Militär: Russland will mit Future Soldiers aufrüsten


(C) SebKe, 2005, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Um an Entwicklungen der USA anzuknüpfen, wolle man seitens Russlands ebenfalls den "Soldaten der Zukunft" weiter vorantreiben. Zuletzt wären acht Projekte für neuartige Rüstungsprodukte abgesegnet worden. Eines und das zugleich teuerste sei der "Future Soldier". Auch das physikalisch-technische Kurtschatow-Institut für Atomforschungen wäre mit diesem Projekt beauftragt worden. Die Behörde für moderne Waffen (FPI) erhalte offiziellen Darstellungen zufolge im laufenden Jahr umgerechnet rund vier Millionen Euro aus dem Haushalt. Die FPI wäre als Pendant zur US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA; eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten; DoD) gegründet worden.

Dem FPI-Sprecher zufolge, wolle man mit entsprechenden Entwicklungen derartiger Roboter, dass der Mensch nach Möglichkeit aus dem gegnerischen Schussbereich herausgehalten wird. In den USA gibt es Schätzungen zufolge 7000 Roboter, welche bereits für Hilfsfunktionen in den Bereichen Entminen oder Transport eingesetzt werden. Laut Pentagon wolle man bis (offiziell) 2020 US-Truppen bis zu 30 Prozent mit Robotern ausstatten. Russland wolle dortigen Medienberichten zufolge 2014 mit der Entwicklung von Militärrobotern (in einem Zentrum für Robotertechnik) für die eigene Armee beginnen - in der Regel wird man in geheimen Bunkeranlagen aber schon lange daran werkeln. Die medienwirksam öffentlich präsentierten Roboter könnten entsprechend bereits einige Generationen älter sein, als jene hinter den Kulissen. Aus militärischer Sicht erscheint es eher bizarr, dass der Öffentlichkeit die neusten Forschungen/Entwicklungen per News-Ticker präsentiert werden.

Der russische Verteidigungsminister Sergei Kuschugetowitsch Schoigu hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr deutlich gemacht, man wolle die russische Armee "fit für die Zukunft" machen. Wie die russischen Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" Anfang August meldete, hätte der Verteidigungsminister Schoigu bei einem Besuch im Rschewka-Forschungszentrum bei St. Petersburg verlautbart, dass das Militär zusammen mit der Rüstungsindustrie eine ganze Serie von Kampfrobotern bauen will.

Im Juli hatte der russische Präsident Wladimir Putin benannt, man müsse sich verstärkt den militärischen Trends zuwenden. Weiter ausgebaut werden solle demnach auch die Militarisierung des Weltraums. Da zunehmend auch robotisierte Waffensysteme gebaut würden, müsse man entsprechende Maßnahmen einleiten. Bereits die Präzisionswaffen stehen ihrem Potenzial den strategischen Waffen nahe. Im Verlauf der vergangenen Monate konstatierte Putin, dass der Weltraum und der Cyber-Raum militarisiert werden. Russland hatte im Jahr 2010 ein bis 2020 angelegtes Rüstungsprogramm beschlossen, das offiziell mit rund 20 Billionen Rubel (ca. 500 Milliarden Euro) finanziert werden soll.

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko (Chefredakteur des Magazins "National Defence") gab im Juli zu verstehen, dass Sicherheitskräfte Russlands gegen Terroristen statt lebende Soldaten Kampfroboter einsetzen müssten. Der Russe Korotschenko, der auch im Gesellschaftlichen Beirat beim russischen Verteidigungsministerium sitzt, schlug vor, ferngesteuerte Roboter auch bei der "Erstürmung von Häusern einzusetzen", in denen sich mutmaßliche Kriminelle verstecken.

Mit Blick auf diverse andere Länder, sind hier ähnliche Bestrebungen zu sehen, was "Roboter" anbelangt. Im Juni hatte etwa die indische Defence Research und Development Organization (DRDO) angekündigt, man wolle hochintelligente Kampfroboter entwickeln. Diese sollen demnach auch in unruhigen Gebieten eingesetzt werden. Ebenfalls schwebe der DRDO vor, dass die Roboter zwischen „Freund“ und „Feind“ unterscheiden sollen, berichtete die Nachrichtenagentur PTI, man sei jedoch noch ein Jahrzehnt von der Einführung entfernt.

Der DRDO-Chef Avinash Chander wird folgendermaßen zitiert: "Wir wollen Robotersoldaten bauen. Das ist ein neues Programm und mehrere Labors betreiben bereits groß angelegte Aktivitäten im Bereich der Robotertechnik". In den Forschungen sollen jene Roboter anfangs Soldaten unterstützen, jedoch allmählich immer mehr "eigene" und "neue" Funktionen übernehmen. Laut den hier ebenfalls aufgeführten Einschätzungen Chanders, Vater des indischen Langstreckenraketenprogramms (Agni), würden die "Kriege der Zukunft" sowohl zu Lande als auch in der Luft ohne Menschen geführt werden.

In Russland wolle man weiterhin auch Drohnentechnologie für Unterwasseraufgaben fortentwickeln. Anatolij Schlemow, Verwaltungschef der russischen Schiffbauholding, gab im August vergangenen Jahres an, man hätte schon in 1989 beschlossen, dass es zweckmäßig ist, Aufgaben [unter Wasser] von Robotern durchführen zu lassen. Das sind ebenfalls Drohnen, nur in einem anderen Medium - unter Wasser. Den gleichen Weg geht auch die US-Marine.

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