DE: Skandal um Fördergelder in Sachsen-Anhalt dehnt sich aus


Sachsen-Anhalt

Eine Affäre um die Vergabe von Fördergeldern im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt nimmt einem Medienbericht zufolge nun eine eher überraschende Wendung. In der vergangenen Woche hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass die landeseigene Beteiligungsgesellschaft IBG sich mit 4 Millionen Euro an einer Firma beteiligt hätte, an welcher Dinnies Johannes von der Osten (IBG-Chef) selbst Anteile hielt. Dieser musste dem Bericht zufolge gehen.

Auf der offiz. Webseite heißt es zu Von der Osten: "Promovierter Volkswirt, Geschäftsführer/Gesellschafter von Unternehmen der Umwelttechnik und Finanzdienstleistungen, seit 1998 Geschäftsführer der IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH".

Nun würden weitere Recherchen des "Handelsblatts" zeigen, dass wohl viel mehr Geld, demnach 40 Millionen Euro, floss - dies an etliche Firmen, welche nur einen Eigentümer hatten. Derzeit würde der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring (CDU), welcher zugleich Aufsichtsratschef der Beteiligungsgesellschaft IBG ist, den Vorgang prüfen.

"Die Summen, mit denen die IBG an den Firmen beteiligt ist, ist außergewöhnlich hoch [...] Zumal die Firmen aus Branchen kommen, die eigentlich nicht im Fokus der IBG stehen", hieß es laut Handelsblatt. Tatsächlich heißt es in der Selbstbeschreibung der öffentlichen IBG-Fonds: "Wir begleiten junge Unternehmen mit nachhaltigem und überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial."

Die betroffenen Firmen wären aber weder jung noch wachstumsstark gewesen, sondern wurden von der betreffenden Person schwer angeschlagen und teils aus der Insolvenz übernommen. Dies wäre dem Bericht zufolge, laut IBG, aber kein Ausschlusskriterium, steht aber keineswegs im Fokus der Förderung. Jedoch erhielt die Gruppe von 2005 bis 2013 rund zwanzig Prozent aller Gelder, welche überhaupt von Sachsen-Anhalts Förderfirma IBG vergeben wurden.

Vor wenigen Tagen hatte der Wirtschaftsminister Möllring wohl Konsequenzen aus dem vom Handelsblatt aufgedeckten Insider-Skandal beim Solarzellenhersteller Q-Cells gezogen. "Das Land und die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH werden sich von der Goodvent Beteiligungsmanagement GmbH & Co. KG und ihrem Geschäftsführer, Herrn von der Osten, trennen", hieß es.

 

Mehr unter:

23-07-2013 Fördergeldskandal weitet sich aus

18-07-2013 Q-Cells-Insider muss gehen

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte