Medien: Mastercard und Visa sperren VPN-Anbieter


(C) el_finco, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Wie der österreichische Standard berichtet, sollen die US-amerikanischen Plastikgeld-Anbieter Mastercard und Visa die sogenannten Anonymisierungsservices ins Visier nehmen. Mit derartigen Diensten könnten Personen wohl anonym im Internet surfen.

Im Standard heißt es einleitend zur Thematik: "Im Kampf gegen Filesharing tut sich eine neue Front auf: Die Kreditkartenhersteller Mastercard und Visa haben damit begonnen, Zahlungen an diverse VPN-Provider sowie Anonymisierungsservices zu untersagen".

Unter Berufung auf den schwedischen Bezahlservice Payson soll es heißen, dass dieser kürzlich Informations-Emails verschickt hätte, wonach derartige VPN-Anbieter nicht mehr länger per Mastercard und Visa bezahlt werden könnten. Auf Nachfrage soll man mitgeteilt haben, dass diese Änderung auf Druck von Visa und Mastercard erfolgt sei.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Visa und Mastercard gegenüber als unliebsam empfundenen Diensten auf diese Art und Weise vorgehen. Kürzlich hieß es laut Heise-Online, dass auch keine Zahlungen an verschiedene File-Hoster mehr akzeptiert werden. Auch die Sperrung von Spenden an die Plattform von Wikileaks hatte in der Vergangenheit für Aufregung gesorgt.

VPN-Dienste sind auch in Ländern populär, in denen das Internet zensiert ist, etwa im Iran. Es gebe keinen Grund für die Kreditkarteninstitute, die Zahlungen für einen völlig legalen Dienst zu verhindern, gab der VPN-Anbieter Ipredator, Peter Sunde, zu verstehen. Es würden nun rechtliche Schritte gegen die US-Unternehmen Visa und Mastercard geprüft.

In einem Kommentar hatte Sunde angemerkt: "US-Unternehmen verbieten damit nicht-amerikanischen Anbietern, anderen Menschen beim anonymen Protest zu helfen, sodass die NSA noch mehr spionieren kann. Das ist einfach wahnsinnig".

Im Rahmen der zuletzt bekanntgewordenen Datenabgrasorgien von unter anderem US-amerikanischen Strukturen, ggf. zur wirtschaftlichen Vorteilserlangung, wirft dieser Vorstoß ein übles Licht auf jene Vorgänge. Der Kreditkartenmarkt (Formung der bargeldlosen Gesellschaft) befindet sich dabei zu einem großen Teil in der Hand von US-Finanzinstituten.

  
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