Ägypten: Mehrere Tote bei heftigen Protesten


(C) Zeinab Mohamed, (symbolisch), 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

In Ägypten wurde nun im Verlauf der Proteste der zentrale Sitz der islamistischen Muslimbruderschaft (Kairo) gestürmt. Medienberichten zufolge wurde das Gebäude in Brand gesteckt. Nachdem das Gebäude "erobert" wurde, warfen Protestierende Gegenstände aus den Fenstern. Im Vorfeld wurde dem Präsidenten Mohammed Mursi durch die Opposition ein Ultimatum zum Rücktritt gesetzt.

Das Ultimatum ist laut der Agentur AFP bis Dienstag gesetzt worden. Sollte Mursi es nicht ermöglichen, vorgezogene Präsidentschaftswahlen zu organisieren, wolle man aktiv werden. Dazu solle laut dem Bündnis Tamarod eine Kampagne des vollständigen zivilen Ungehorsams in Gang gesetzt werden. Zu den Massenprotesten wurde am 30. Juni 2013 aufgerufen.

Die neu geformte Bewegung Tamarud (oder Tamarod; arabisch für Rebellion) hatte sich diesen Zeitraum wegen des Jahrestages von Mursis Amtsantritt ausgesucht. Laut "Spiegel"-Informationen wurden bei den Protesten mittlerweile mindestens sieben Personen getötet (laut ägypt. Regierungsangaben mind. 16 Menschen) und mehrere hundert verletzt.

Aus Kreisen der ägyptischen Armee hieß es laut Süddeutscher-Zeitung, es könnten landesweit bis zu 14 Millionen Menschen an den Protesten teilgenommen haben. Allein auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo hatten sich mehr als eine halbe Million Menschen zusammengetan.

Proteste gab es in der Stadt Beni Sueif südlich von Kairo, Alexandria, Port Said und Suez am gleichnamigen Kanal oder auch in Sagasig. Informationen aus militärischen Kreisen zufolge soll es sich um "die größte Demonstration in der Geschichte Ägyptens" handeln. Die Anhänger der Oppositionsbewegung wurden dazu aufgerufen, solange Proteste zu fahren, bis der Rücktritt Mursis erreicht ist.

Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hamdin Sabahi forderte die ägyptische Armee gar zur direkten Intervention auf, sollte der Präsident Mursi nicht freiwillig seinen Platz räumen. Mursi lehnte dies zuletzt wiederholt ab. Sabahi ist auch Vorsitzender der Partei der Würde - deren Ausrichtung "linker Nasserismus" ist.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte