EU Parlament: Ausweitung der Frauenquote auf Mittelstand


(C) Rock Cohen, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Seitens des EU-Parlaments wolle man offenbar die geplante EU-weite Frauenquote auch auf den Mittelstand ausweiten. Einem Bericht von "Die Welt" zufolge sollen die zuständigen Abgeordneten eine Ausnahme von der Quotenpflicht für kleine und mittlere Unternehmen streichen, gehe demnach aus einer Stellungnahme zu den Plänen hervor.

Weil der Mittelstand das Rückgrat der Industrie in Europa sei, müsse wohl auch hier eine Frauenquote etabliert werden. Dazu kann zitiert werden: "Daher sollten sie die Avantgarde im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit bilden und daher in die Richtlinie eingeschlossen werden".

Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding hatte in ihrem Gesetzentwurf eigentlich benannt, dass die Quotenpflicht nur börsennotierte und öffentliche Unternehmen treffen würde. Als Ziel schrieb man fest, dass bis zum Jahr 2020 ganze 40 Prozent der Aufsichtsratsmandate von Frauen besetzt werden müssten.

Ausgenommen wurden kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter und einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro. "Diese Verordnung soll nicht für sehr kleine, kleine und mittlere Unternehmen gelten", heißt es dazu im dritten Artikel des Entwurfs.

In ihrer Stellungnahme zu den Plänen, streichen die zuständigen Abgeordneten die Ausnahme von der Quotenpflicht für kleine und mittlere Unternehmen allerdings. Diese soll am Dienstag vorgelegt werden. Darin schreiben die Abgeordneten Evelyn Regner (österreichische Politikerin der SPÖ) und Rodi Kratsa-Tsagaropoulou (eine griechische Politikerin der konservativen Partei Nea Dimokratia):

"gelöscht" anstelle dieses Paragrafen. Mit jener Änderung wären potenziell, sofern sie börsennotiert sind oder werden wollen, rund 21 Millionen Unternehmen betroffen, welche die EU-Kommission als kleine und mittlere führt.

Alle börsennotierten Unternehmen sollten dabei die Ziele der Richtlinie erfüllen, angesichts ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und ökonomischen und sozialen Verantwortung, heißt es. Außerdem fügte das Parlament eine Sanktionsmöglichkeit bei Nichterfüllung der Quote ein, den Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen.

  
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