Wegen Wetterschäden: China verliert Teil der Weizenernte


(C) inopinatus, 2011, Bild: flickr nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

Medienberichten zufolge könnten die Ausfälle bei der diesjährigen Weizenernte in China, wegen der schlechten Wetterbedingungen, doppelt so hoch ausfallen wie zuletzt angenommen wurde. Diesen Informationen nach könnte der im Vorfeld eingetretene Frost in der Wachstumszeit als auch die zuletzt starken Regenfälle bei der Ernte bis zu zwanzig Millionen Tonnen an Weizen unbrauchbar gemacht haben, heißt es laut derzeitigen Schätzungen. Der Ausfall könnte demnach bis zu 16 Prozent (doppelt so viel wie zunächst gemeldet) der Ernte betragen.

Verschiedene Händler und Beobachter hatten im Vorfeld eingeschätzt, dass man seitens Chinas in diesem Jahr mehr als 10 Millionen Tonnen importieren könnte. Das US-amerikanische Agrarministerium hatte kürzlich die Vorhersage für die chinesischen Importe 2013/2014 auf 8,5 Millionen Tonnen, von 3,2 Millionen im Vorjahr, nach oben korrigieren müssen. Nachfolgend waren die US-Weizenpreise auf ein Zwei-Wochen-Hoch gestiegen.

Wegen der bisherigen Ernteausfälle in China kamen Sorgen vor möglichen Engpässen auf, also auch steigender Preise. Ebenfalls heißt es, dass sich die Qualität des im Regierungsauftrag seit 2009 eingelagerten Weizens in China verschlechtern würde. Beobachter schätzten zuletzt, dass der staatliche Vorratshalter von Sinograin (China Grain Reserves Corporation) zwischen 20-30 Millionen Tonnen Weizen eingelagert hat. Die Regierung Chinas selbst gibt dabei keine Auskünfte über die staatlichen Reserven.

Auch in den USA und der Region am Schwarzen Meer hatten eher negative Wetterbedingungen für Qualitätsminderungen gesorgt. Für das laufende Jahr gingen Analysten zuletzt von einer höheren Erntemenge aus (weltweit). Diese würde aber bereits unter der zu erwartenden Nachfrage liegen.

Laut Handelsblatt-Online könnte hier auch Ägypten hart getroffen werden. Das Land ist auf Hilfen aus dem Ausland angewiesen, damit so die Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann. Der zuständige Minister hatte Medienberichten zufolge kürzlich erklärt, dass der importierte Weizen nur noch "für zwei Monate ausreichen" würde.

Im vergangenen Jahr hatte China einen neuen Rekord für Getreideimporte aufgestellt. Die Volksrepublik ist bei den drei wichtigen Getreidesorten Mais, Weizen und Reis auf Importe angewiesen. Ende vergangener Woche hieß es laut dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA), dass der globale Weizenmarkt 2013/14 ein Defizit von zwei Millionen Tonnen aufweisen könnte und die globalen Lagerendbestände auf ein 5-Jahrestief von 172 Millionen Tonnen fallen.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte