Behörden ermitteln wegen Bestechung bei Partnern von Microsoft


(C) Noah Coffey, (symbolisch; kein Bezug), 2004, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Dem Wall Street Journal (WSJ) zufolge, haben Ermittler Untersuchungen von Bestechungsvorwürfen gegen Microsoft-Partner auf Russland und Pakistan ausgeweitet. WSJ nach würden die vor Monaten aufgenommenen Ermittlungen zeigen, dass das Ausmaß der erhobenen Vorwürfe laut informierten Personen deutlich weiter reicht, als bislang angenommen wurde. Es sollen in den Ländern Vertreter von Behörden bestochen worden sein, damit die Partner des US-Giganten bei lukrativen Verträgen den Zuschlag erhalten.

Zuvor hatten sich entsprechende Untersuchungen auch auf die Länder Italien, Rumänien und China konzentriert, hieß es laut Nachrichtenagentur AFP im März laufenden Jahres. Laut John Frank, Vice President & Deputy General Counsel (Stellvertretender Leiter des Rechtressorts) der Microsoft Corp. hieß es, man erhalte, wie auch andere Unternehmen mit Niederlassungen auf der ganzen Welt, manchmal entsprechende Anschuldigungen, wolle sie aber vollständig und vorbehaltlos untersuchen.

Dem aktuellen Bericht des Wall Street Journals zufolge, sollen angeblich Ermittler durch das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) aktiv geworden sein, von deren Seite lag jedoch zuletzt noch keine Bestätigung diesbezüglich vor. Ein Informant von Microsoft Russland hätte angegeben, eine Firma im Staatsbesitz (Telekommunikationsunternehmen) sei bestochen worden, um sich so den Auftrag zu sichern. Der Zwischenfall erfolgte demnach im März 2013.

In Pakistan würde es um eine Luxusreise für einen Regierungsvertreter und seine Frau gehen, laut Wall Street Journal (Titel des Beitrags: "Microsoft Bribe Probe Reaches Into Pakistan, Russia Deals"). Jene Vorfälle hätten sich in den vergangenen acht Monaten ereignet. Um in Italien an Aufträge zu kommen, hätten Personen der ital. Niederlassung örtliche Unternehmensberater als Mittler genutzt, um Regierungsvertreter mit "Geschenken" und "Reise-Trips" zu versorgen, berichtete im März laufenden Jahres die Süddeutsche-Zeitung. Microsoft hatte wohl bereits auch interne Revisionen angeordnet, gaben laut US-Medien mit der Angelegenheit vertraute Personen zu verstehen.

Unternehmen aus den USA dürfen seit dem Jahr 1977, als das Gesetz über Korruption im Ausland (Foreign Corrupt Practices Act) verabschiedet wurde, keine Schmiergelder an ausländische Beamte zahlen. Vor über drei Jahren wurde die Gesetzgebung der Korruptionsbekämpfung erweitert - Informanten, welche die Behörden über ungesetzliche Geschäftspraktiken in Kenntnis setzen, können demnach bis zu 30 Prozent der jeweiligen behördlich verhängten Geldstrafe als Belohnung erhalten.

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