DE: Bauwirtschaft muss Jahresprognose kassieren


(C) Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, symbolisch; Bezug a.d.T. - Quelle: Wikipedia (PD)

Die deutsche Bauwirtschaft hatte nun die zuvor angestellte Prognose für das laufende Jahr wieder kassieren müssen, trotz der zuletzt insgesamt eher aufstrebenden Konjunktur in Deutschland. Demnach würde man keine Chance mehr sehen, dass jenes ursprünglich gesteckte Ziel auch erreicht werden kann - man hatte ein Umsatzplus von nominal zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesehen. Der Berliner Zeitung sagte Michael Knipper, (seit 1996) Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie: "Das werden wir voraussichtlich nicht mehr erreichen können".

Es sei nicht mehr umsetzbar, über das gesamte Jahr ein Umsatzplus zu erzielen - nach einem Minus beim Umsatz von 5 Prozent zum Halbjahr. Durch den langen Winter wurde der Branche in Deutschland demnach ein Strich durch die Rechnung gemacht. In den drei Teilbereichen Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau lagen die Umsätze im ersten Halbjahr laufenden Jahres deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Über das Gesamtjahr sei beim Umsatz real, unter Herausrechnung der Inflationsrate, ein Minus denkbar, hieß es in der Berliner Zeitung.

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, RA Michael Knipper, engagiert sich auch in verschiedenen baurechtlichen und baupolitischen Vereinigungen. Darüber hinaus ist er Kuratoriumsmitglied im Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München sowie im Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen.

Im August vergangenen Jahres teilte man mit, dass sich im Baugewerbe ein eklatanter Mangel an Nachwuchskräften abzeichnen würde, wobei die Auswirkungen des demografischen Wandels am Bau bereits damals deutlich spürbar waren. Seit Jahren gehen deutlich mehr Baufachleute in den Ruhestand als Nachwuchskräfte eine Tätigkeit im Baugewerbe aufnehmen, hieß es. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie teilte damals mit, es wollten zwar viele Bauunternehmen junge Menschen ausbilden, es werde aber zunehmend schwieriger, geeignete Auszubildende und Mitarbeiter zu finden.

Im Vorjahr hatte Knipper im Zusammenhang "Frauenquote" ein Klares Ja zur Förderung, jedoch ein klaren Nein zum gesetzlichen Zwang in diesen Belangen geäußert. "Eine gesetzliche Frauenquote geht an den Realitäten des deutschen Arbeitsmarktes für Bauingenieure vorbei", wird er laut Pressemitteilung von Mitte Juni 2011 zitiert. Er hatte auf einen gemeinsamen Brief von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der EU-Justizkommissarin Viviane Reding (luxemburgische Politikerin; seit 2010 Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für das Ressort Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft) an den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), in der die Politikerinnen die Industrie ultimativ auffordern, mehr Frauen in Vorständen, Aufsichtsräten und anderen Führungspositionen zu berücksichtigen, reagiert. "Eine gesetzliche Frauenquote ist aus Sicht der deutschen Bauindustrie unsinnig. Als BDI-Mitgliedsverband lehnen wir eine solche Quote ab", hieß es.

  
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