E-Plus und O2 wollen den Zusammenschluss


E-Plus

Wie nun der niederländische Telekommunikationskonzern KPN mitteilte, wolle man die Tochter "E-PLUS" an den spanischen Wettbewerber Telefonica verkaufen. Dem Verkauf müssen jedoch noch die Aktionäre und die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Seitens der sogenannten Monopolkommission hieß es laut Medienberichten, dass man diesen Deal eher kritisch sehen würde. Der spanische Wettbewerber, an den KPN die Tochter E-PLUS verkaufen wolle, hat auch die Marke O2 inne.

Die spanische Telefónica verfügt über ein weltweites Netzwerk. Telefónica Germany unterhält einen flächendeckenden, rund 40.000 Kilometer langen Backbone mit 329 Einwahlknoten. In Ländern Europas, außerhalb Spaniens, tritt man mit der Marke O2 auf. Der Chef von Telefónica Deutschland hatte mitgeteilt, dass man durch den anvisierten Deal (Zukauf von E-Plus) "zu einem führenden Telekommunikationsunternehmen in Deutschland" werden wolle.

Das zusammengenommene Geschäft hätte einen Umfang von 43 bis 44 Millionen Kunden. Das Umsatzvolumen würde entsprechend ebenfalls steigen. Ende vergangenen Jahres 2012 hätte es sich auf 8,6 Milliarden Euro belaufen. E-Plus zählte Ende Juni rund 24,4 Millionen Handy-Telefonierer und O2 kommt auf 19,3 Millionen Anschlüsse. KPN soll durch den Verkauf fünf Milliarden Euro in bar und Anteile von 17,6 Prozent an der Telefonica Deutschland erhalten.

Auch Einsparungen wolle man durch den Zusammenschluss umsetzen, heißt es. Kosten der Unternehmen sollen um 5,5 Milliarden Euro sinken, da unter anderem nur noch ein Mobilfunknetz betrieben werden muss. Aus aktueller Sicht heraus sieht man jedoch, dass dieses hohe Volumen der Einsparungen wohl erst in 2019 erreicht werden kann. Es lasse sich noch nicht sagen, ob und in welchem Maße Stellen abgebaut werden. Der angestrebte Deal dürfte zunächst auch von der EU-Kommission unter die Lupe genommen werden.

Die Integration des Rivalen E-PLUS wird nach Aussagen von Telefonica lange Zeit in Anspruch nehmen. In den vergangenen Jahren hatten E-Plus und Telefonica immer wieder über einen möglichen Zusammenschluss gesprochen. Der jüngste Anlauf scheiterte jedoch in letzter Minute. Hier spielten speziell auch Funkfrequenzen eine Rolle.

Gemessen an der Kundenzahl ist die Deutsche Telekom mit gut 37 Millionen Anschlüssen im D1-Netz derzeit der Branchenprimus. Dahinter liegt der deutsche Ableger der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone Group mit rund 32,4 Millionen Teilnehmern, wie die Bundesnetzagentur zum ersten Quartal 2013 mitteilte.

  
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