EU Umweltagentur: Hälfte der Wiesen Schmetterlinge in Europa weg


(C) Ferran Turmo Gort, 2013, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Binnen zwanzig Jahre sei in Europa etwa die Hälfte der Wiesen-Schmetterlinge von der Bildfläche verschwunden, was nun eine Untersuchung der Europäischen Umweltagentur (EUA) mit Sitz in Kopenhagen (Dänemark) ergab. Von deren Seite schlug man auch "Alarm", mit Blick auf die meisten anderen Insekten. Der EUA zufolge sind Schmetterlinge wichtige Indikatoren für die Biodiversität (biologische Vielfalt) und die allgemeine Gesundheit des Ökosystems.

Laut den angestellten Untersuchungen der Europäischen Umweltagentur, bei denen man sich mit der Entwicklung von 17 Wiesen-Schmetterlingsarten in den Jahren zwischen 1990 und 2011 befasst hatte, wäre der Bestand von acht Arten zurückgegangen. Unter diesen befand sich auch der sogenannte Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus). Zwei Arten konnten als "stabil" bezeichnet werden, worunter auch der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) war. Nur eine Art hätte sich der EUA zufolge ausbreiten können. Für weitere sechs Arten schätzte man die weitere Entwicklung als eher "unsicher" ein - darunter der Mattscheckige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus acteon).

Den weiteren Angaben der Europäischen Umweltagentur zufolge sieht man auch durch die Landwirtschaft eine wichtige Ursache für den Rückgang bei den Wiesen-Schmetterlingsarten gegeben. Auf der anderen Seite führte man an, dass die Aufgabe von Feldern ebenfalls in Betracht gezogen wird. Dies besonders auch in den gebirgigen Regionen in Süd- und Westeuropa. Hier wandeln sich Wiesen nach und nach zu Gestrüppflächen oder Wälder um. In verschiedenen Regionen von Nordwesteuropa würden den Schmetterlingen nur noch eingeschränkt Grasflächen zur Verfügung stehen.

Laut der Nachrichtenagentur AFP wird der EUA-Chef Hans Bruyninckx folgendermaßen zitiert: "Wir müssen die Bedeutung dieser Schmetterlinge und anderer Insekten anerkennen [...] Die Bestäubung, die sie leisten, ist entscheidend für das Ökosystem der Natur und der Landwirtschaft." Würde es dabei nicht gelingen die Lebensräume zu erhalten, könnten wohl viele der Arten für immer verloren sein.

Anhang: Die Europäische Umweltagentur (EUA) mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark, gilt als eine Agentur der EU. Diese wurde 1990 mit der Verordnung (EWG) Nr. 1210/1990 vom Europäischen Rat gegründet. In 1994 nahm sie die Arbeit auf. Seit dem Jahr 2013 ist Hans Bruyninckx (Belgier) Exekutivdirektor der EUA. Die Agentur betreibt auch das Europäische Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetz (EIONET). Bruyninckx war zuvor Professor für Internationale Beziehungen und "Global Environmental Governance", am Institut für Internationale und Europäische Politik und Direktor am Forschungsinstitut für Arbeit und Gesellschaft an der Katholieke Universiteit Leuven (KU Leuven). Seine akademische Expertise liegt speziell im Bereich der internationalen Umweltpolitik, die Untersuchung der Auswirkungen der Globalisierung auf die Weltordnungspolitik (global governance) für Umweltfragen und nachhaltige Entwicklung.

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