Forscher zeigen 140 Gramm Bulette aus Labor


(C) stu_spivack, (symbolisch; kein Bezug), 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Forscher aus den Niederlanden hatten nun eine Bulette (o.a. "Frikadelle" genannt) im Labor gezüchtet. Laut der Agentur AFP hätte dieses "Ding" ein Gewicht von 140 Gramm und die Herstellungskosten lagen bei etwa 250.000 Euro. Die aus Rinderzellen gezüchtete Frikadelle wurde in London vorgestellt. Zwei Freiwillige hätten sich zur Verkostung angeboten. Der Experimentleiter Mark Post von der Universität Maastricht (Niederlande) glaubt, dass derartige Laborprodukte für Millionen von Menschen als Ersatz für normales Fleisch dienen könnten. Mit den gezüchteten Buletten und Co. würden sich "zahlreiche Probleme" auf der Welt lösen lassen, heißt es.

Der Labor-Burger aus Muskelzellen wurde in einem TV-Studio auf einem Tablett serviert - elegant wirkend, unter einer metallenen Käseglocke. Verkoster spielten der US-amerikanische Autor Josh Schonwald und die österreichische Lebensmittelforscherin Hanni Rützler. Die Lebensmittelforscherin hätte gesagt, dass sie eigentlich dachte, dass die Bulette "weicher" sei. Sie komme aber "nah an Fleisch heran". Vermissen tat sie offenbar Salz und Pfeffer, die Konsistenz wäre aber "perfekt", so Rützler.

Der Zeitaufwand für den 140 Gramm Labor-Burger war recht hoch. Sechs Wochen lang bastelte man an diesem. Ziel war, dass der Burger/Frikadelle letztlich so aussieht wie ein frischer hausgemachter vom Grill. Gezüchtet wurde das Fleischgebilde (Muskelgewebe aus Rinderzellen) in einer Nährlösung. Etwa 20.000 gezüchtete Stückchen wurden zu einer Bulette verpresst. Dazu kamen noch Salz, Eipulver und Semmelbrösel. Auch Rote-Beete-Saft und Safran setzte man ein. Die gesamten Kosten für das Experiment werden mit 250.000 Euro angegeben.

Laut Forschern könnten mit dem gezüchteten Fleisch künftig große Probleme gelöst werden, da es eine wachsende Weltbevölkerung gibt. Demnach würde sich die Nachfrage nach Fleischprodukten binnen 40 Jahren "verdoppeln". Hier gebe es auch negative Effekte auf die Umwelt, da Vieh gefüttert werden muss und bei der Verdauung würden Methangase anfallen. Nun setzt man auf sinkende Herstellungskosten, damit eine Serienproduktion machbar ist. Man geht davon aus, dass in zwanzig Jahren der "Labor-Burger" seinen Siegeszug im Supermarkt feiern wird.

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