DE: Leerstand bei Wohnungen wird laut Untersuchung zum Problem


(C) Martin Abegglen, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Große Städte in Westdeutschland aber auch in ländlichen Regionen des Ostens der Bundesrepublik würden einer Untersuchung zufolge mit Wohnungsleerstand zu kämpfen haben, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Analyse des Wohnraummarktes herausgefunden hätte.

In dem untersuchten Szenario mit einem angenommenen konstanten Pro-Kopf-Bedarf soll die Nachfrage nach Wohnraum demnach bis zum Jahr 2030 in 240 der 402 Landkreise und kreisfreien Städte zurückgehen, wovon auch Metropolen wie die deutschen Großstädte Essen (NRW) oder Dortmund (NRW) betroffen wären. Doch wesentlich schlimmer würde die Entwicklung laut der Analyse die Regionen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen treffen. Auf der anderen Seite habe das Münchner Umland im Freistaat Bayern den größten Zuwachs an Wohnraumsuchenden, wo die Mietpreise in den vergangenen Jahren stark angestiegen waren.

Die Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) prognostizieren, dass der Gipfel der Wohnungsnachfrage im Jahr 2050 überschritten sein könnte. Aus den absehbaren Entwicklungen müsse man nun die richtigen Schlüsse ziehen, "und mit einer Vielzahl langfristiger finanzieller Maßnahmen die Potenziale im ländlichen Raum bündeln", zitiert man den IW-Experten Michael Voigtländer, der auch Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Dozent für Immobilienökonomie an der ebs, der irebs, der Bergischen Universität Wuppertal und der Akademie deutscher Genossenschaften ist.

Anfang Juli laufenden Jahres berichtete man in der Publikation "Die Welt", dass sich in zahlreichen Landkreisen und Städten Wohnungsleerstände zum ernsthaften Problem für Eigentümer und Unternehmen entwickeln. Zu diesem Schluss kam demnach eine Studie des deutschen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS - Behördenleitung: Peter Ramsauer; CSU). Viele Regionen seien von Abwanderung, Alterung und Arbeitslosigkeit betroffen, schrieb man. Aus der Untersuchung (mit der Wissenschaftler des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung beauftragt wurden) wird zitiert: "Für Einzeleigentümer von Immobilien ebenso wie für wohnungswirtschaftliche Unternehmen stellen hohe oder zunehmende Wohnungsleerstände in wirtschaftlich schwächer aufgestellten Regionen zentrale Probleme dar".

Das Ministerium hatte laut "Die Welt" zur Thematik ausgeführt, dass gut ein Viertel der Landkreise in Deutschland von Schrumpfungsprozessen betroffen sind, was sich auch auf die Mieten auswirke - zudem sei der Verkauf von Immobilien erschwert, womit "Käufer gänzlich ausbleiben oder die für die Altersvorsorge erwarteten Erlöse aus dem Verkauf nicht erzielt werden" können. Der Minister Peter Ramsauer (CSU) führte aus: "Wir haben in Deutschland auch Regionen, in den der Leerstand von Wohnungen zunimmt. Das liegt am Rückgang der Bevölkerung, an der Demografie".

Im März hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass der Wohnungsbau in Deutschland boomt. In 2012 wurde demnach der Bau von 239.500 Wohnungen genehmigt, das waren 4,8 Prozent mehr als 2011. Damaligen Einschätzungen aus der Branche zufolge würden aber immer noch zu wenig neue Wohnungen gebaut, während der Immobilieneigentümerverband Haus & Grund einen voll funktionsfähigen Wohnungsmarkt sah. Durch das Statistische Bundesamt teilte man mit, dass sich mit dem Anstieg der Baugenehmigungen 2012 der seit 2010 anhaltende Aufwärtstrend fortsetze. Im Jahr 2009 hatte der Wohnungsbau mit 159.000 Wohnungen einen Tiefstand erreicht. Durch den deutschen Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erklärte man, jene im März bekanntgegebenen Zahlen der Wohnungsgenehmigungen zeigten "einmal mehr, dass immer noch zu wenig neue Wohnungen auf den Markt kommen".

  
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