Saudi-Arabien nimmt angeblich Israel und Iran mit Raketen ins Visier


SAT;A; US

Medienberichten zufolge würden Satellitenbilder zeigen, dass man in Saudi-Arabien Raketen auf Ziele in Israel und Iran ausgerichtet hätte. Deutschsprachigen israelischen Medien zufolge wären "Tel Aviv und Teheran im Visier" der arabischen Großmacht. Über die Thematik hatte kürzlich auch der britische "Daily Telegraph" berichtet. Man berief sich hier auf Experten aus den USA.

Demnach würden die Satellitenbilder zeigen, dass man in Saudi-Arabien in der Wüste eine Raketenabschuss-Basis (wohl nahe al-Watah) für Raketen vom Typ DF-3 (Dongfeng 3) errichtet hat. Bei der DF-3A handelt es sich z.B. um eine chinesische Mittelstreckenrakete (IRBM). Im Jahr 1987 hatte Saudi-Arabien unter Umgehung des Raketentechnologie-Kontrollregime (MTCR) (bekannten Angaben zufolge) rund 60 CSS-2A, sowie 15 zugehörige Transport- und Startfahrzeuge erworben.

Im März 1988 hatte Saudi-Arabien den Kauf von mehreren Dutzend der chinesischen Raketen bekanntgegeben. Die kommunistische Volksrepublik China war damals wohl gewillt, dem Königreich Mittelstreckenraketen vom Typ "Dong Feng 3", US-Code CSS-2 (DF-3), zu verkaufen. Jene zweistufigen Raketen können eine Nutzlast von zwei Tonnen über eine Distanz von bis zu 2800-3000 Kilometer transportieren. Sie gelten aber als wenig treffgenau. Die Experten gehen davon aus, dass Saudi-Arabien die Raketen modernisiert und technisch verbessert hat. US- und NATO-Experten schätzen die CSS-2 als eine wenig effektive Zweitschlagswaffe (Reaktion auf einen Erstschlag) ein.

Dem Bericht von "Daily Telegraph" zufolge werden die Raketen in einem unterirdischen Silo gelagert. Die Abschussrampen müssen auf die Ziele ausgerichtet werden, da dieser Raketentyp nicht ferngesteuert wird, heißt es. Aktuell werde, diesen Informationen zufolge, auf "Israel und den Iran gezielt". Die Beziehungen des salafistischen Königreichs Saudi-Arabien zu beiden Ländern gelten offiziell als angespannt.

Dem Bericht nach würden Experten nicht ausschließen, dass die Saudis mit einer Entdeckung der Raketenbasen durch ausländische Geheimdienste gerechnet haben und die Raketen bewusst als "Propaganda-Show" nutzen, um sich so möglicherweise in der arabischen Welt Respekt zu verschaffen. Riad (Hauptstadt des Königreichs Saudi-Arabien) äußerte wiederholt Sorgen über das iranische Atomprogramm, welches iranischen Angaben zufolge für die zivile Energienutzung dienen soll. Zudem äußerte Saudi-Arabien Kritik an Israels Atomwaffen.

Im vergangenen Jahr berichtete "ArabNews", dass Saudi-Arabien Dieselkraftwerke in den nächsten zehn Jahren durch Kernkraftwerke und erneuerbare Energien ersetzen wolle. Das Königreich möchte auf Kernenergie und erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie umsteigen, da Studien deren Rentabilität bestätigt hätten. Jenes Unterfangen soll diesen Angaben zufolge in zehn Jahren fertig umgesetzt sein, sagte Abdullah Al-Shahri im November 2012 laut "ArabNews" ("Electric power generation to go nuclear"), Gouverneur der Electricity and Co-Generation Regulatory Authority (ECRA).

Im Mai 2008 unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika und Saudi-Arabien ein Memorandum zur Anerkennung der verstärkten Bemühungen Saudi-Arabiens um ein „ziviles Kernenergieprogramm“. Wie bereits angemerkt, hatte Saudi-Arabien in den 1980er Jahren eine (aus offenen Quellen benannte) Anzahl an CSS-2-Mittelstreckenraketen erworben, welche eine Reichweite von bis zu über 2.800 Kilometer bei einer Nutzlast von 2.000 Kilogramm (nicht modifiziert) haben. Die CSS-2 war dabei ursprünglich entworfen worden, um so eine Wasserstoffbombe zu transportieren. Ebenfalls soll das Königreich über eine unbekannte Anzahl an Ghauri II Mittelstreckenraketen (Nukleare und Konventionelle Mittelstreckenrakete, Reichweite: bis zu 2300 km) verfügen.

Weitgehend gesichert sei Medienberichten zufolge die Information, dass eine Beteiligung von Saudi-Arabien am pakistanischen Atom-Programm „zu einem nicht unerheblichen Teil“ mitfinanziert wurde. Mit der CSS-2 und der Ghauri II besitzen die Streitkräfte nuklearwaffenkompatible Trägersysteme. Zuletzt wurde in offenen Quellen vermutet, dass Saudi-Arabien möglicherweise eine Option auf die Bombe erhalten hat, "wenn sie das Verlangen danach verspüren". In einem solchen Fall müsste Riad nicht erst mühsam selbst Komponenten für ein eigenes Nuklearprogramm zusammenkaufen. "Die Saudis hätten genügend Geld, um fertige Atomwaffen zu kaufen", gab Oliver Thränert von der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin zu verstehen.

Auch interessant:

Israel hat den Krieg gegen Iran längst aufgenommen

Kurier: US-Waffen für Israel und Araber

Israel habe das Recht, den Iran anzugreifen

Verbreitung ballistischer Raketen im Nahen Osten

Saudi-Arabien will chinesische Raketen kaufen (2012)

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte