Proteste Brasilien: Krisensitzung der Regierung


(C) Semilla Luz, 2013, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Wegen der Proteste in Brasilien waren zuletzt die dortige Präsidentin Dilma Rousseff wie unter anderem auch Justizminister Eduardo Cardozo und der Chef des Präsidialamts, Gilberto Carvalho, auf einem Krisentreffen zusammengekommen. Zuvor waren rund 1,3 Millionen Menschen auf den Straßen, dies in mehr als hundert Städten.

Der Chef des Präsidialamts, Gilberto Carvalho, warnte davor, dass die Massenproteste womöglich auch den Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche Ende Juli in Rio de Janeiro (zweitgrößte Stadt Brasiliens) überschatten könnten. Man müsse zumindest darauf vorbereitet sein, gab er zu verstehen.

Er musste aber gleichsamt einräumen, dass die landesweiten Proteste in Brasilien auch Ausdruck von weit verbreiteter Unzufriedenheit sind. Er gab dazu an, dass die Demonstranten "Veränderungen" wollten. Demnach würde die Mittelschicht "neue Rechte" verlangen. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hatte unterdessen, wegen der Massenunruhen, eine für Ende des Monats geplante Reise nach Japan abgesagt.

Nahe dem Rathaus von Rio de Janeiro hatten sich mehrere Hunderttausend versammelt. Seitens der Polizei hatte man unter anderem Tränengas und Gummigeschosse gegen Teile der Massen eingesetzt. Danach brach teils Panik unter den Demonstranten aus. Es wurden auch Brandsätze geworfen oder ein Wagen unter anderem des Fernsehsenders SBT in Brand gesteckt. Zahlreiche Protestler werfen den Medien vor, dass diese die Protestbewegung in Brasilien herunterspielen würden.

Wie in zahlreichen anderen Städten, war es auch in Brasília heiß hergegangen. Hier durchbrach man auch eine Polizeiabsperrung am Außenministerium. Ebenfalls wurden Brandsätze auf das Gebäude geworfen. Teils eskalierte die Lage. Die Militärpolizei drängte die Demonstranten zurück. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Die Proteste in dem Land, welche bereits mehr als eine Woche andauern, sind die größten seit dem Ende der Militärdiktatur in den 1980er Jahren. Die Proteste richten sich gegen Korruption (insbesondere in der Verwaltung), gegen soziale Missstände oder auch die Erhöhung von Preisen im öffentlichen Nahverkehr und Polizeigewalt. Ebenfalls richten sie sich gegen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 (12. Juni - 13. Juli 2014) und die Olympischen Spiele 2016 (zwischen dem 5. und 21. August 2016 in Rio de Janeiro).

Für den Fußball-Weltverband FIFA stand trotz der Proteste ein Abbruch des Confed Cups in Brasilien nicht zur Debatte. "Weder die FIFA noch das Organisationskomitee haben je einen Abbruch des Confederations Cups in Erwägung gezogen", hieß es in der offiziellen Stellungnahme des Weltverbandes.

  
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