Hafeez von der Deutschen Bank warnt vor Carry Trades Bombe


(C) David Dennis, (symbolisch), 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nach Ansicht des Chef-Währungsstrategen der Deutschen Bank baut sich eine gefährliche Blase auf, was die sogenannten Carry Trades betrifft. Es wird hier Geld in einem Niedrigzinsland ausgeborgt um es in einer hochverzinsten Währung zu investieren. Ein solches Investment gilt dabei als sehr risikoreich, gleichzeitig aber als sehr erträglich.

In den nun gemalten Szenarien könnte es durch die Blasenbildung möglicherweise zu heftigen Verwerfungen kommen, sollte die Blase platzen. In den vergangenen Jahren haben Investoren mit der Währung US-Dollar teils massive Positionen in Renminbi aufgebaut.

Die Leitzinsen in China liegen bei sechs Prozent und in den USA bei um die Null. Zuletzt hatte der Fed-Chef Ben Bernanke (USA) die Zinsen zwar nicht angetastet, doch wird dieser Zustand der niedrigen Zinsen nicht bis in alle Ewigkeit andauern können. Erste „offizielle“ Andeutungen machte Bernanke, dass die Zinsen wieder steigen könnten, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt wären.

Die Anleiherenditen in den USA waren zuletzt wieder angezogen, womit der US-Dollar unter Aufwertungsdruck kommt. Durch die massiven Investments in Renminbi hatten sich Anleger in US-Dollar verschuldet. Sollte die "Carry"-Blase platzen, dann könnte dies unter Umständen unappetitlich werden und möglicherweise einen Weltfinanz-Crash auslösen.

Durch die lockere Geldpolitik vieler Staaten und die niedrigen Zinsen wurden lokale Aktienmärkte stark befeuert. Unter anderem der Chef-Währungsstratege der Deutschen Bank, Bilal Hafeez, ging zuletzt bei einer plötzlichen Auflösung des Dollar/Renminbi-Carry-Trades davon aus, dass es in der Folge zur größten Kapitalentwertung aller Zeiten kommen könnte.

Im Jahr 2009 warnte der Vorsitzende der chinesischen Bankenaufsichtsbehörde, Liu Mingkang, dass wegen der niedrigen amerikanischen Zinsraten ein "neues systemisches Risiko" entstehen würde. Die Situation hatte einen massiven Dollar-Carry-Trade in Gang gesetzt, was zu einem starken Anstieg spekulativer Gelder an Aktien- und Immobilienmärkten führte. Auch der Oberste Regierungsvertreter Hongkongs, Donald Tsang, hatte sich damals "besorgt" gezeigt.

Während der Asienkrise 1997-98 war er Hongkongs Finanzminister gewesen und hatte mit einer ungewöhnlichen Intervention in die Hongkonger Aktienmärkte die Dollarbindung verteidigt. Durch Spekulationen gegen nationale Währungen von aufstrebenden asiatischen Nationen wurde damals teils ein gigantischer volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet und viele Länder wurden um Jahrzehnte in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zurückgeworfen.

Bereits auf dem damaligen Weltwirtschaftsforum 2010 im schweizerischen Davos zeigten sich Experten wie etwa der US-Ökonom Nouriel Roubini und Harvard-Professor Kenneth Rogoff wegen der Dollar/Renminbi-Carry-Trades darüber besorgt. Roubini gab etwa zu verstehen: "Eines Tages wird die neue Spekulationsblase platzen und die größte Kapitalentwertung aller Zeiten auslösen".

  
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