Frankreich: Zahl der Arbeitslosen wieder gestiegen


(C) wisegie, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist nun erneut angestiegen, nachdem im Mai den vorherrschenden Verhältnissen nach bessere Zahlen präsentiert wurden. Ende Juni waren nun knapp 3,28 Millionen Menschen ohne Arbeit gemeldet. Damit rund 14.900 mehr als im Vormonat, teilte das französische Arbeitsministerium mit. Es wurde ein neuer Rekordwert erreicht. Noch deutlicher stieg die Anzahl der "gemeldeten" Arbeitslosen im Vergleich zum Juni des Vorjahres, nämlich um 11,2 Prozent.

In Frankreich stieg die Arbeitslosigkeit nunmehr den 26. Monat in Folge. Noch im Vormonat Mai war sie im Vergleich zum Vormonat eher minimal angestiegen, demnach um offiziell 100 Arbeitslose. Im März des laufenden Jahres lag die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Personen mit 3,22 Millionen bis dahin auf einem historischen Höchststand und hatte jenen vom Januar 1997 übertroffen.

Das französische Arbeitsministerium selbst gibt dabei keine Arbeitslosenquote bekannt. Jedoch die französische Statistikbehörde Insee. Laut dieser betrug die Quote im ersten Quartal des laufenden Jahres 10,4 Prozent. Hier berechnet man die vorherrschende Arbeitslosigkeit aber auf Grundlage einer anderen Methode.

Das Arbeitsministerium in Frankreich hatte zu den Juni-Zahlen erklärt, dass die Zahl im Juni nur "moderat" zugenommen hätte. Dies wäre ein Zeichen einer "Verbesserung" auf dem französischen Arbeitsmarkt. Trotz des Anstiegs der gemeldeten Arbeitslosen würde es sich noch nicht um eine "Kehrtwende bei der Arbeitslosigkeit" handeln. Jenes gesteckte Ziel wolle man aus aktueller Sicht heraus aber in den kommenden Monaten erreichen.

Der französische Staatspräsident François Hollande (PS) hatte zuletzt wiederholt das Ziel in den Raum gestellt, man wolle den Anstieg der Arbeitslosigkeit bis zum Ende des laufenden Jahres stoppen. Erst Anfang der Woche hatte er betont, dieses selbstgesteckte Ziel wäre sein "erster Wille". Auf der anderen Seite hatte jedoch etwa die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Frankreich einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auch im kommenden Jahr vorausgesagt.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone dürfte Ende des kommenden Jahres auf einen Rekordwert weiter steigen. Die OECD sagte der Eurozone in ihrem in Paris vorgestellten Beschäftigungsausblick bis Ende 2014 eine Arbeitslosenquote von 12,3 Prozent voraus. Auch Jugendliche müssten weiter mit einer Rekordarbeitslosigkeit kämpfen, welche in Griechenland derzeit über 60 Prozent, in Spanien bei 55 Prozent sowie in Italien und Portugal bei rund 40 Prozent liegt.

  
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