Israel: Limit für Export von Erdgas festgelegt


(C) Gil Eilam, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

In Israel hat die Regierung nun für die vor den Küsten gefundenen Erdgasvorkommen ein Exportlimit festgelegt. Die Mindestmenge für den eigenen Verbrauch wurde angehoben. Es sollen 540 Milliarden Kubikmeter Gas für den heimischen Binnenmarkt bestimmt sein, beschloss das Kabinett in Israel.

Auf die mögliche Gesamtfördermenge von 900 Milliarden Kubikmetern entspricht dies also einer Quote von 60 Prozent. Auch wenn der Gasverbrauch in Israel künftig weiter ansteigt, würde diese Menge ausreichen, um so den Eigenbedarf für 25 Jahre zu decken, heißt es. Die anderen 40 Prozent sollen für den Export freigegeben werden - nach heutigem Stand also etwa 360 Milliarden Kubikmeter.

Der ausgehandelte Kompromiss wurde durch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Likud) in Abstimmung mit dem Finanzminister Jair Lapid, Energieminister Silvan Shalom und Notenbankchef Stanley Fischer (Gouverneur der israelischen Zentralbank Bank of Israel) vollzogen, heißt es laut Medienberichten.

Dem israelischen Staat sollen so in den kommenden 20 Jahren aus Gasexporten rund 60 Milliarden US-Dollar an Einnahmen zufließen. Im vergangenen Jahr hatte eine Kommission empfohlen, dass die Binnenmarktquote auf 450 Milliarden Kubikmeter begrenzt werden sollte. Wegen Protesten hatte man die Menge um ein Fünftel erhöht.

Die Frage des Exports war im Vorfeld teils heftig umstritten, da Gewerkschaften, die Opposition oder auch Umweltverbände darauf drängten, die Gasvorkommen vor allem im eigenen Land als Energiequelle zu nutzen. Die aktuell festgestellten Gasreserven in den israelischen Küstengewässern des Mittelmeers werden auf rund 900 Milliarden Kubikmeter geschätzt.

Im Frühjahr hatte man auch bereits mit der Gasförderung aus dem Erdgasfeld Tamar begonnen. Die in den letzten Jahren vor der Mittelmeerküste entdeckten Erdgasvorkommen revolutionieren die israelische Energiewirtschaft. Tamar liegt rund 80 Kilometer vor der Hafenstadt Haifa (die drittgrößte Stadt Israels nach Jerusalem und Tel Aviv). Das Gebiet wird allerdings auch von anderen Ländern beansprucht, darunter vom Libanon.

Das Gasvorkommen war im Jahr 2009 entdeckt worden, heißt es laut Medienberichten. Es wird gemeinsam von dem US-Unternehmen Noble Energy und den israelischen Firmen Delek, Isramco und Dor Alon betrieben. Das Gasfeld enthält schätzungsweise Reserven von 238 Milliarden Kubikmeter. Vor Zyperns Küste beteiligen sich an den US-Bohrungen auch die Firmen Delek Drilling und Avner Oil & Gas Exploration. (mehr hier)

  
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