte man auch Kirchen und andere Gebäude von Christen angegriffen und teils in Brand gesteckt. Ebenfalls wurden Kopten getötet und viele Familien hatten aus Angst um ihr Leben die Region verlassen. Die Gewalt in Ägypten richtete sich zuletzt vermehrt gegen Christen. Islamistische Strömungen hatten im August die Polizei aus Delga vertrieben und die Kontrolle übernommen.

Im Nordsinai hatte man nach dem Sturz Mursis die staatlichen Einsätze gegen radikale Milizen begonnen, die im August ausgeweitet wurden und inzwischen die größten seit Jahren sind. Im Verlauf konnten große Mengen Waffen und Munition sichergestellt werden. Die Übergangsregierung von Ägypten verbot der Bevölkerung rückblickend am Abend des 18. Augusts Bürgerwehren aufzustellen. Die Bildung von sog. "Volkskomitees" zur Sicherung von Vierteln, "die benutzt werden, um illegale Handlungen zu begehen", sei untersagt worden.

Nach der Räumung der Protestlager der Mursi-Anhänger im August sollen Medienberichten zufolge radikale Islamisten (mit Verweis auf: Angaben christlicher Aktivisten) drei Kirchen angegriffen und Feuer vor Kirchen in den Provinzen al-Minya und Sohag (Stadt in Ägypten am Westufer des Nil) gelegt haben. Das anglikanische Bistum von Ägypten in Kairo hatte damals mitgeteilt, Anhänger von Mursi hätten die anglikanische Kirche in Suez mit Steinen und Brandsätzen angegriffen.

Der koptisch-katholische Bischof von Asyut, Kyrillos William Samaan, gab gegenüber "Kirche in Not" (internationales katholisches Hilfswerk) zu verstehen, in den Städten Sohag, al-Fayyum und Bani Suwaif sowie auf der Sinai-Halbinsel seien Kirchen von Islamisten angegriffen und Christen bedroht worden.

Laut einem Bericht des deutschen Magazins Spiegel (online) wurde von Seiten der Armee Mitte August (16.) von der Kirche des Heiligen Georg in Kairo aus auf eine an der Kirche vorbeimarschierende Menge von 3000 Islamisten geschossen. Nach Angaben von Armeeangehörigen sollen dabei mehrere Islamisten in schweren Gefechten getötet worden sein.

In der Vergangenheit wurden auch immer wieder Anschläge auf eine ägyptische Gas-Pipeline auf der Sinai-Halbinsel verübt. Die betroffene Pipeline versorgt Israel oder auch Jordanien mit Gas. Die Gas-Pipeline ist seit dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak bereits mehrmals angegriffen worden. Die terroristischen Gruppierungen im Sinai beschränkten sich nicht auf tödliche Anschläge entlang der Grenze zu Israel und auf eine Bewaffnung der Hamas. Immer häufiger kam es auch zu Angriffen auf ägyptische Stellungen, Polizeistationen, Militärpatrouillen und auf die Erdgas-Pumpstationen bei El Arisch im Norden des Sinai.

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