Zypern: Höhere Zwangsabgabe für Kunden der Bank of Cyprus


(C) Canadian Pacific, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

Für Anleger der Bank of Cyprus gibt es nun eine weitere schlechte Nachricht. Einem Medienbericht zufolge werden diese wohl stärker zu Kasse gebeten, als bislang geplant wurde. Man hätte sich auf eine Zwangsabgabe von 47,5 Prozent einigen können, heißt es. Diese Informationen seien laut der Nachrichtenagentur Reuters auf "Bankenkreise" gestützt.

Dies wäre also mehr, als im März des laufenden Jahres vereinbart wurde. Guthaben über 100.000 Euro wären betroffen, die bei der Bank of Cyprus deponiert wurden. Das mit der Zwangsabgabe belegte Guthaben soll zu 37,5 Prozent in Aktien der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent wurden gesperrt.

Alle Konten die eine Summe über 100.000 Euro aufweisen, wären von der Belastung betroffen. Die Zwangsabgabe sei auch zur offiziell bekundeten Stabilisierung Zyperns gedacht. Die Arbeitslosigkeit und Firmenpleiten stiegen aber im Verlauf der vergangenen Monate weiter an.

Seit drei Monaten ist die Insel finanziell teils abgeriegelt. Es wurden erstmals seit Einführung der Gemeinschaftswährung "EURO" Kapitalverkehrskontrollen verhängt. Dies aus dem Grund, um Gelder in den Banken Zyperns an einer "Geldflucht" zu hindern. Mittlerweile läuft der Betrieb nur noch bei der Hellenic Bank wie gewohnt. Zu den "Rettungsbedingungen" für Zypern gehörte auch die Schließung der konkurrierenden Bank "Laiki".

Neben einer eingesetzten Ermittlungskommission suchte zuletzt auch die zyprische Staatsanwaltschaft nach Antworten in der zyprischen Finanzkrise. Laut dem Generalstaatsanwalt Petros Klerides wolle man sich auf mögliche zwischen 2006 und 2013 begangene Delikte konzentrieren. Es gehe dabei wohl auch um Verdachtsmomente, die Transfers der mittlerweile geschlossenen Laiki-Bank nach Griechenland, Schuldenabschreibungen, der Kauf griechischer Staatsanleihen durch die Laiki und die Bank of Cyprus sowie die Expansion beider Geldhäuser im Ausland, betreffen würden.

Seitens der Euro-Zone wollte man Mitte Juni nicht auf den Brandbrief des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades mit Änderungen am Hilfsprogramm reagieren. Demnach sollte es keine Anpassung des einvernehmlich abgestimmten Maßnahmenpaketes geben. Den Bedingungen des im März 2013 beschlossenen Hilfspakets hätte Zypern selbst zugestimmt, hieß es.

  
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