Nach Zurich nun Siemens? Ackermann will sich angeblich zurückziehen


(C) WEF, swiss-image.ch, Monika Flueckiger, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) wolle der schweizerische Manager Josef Ackermann auch sein Mandat im Siemens-Aufsichtsrat niederlegen, womit er angeblich Konsequenzen aus Streitigkeiten zu den jüngsten Machtkämpfen dort ziehen würde, hätte mit Verweis ein "Insider" der Wirtschaftsnachrichtenagentur Reuters gesteckt. Ackermann soll demnach Turbulenzen rund um den Chefwechsel bei Siemens mehrfach intern kritisiert haben, heißt es. Der ehemalige Leiter der Corporate Finance und neue Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, hatte den Vorstandsvorsitz von Peter Löscher übernommen.

Der Österreicher Löscher wurde am 31. Juli vom Aufsichtsrat als Vorstandsvorsitzender abberufen und schied aus dem Vorstand der Siemens AG aus. Ackermann ist aktuell zweiter stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsratsvorsitzenden und deutschen Managers Gerhard Cromme. Kürzlich hatte Ackermann verkündet, er tritt bei der Schweizer Zurich Insurance Group als Verwaltungsratspräsident zurück, wegen des Todes von Finanzchef Pierre Wauthier (drt. "Chief Financial Officer").

Die Zurich Insurance Group hatte Ende August mitgeteilt, dass sich Ackermann zurückziehen wolle. Die benannte Person Wauthier soll sich wohl per Suizid getötet haben, angeblich wegen Umständen bei der Arbeit - laut Handelsblatt ging die Polizei zu dieser Zeit im August von Selbstmord aus. Ackermann wollte mit dem Rücktritt seinen Verlautbarungen zufolge eine Rufschädigung der ZURICH vermeiden, auch wenn der damit zusammenhängende Rücktritt unbegründet und nicht "objektiv" sein mag.

Ebenfalls Ende August hatte die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) berichtet, dass man in Deutschland wohl im sog. Kirch-Prozess Ärger zu erwarten hätte, da im Prozess gelogen worden sei. Man sprach von einer Verabredung - die Staatsanwaltschaft zu München wollte "hochrangige Manager" vernehmen, hieß es. Dem damaligen Bericht zufolge wurden die Ermittlungen gegen "die Deutsche Bank wegen versuchten Prozessbetrugs und Falschaussage" intensiviert. Man hatte "zahlreiche Vorladungen" verschickt, um jene "hochrangigen Mitarbeiter" zu vernehmen, berichtete man.

In der Kirch-Angelegenheit geht es im Zivilprozess um die Erben des mittlerweile verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch, diese wollen Schadensersatz in Milliardenhöhe. Im Herbst 2011 hatte bereits der Vorsitzende Richter, Guido Kotschy, einen Verdacht gehegt, wonach der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratschef Rolf-Ernst Breuer in dem Verfahren die Unwahrheit gesagt haben könnte, ebenso der ehemalige Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann, der ehem. Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig sowie der damalige Personalvorstand Tessen von Heydebreck.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte