Bundeswehr: Einsatz in Afghanistan rund 900 Millionen Euro teurer als geplant


(C) Sebastian Wilke, Bundeswehr, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Laut einer Antwort der deutschen Bundesregierung, auf eine Anfrage der Fraktion "DIE LINKE" hin, würden die Auslandseinsätze der Bundeswehr weitaus mehr kosten als ursprünglich vom Bundesverteidigungsministerium veranschlagt worden war. Dazu heißt es laut Handelsblatt, dass in den letzten zehn Jahren allein beim ISAF-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan Mehrkosten von insgesamt 872,3 Millionen Euro aufgelaufen wären.

Der damaligen Bundesregierung sei es lediglich in den beiden ersten Jahren des Einsatzes (2002/2003) gelungen, das selbst gesteckte Budget einzuhalten. Nachfolgend überstiegen die realen regelmäßig die jew. Schätzkosten, dem Bericht von Handelsblatt zufolge teils im dreistelligen Millionenbereich. Als vorläufigen Höhepunkt der Fehlplanungen bezeichnet man hier das Jahr 2010.

Damals musste demnach rund eine Viertelmilliarde Euro mehr vom Ministerium aufgewendet werden, als im Vorfeld prognostiziert worden war. In dem Bericht führt man an, dass seitdem das Ressort von Ministern der Union geführt wird, sich die jew. Mehrkosten deutlich beschleunigt hätten. Seit dem Jahr 2009 bis Ende 2012 wären demnach für die Auslandseinsätze insgesamt Mehrkosten von mehr als einer halben Milliarde Euro entstanden.

Das deutsche Bundesministerium der Verteidigung steht seit geraumer Zeit etwa wegen der gescheiterten Beschaffung der Euro-Hawk Aufklärungsdrohne in der Kritik. Kürzlich hatte auch der Bundesrechnungshof (Präsident: Dieter Engels, der auch zwischen 1992 und 1996 als Verwaltungsleiter der SPD-Bundestagsfraktion tätig war) dem Ministerium schwere Versäumnisse beim Controlling des Milliardenprojekts Euro-Hawk vorgeworfen und bessere finanzielle Kontrollmechanismen gefordert.

Für Irritationen sorgte zuletzt auch, dass aktive und ehemalige Soldaten der Bundeswehr auf Gelder warten würden. Seit Wochen sollen betroffene Personen demnach auf Beträge bis in den fünfstelligen Euro-Bereich sitzen geblieben sein. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, hätte zu verstehen gegeben, dass diese Sache “ein Sozialskandal” sei. (mehr hier)

  
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