Italien: Schlechte Konjunkturdaten im Juni


(C) Ed Yourdon, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Von Optimismus in der italienischen Unternehmenslandschaft ist derzeit nicht viel zu spüren. Der amtliche Geschäftsklimaindex fällt im Juni wieder zurück. Nun steht der neue Regierungschef Letta unter Zugzwang. Der Geschäftsklima-Index Italiens wird durch die nationale Statistikbehörde Istat ermittelt - er gilt als stark auf die Binnenwirtschaft ausgerichtet.

Im Juni fiel dieser um 4,1 auf 76,1 Punkte ab. Der Grund für die negative Lage war wohl die anhaltende Schwäche im Dienstleistungssektor als auch in der italienischen Baubranche. Leicht zulegen konnte der Teilindex für die Stimmung in den Industriebetrieben. Dieser stieg um 1,5 auf 90,2 Zähler an.

Die italienische Wirtschaft durchleidet weiterhin die längste Durststrecke seit Jahrzehnten und schrumpfte zuletzt sieben Quartale in Folge. Der Ministerpräsident Italiens, Enrico Letta (PD), hatte kürzlich die umstrittene Immobiliensteuer auf Eis gelegt. Italien war zuletzt auch wegen der Schuldenkrise wieder stärker unter Druck geraten und musste deshalb Käufern von Staatsanleihen mehr Rendite bieten.

Die Stimmung unter den Verbrauchern war zuletzt so gut wie seit 15 Monaten nicht mehr - was wohl auch mit der Aussicht, bezgl. der ausgesetzten/verschobenen Immobiliensteuer/Mehrwertsteuer, auf zusätzlich verfügbare Mittel zusammenhängen könnte.

Auf der anderen Seite würden mehr Steuermittel Italien durchaus gelegen kommen. In diesem Zusammenhang hatte man die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21 auf 22 Prozent um drei Monate verschoben. Auf der anderen Seite wurden Steuererleichterungen für Unternehmen beschlossen, welche junge Arbeitslose einstellen. Beide Maßnahmen kosten rund 2,5 Mrd. Euro.

Wegen möglicher Milliardenverluste aus Derivate-Deals in den 1990er Jahren hatte das ital. Finanzministerium zuletzt offiziell mitgeteilt, dass die Staatsfinanzen davon nicht beeinträchtigt wären. Im Vorfeld hatten die "Financial Times" (FT) und "La Repubblica" berichtet, dass Italien möglicherweise ein acht Milliarden Euro Verlust drohen könnte. "Der Marktwert von Derivateinstrumenten zu einem spezifischen Zeitpunkt kann niemals als aktueller Verlust behandelt werden", hieß es von der Seite des Ministeriums zur Thematik.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte