UNHCR: Zahl der Flüchtlinge auf höchstem Stand seit 20 Jahren


UNHCR

Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge sei laut UN-Angaben auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten gestiegen. Im vergangenen Jahr waren demnach 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht (im Vorjahr 2011 waren es 42,5 Millionen), verlautete es durch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf. Dies wäre der höchste Stand seit dem Jahr 1994. Allein 2012 flohen 7,6 Millionen Menschen aus ihren Heimatorten.

Man erlebe eine Zunahme von neuen Konflikten und es schiene so, als wenn die alten nicht enden wollen, hieß es durch den UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres (portugiesischer Politiker). Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge stammte aus den Ländern Afghanistan, Somalia, Irak oder Syrien.

95 Prozent der Flüchtlinge hatten zuletzt in Pakistan oder im Iran Aufnahme gefunden. Zu den Gründen der Flucht zählten unter anderem auch sich verteuernde Lebensmittelpreise, Armut und Hoffnungslosigkeit. Jeder vierte gezählte Flüchtling stammte aus Afghanistan.

Ebenfalls wuchs die Zahl der Flüchtlinge aus den afrikanischen Ländern Mali, der Demokratischen Republik Kongo und Sudan. Von den 45,2 Millionen Menschen insgesamt hatten sich 15,4 Millionen ins Ausland geflüchtet. Rund 28,8 Millionen waren Binnenvertriebene. Ebenfalls gab es 937.000 Asylbewerber.

Wegen des Syrien-Konflikts hieß es, dass für 2013 keine Besserung bei den Flüchtlingszahlen zu erwarten sei. António Guterres forderte dazu auf, dass die Nachbarländer Syriens, insbesondere Jordanien und der Libanon, bei der Versorgung der syrischen Flüchtlinge unterstützt werden müssten.

Derzeit geht man seitens des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR davon aus, dass die Anzahl der Flüchtlinge aus Syrien, welche ins Ausland fliehen, von derzeit 1,6 Millionen bis Ende des Jahres auf 3,45 Millionen Menschen ansteigen könnte. Innerhalb Syriens seien mittlerweile 4,25 Millionen Menschen auf der Flucht.

Die hauptsächliche Last von Vertreibung und Flucht trugen die Entwicklungsländer. Hier lebten rund 81 Prozent der Flüchtlinge weltweit. Im vergangenen Jahr war Pakistan das wichtigste Aufnahmeland, mit insg. 1,6 Millionen Menschen. Danach kam der Iran mit insgesamt rund 868.000 Menschen und dann Deutschland mit rund 590.000 Menschen. In Frankreich lebten 2012 knapp 218.000, in Großbritannien 150.000 und in den USA 262.000 Flüchtlinge. Die Zahl der Binnenvertriebenen war 2012 mit 28,8 Millionen Menschen so hoch wie nie.

  
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