DE: Bundeswehr bekommt neue Satelliten


(C) NASA, (symbolisch; kein Bezug), 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Die Deutsche Bundeswehr soll für etwa 800 Millionen Euro neue Satelliten erhalten. Dies geht aus einer entsprechenden Haushaltsvorlage hervor. Der Bundestag wird darüber wohl in der kommenden Woche entscheiden. Diesen Informationen zufolge soll das Aufklärungssystem "SARah" von der OHB AG (für Orbitale Hochtechnologie Bremen) sowie der EADS-Raumfahrttochter Astrium geliefert werden.

Mit dem System soll der Vorgänger SAR-Lupe (mit Synthetic-Aperture-Radartechnik - "ein deutsches Satellitenaufklärungssystem") ersetzt werden. Mit diesem kann die Bundeswehr die Erde aus dem All ausspähen. Zu den wesentlichen Zulieferern zählt nach Angaben aus Sicherheitskreisen Thales (ein Weltkonzern auf den Märkten der Verteidigung, Transport, Sicherheit, Luft- u. Raumfahrt).

Das neue Satelliten-Aufklärungssystem namens SARah soll aus drei Satelliten bestehen, jedoch eine bessere Leistung als das Vorgängersystem bieten. Nach derzeitigem Stand sollen die neuen Satelliten in 2019 in Betrieb genommen werden, heißt es laut Medienberichten. In der Übergangszeit wird SAR-Lupe weiterhin Bilder liefern, dessen Auflösung bereits bei unter einem Meter liegt (Lupenmodus). Forderungen an das Nachfolgesystem SARah waren u.a.im Vergleich zu SAR-Lupe: höhere Auflösung, größere Szenen- bzw. Bildgröße, geringeres Bildalter, Möglichkeit vieler Aufnahmen von einem kleinen Zielgebiet in kurzer Zeit.

Dem deutschen Verteidigungsministerium zufolge sei ein mögliches Risiko der Realisierung gering. Es gehe um die Weiterentwicklung von bereits existierenden Technologien von Astrium und OHB. Mit dem neuen System SARah strebe man ebenfalls eine Kooperation mit Frankreich an, was die Satellitenaufklärung betrifft.

Die deutschen im Einsatz befindlichen Satelliten können ihre Bilder auch bei Nacht und durch die Wolkendecke hindurch erstellen. Das französische System Helios (französisch-spanisch-belgische optische Aufklärungssatelliten) kann dabei Bilder bei klarem Wetter liefern. Die Satelliten der Helios-II-Generation verfügen über eine verbesserte Auflösung von 35 Zentimeter, erhöhte Datenübertragungsrate sowie Infrarotsensoren für Nachtaufnahmen.

Frankreich würde laut der Nachrichtenagentur Reuters mittlerweile auch eine Kooperation bei Radarbildern mit Italien anstreben. Somit könnte Deutschland seinen Bedarf an optischen Bildern nicht mehr komplett aus Frankreich decken. Daher prüfe man seitens der deutschen Bundesregierung, ob nicht die Beschaffung eines eigenen optischen Satelliten für 170 Millionen Euro vollzogen werden kann. Ein solcher könnte dem Helios-Nachfolgesystem CSO (Composante Spatiale Optique), soll ab 2015 verfügbar sein, beigestellt werden.

Von der Seite des deutschen Verteidigungsministeriums hieß es diesbezüglich, dass man entsprechende Möglichkeiten prüfe, um so die optische Aufklärung mit weiteren Mitteln zu stärken. Untersuchungen dazu wurden jedoch nicht durch eine mögliche Kooperation zwischen Italien mit Frankreich ausgelöst, hieß es laut einem Sprecher.

Bezgl. des Nachfolgesystems SARah antwortete die deutsche Bundesregierung laut Drucksache 17/13187 im April 2013 auf die Fragen hin "Wie ist der konkrete Stand zu den Überlegungen oder Anstrengungen hinsichtlich einer Ergänzung oder einer Nachfolge zum SAR-Lupe-System?" und "In welchem Umfang gibt es bereits Vorfestlegungen hinsichtlich der Konzeption eines Folgesystems?": Die Konzeption des Nachfolgesystems SARah ist abgeschlossen. Es ist beabsichtigt, die 25 Mio. Euro Vorlage zum SAR-Lupe Nachfolgesystem SARah noch vor dem Ende der 17. Legislaturperiode zur parlamentarischen Befassung einzubringen.

  
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