Untersuchung Gehirn: Gamer haben besseres räumliches Denken


(C) Talgraf777, 2007, Bild: Wikipedia (PD; US GOV National Institutes of Health)

Deutsche Forscher hatten kürzlich festgestellt, dass bestimmte Videospiele das räumliche Denken beim Menschen trainieren. Dies habe man den Ergebnissen der Untersuchung zufolge an den Gehirnen der Studienteilnehmer feststellen können. Der entsprechende Bereich (entorhinaler Kortex; bzw. Rinde) im menschlichen Hirn sei stärker ausgeprägt gewesen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden im Fachjournal "Molecular Psychiatry" (Fachzeitschrift der Nature Publishing Group; Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck-Gruppe) veröffentlicht.

Der angeführte entorhinale Kortex liegt im medialen Temporallappen (einer der vier Lappen des Großhirns) neben dem Hippocampus (ein Bestandteil des Gehirns). Er weist auch zahlreiche Verbindungen zu anderen Gebieten im Gehirn auf. Mit dem Hippocampus, der zu den evolutionär ältesten Strukturen des Gehirns zählt, werden viele Hirnfunktionen ermöglicht, wie dem "Lernen" an sich, was auch die räumliche Navigation mit einbezieht. Zudem spielen die zeitlichen Planungen oder das deklarative und episodische Gedächtnis (Teil des deklarativen Langzeitgedächtnisses) eine Rolle.

Die Studienleiterin Simone Kühn (Fachbereich Entwicklungspsychologie; vom Max-Planck-Institut in München) gab zu den Ergebnissen der Untersuchung zu verstehen, dass nun erste Hinweise dafür geliefert wurden, dass sich Videospieler ggf. "intuitiv besser" in ihrer Umwelt orientieren könnten. Demnach würden Videospiele die dafür verantwortliche Gehirnregion schulen. Man merkte an, dass nicht jedes Spielgenre die gleiche Wirkung erzielt.

Demnach hätte man das größte Wachstum bei Studienteilnehmern feststellen können, welche Logik- und Puzzle-Spiele zockten. Auf der anderen Seite hatten Spieler, die actionbasierte „Rollenspiele“ spielten, eine weniger starke Ausprägung. Für die Untersuchung hatte man 62 Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren befragt und auch untersucht. Mit dem Magnetresonanztomografen (MRT) wurde die Hirnstruktur der Personen gemessen und verglichen. Die Magnetresonanztomographie stellt dabei ein bildgebendes Verfahren (auch Bildgebende Diagnostik) dar, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe eingesetzt wird.

Die "Graue Substanz" (auch in lat. "Substantia grisea"; Gebiete des Zentralnervensystems, die vorwiegend aus Nervenzellkörpern bestehen) war bei jenen Personen am stärksten ausgeprägt, welche am intensivsten entsprechende Games (Videospiele) zockten. Kühn zufolge war der Gehirnbereich desto stärker ausgeprägt, je mehr Stunden die untersuchten Männer gespielt hatten, womit ein entsprechender Effekt nachweisbar war. In einer Untersuchung unter Taxifahrern in England/London hatte sich als Vergleich zu dieser Untersuchung gezeigt, dass bei jenen die Bereiche des Hirns größer ausfielen, die für das Abspeichern auswendig gelernter Informationen, wie dem Straßennetz, zuständig sind.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte