China: Schutzzölle auf Wein aus der EU


(C) Conrado Tramontini, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

Im vorherrschenden Handelsstreit zwischen China und der EU hat man in Fernost nun offiziell Untersuchungen zu Weinimporten eingeleitet. Demnach wären mögliches Preis-Dumping und auch die Subventionierung von Wein aus der Europäischen Union Teil der Untersuchungen, hieß es durch das chinesische Handelsministerium.

Seitens der EU-Kommission hatte man diese Entscheidung in China als "enttäuschend" empfunden. Aus aktueller Sicht heraus werden die Untersuchungen zu den EU-Weinen wohl etwa ein Jahr andauern. Im Bedarfsfall könnten die Untersuchungen aber um ein halbes Jahr verlängert werden, heißt es. Der Schritt wurde bereits vor etwa einem Monat angekündigt.

Dies direkt nachdem die EU Schutzzölle auf Solarmodule aus China verkündete. Die EU-Kommission hatte zu der Wein-Sache erklärt, dass man die Untersuchungen zu den Weineinfuhren gründlich beobachten wolle und prüfe, ob diese mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) konform sind.

Bezüglich der vorläufigen Schutzzölle der Europäischen Union auf Solarmodule aus Fernost könnten diese von 11,8 Prozent auf bis zu 47 Prozent im August weiter ansteigen. Dies dann, wenn in dem Konflikt keine Lösung gefunden werden sollte. Kürzlich hatte man seitens Chinas bereits Schutzzölle auf bestimmte Chemieprodukte aus der EU von bis zu 36,9 Prozent angekündigt.

Zuletzt wurde Toluidin, welches bei der Herstellung von Farbstoffen, Medikamenten und Düngemitteln verwendet wird, bei der Einfuhr mit einem Zoll von bis zu 36,9 Prozent belegt. Untersuchungen dazu wurden vor etwa einem Jahr eingeleitet. Man untersuchte von chinesischer Seite her, ob die Toluidin-Importe aus der Europäischen Union zu Dumpingpreisen ins Land kommen, was laut dem Handelsministerium in China der Fall ist.

Auch wären künftig Aufschläge auf Luxusautos möglich, hieß es laut Medienberichten. Damit könnten speziell die deutschen Autobauer "unter Druck" geraten. Politiker und Industrievertreter warnten vor einem Handelskrieg mit China. Im vergangenen Jahr war der Handel zwischen China und der EU bereits um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geschrumpft. Die Exporte nach Europa gingen um die 6,2 Prozent auf etwa 334 Milliarden US-Dollar zurück.

  
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